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Workshop: Gute Texte schreiben

Die Referentin Petra Lahnstein widmete sich in ihrem ersten Workshop dem Thema „Gute Webtexte schreiben“. Wir wollen jedoch zunächst auf die kleine Silbe „Web“ verzichten und uns nur auf gute Texte allgemein konzentrieren. Denn: „Für Online-Medien schreiben, ist zuallererst: mehr als Schreiben!“ Was genau gute Webseitentexte ausmacht, erfährst du im nächsten Teil, der am Ende dieses Beitrags verlinkt ist.

Ansicht einer silberfarbenen Computertastatur auf einem dunklen Tisch als Headerbild für den Beitrag "Gute Texte schreiben"

Was macht einen Text grundsätzlich zu einem guten Text?

 
Ein guter Text ist einer, der gelesen wird. Das mag auf den ersten Blick banal oder offensichtlich klingen. Konkret bedeutet das aber, dass der Text den Leser fesseln und ihm einen Mehrwert bringen muss. Ob es sich bei diesem Mehrwert um Informationen oder einfach nur Unterhaltung handelt, ist dabei von der Art des Textes abhängig. Es gibt jedoch einige allgemeingültige Kriterien, die auf jede dieser Textarten zutreffen.

1. Verständlichkeit

 
Oberstes Gebot, um einen informativen, guten Text zu schreiben, ist die sogenannte Kurz- und Klar-Regel. Sätze guter Texte sind kurz genug, um verständlich und „knackig“ zu bleiben, aber lang genug, um nicht in Eintönigkeit oder Banalität zu versinken. Eine Satzlänge von 15 bis 20 Wörtern ist optimal, also solltest du lieber auf Schachtelsätze und Füllwörter (wie mal, nun, einfach, doch) verzichten. Formuliere stattdessen präzise und ohne Fremdwörter, setze Hilfsverben sparsam ein und greife auf konkrete Sprache, starke Verben und bejahende Satzkonstruktionen zurück. Achte dabei auch darauf, die Satzstruktur zu variieren. Denn behältst du die gleiche Reihenfolge der Satzbestandteile bei, wirkt das schnell ermüdend. Bei aller Verständlichkeit sollte sich der Leser also nicht gelangweilt oder unterfordert fühlen.

Hand mit Glühbirne

Tipp der Textbroker-Redaktion:

Du suchst mehr Informationen rund um das Thema „Verständlich schreiben“? Dann schau dir doch einmal das Übungsheft des Bundesministeriums fürs Innere an. Darin findest du praktische Ratschläge und Übungen. Einfach hier klicken und herunterladen!

2. Leserfreundlichkeit

 
Ein leserfreundlicher Text ist in Grammatik, Rechtschreibung, Satzbau und Kommaregeln fehlerfrei. Du erleichterst das Lesen beispielsweise, indem du den Nominalstil meidest: „Eine Lieferung vornehmen“ klingt tendenziell künstlicher und gestelzter als das einfache „liefern“. Je nach Zielgruppe können sich auch unnötige Anglizismen und Fremdwörter als Stolperfallen entpuppen. Enthält der Artikel zu viele davon, wirkt er möglicherweise zu kompliziert – und das schreckt ab. Versteht ein Leser diese Wörter nicht, hört er auf.

Zur Leserfreundlichkeit gehört auch ein dynamischer Stil: Formuliere deine Sätze aktiv und verzichte wenn möglich auf Passivkonstruktionen. So wirkt dein Text lebendiger. Durch Satzzeichen bringst du zusätzliche Variation in deinen Text, denn sie haben Einfluss auf die Satzmelodie und eine dramaturgische Funktion. Abwechslungsreich formulierte Sätze, ein einheitlicher Stil und neutrale, konstruktive Kritik ohne die berühmt-berüchtigte „Holzhammer-Methode“ sorgen für ein angenehmes Lesegefühl.

3. Das AIDA-Prinzip (Attention – Interest – Desire – Action)

 
Aufmerksamkeit erregen, Interesse wecken, Verlangen steigern und zum Handeln bringen – das ist der Gedanke hinter dem AIDA-Prinzip, das vor allem für Produktbeschreibungen eine wichtige Rolle spielt. Aber wie funktioniert das? Gehst du den emotionalen Weg und fesselst deine Leser durch kreative Überschriften und spannende Einleitungen, weckst du damit ihre Neugierde. Ein guter Text sollte die Fantasie der Leser oder ihre Sehnsüchte anregen. Aha-Erlebnisse und Geschichten im Text erzeugen bei ihnen genauso Emotionen wie bildhafte Sprache (Vergleiche, Metaphern, Beispiele), die das Kopfkino in Gang setzt. Überrasche den Leser mit Unique Content ohne Floskeln: Schreib den Text anders, als ihn jeder schreiben würde – und mach ihn zu deinem Text.

4. Der rote Faden

 
Dein Leser kann den Inhalt deines Textes besser verstehen und aufnehmen, wenn er anhand einer durchdachten Struktur geleitet wird. Je länger der Artikel, desto wichtiger ist der Aufbau, damit der Leser nicht nach zu vielen inhaltlichen Sprüngen auf der Strecke bleibt. Deshalb solltest du schon vor dem Schreiben eine Gliederung erstellen, die deine Gedankenketten gut nachvollziehbar auflistet. So erkennst du schon früh, wo du Zwischenüberschriften setzen musst, wie du Absätze logisch gliederst und an welchen Stellen du eventuell noch recherchieren musst. Das verleiht deinem Text optisch und inhaltlich Klarheit.


Ansicht eines schwarzen Schildes mit der Aufschrift "Ask", als Anspielung auf die sieben W-Fragen des Journalismus

Dein Text sollte möglichst alle Fragen beantworten, die der Leser zum Thema haben könnte. Die größte Hilfestellung dabei: die W-Fragen.


 

5. Das Wichtigste zuerst: die W-Fragen

 
Die Aufgabe des Autors ist es, bei der Recherche das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen, wobei das Wichtigste immer zuerst kommt – vor allem bei Webtexten. Deshalb sollte der erste Absatz bereits die wichtigsten, zentralen Informationen enthalten und die Neugierde des Lesers wecken. Welche das sind, verraten dir die 7 Ws des Journalismus: Wer? Was? Wo? Wann? Wie? Warum? Woher (Quelle)?

6. Das Beste kommt zum Schluss

 
Natürlich hört ein guter Text nicht einfach auf, sondern schließt mit einem Fazit, das die wichtigsten inhaltlichen Punkte noch einmal zusammenfasst. Vielleicht beendest du den Artikel auch mit einem Ausblick oder einem Gedanken, der beim Leser nachklingt und ihn dazu bringt, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Eine gute Idee ist es zum Beispiel, am Anfang des Textes einen Anker „auszuwerfen“, auf den man sich am Schluss beziehen kann. Gelingt dir das, ist die Chance, dass der Text und seine Inhalte dem Leser im Gedächtnis bleiben, gleich viel höher.

Übungen zum bildhaften Schreiben

 
Du möchtest das oben beschriebene bildhaftere, lebendige Schreiben üben? Nimm dir einfach eine Karte des bekannten Spiels Tabu als Vorlage für einen kurzen Text. Er muss nicht lang sein, für den Zweck der Übung reichen schon drei bis fünf Sätze. Darin dürfen die angegebenen Wörter wie im richtigen Spiel nicht genannt werden. Du musst also versuchen, den gesuchten Begriff nur über Umschreibungen, Vergleiche und Assoziationen zu beschreiben. Lies dann den fertigen Text einer Person deiner Wahl vor und lass sie raten, um was es sich handelt. Je schneller die Person den Begriff erraten hat, desto besser ist dir die Umschreibung gelungen.
 
Wenn du es etwas kreativer magst, sind Hilfsmittel wie die sogenannten Storywürfel das Richtige für dich. Jeder Würfel eines Sets zeigt ein anderes Bild, darunter Gegenstände, Schauplätze, Personen und Tiere. Die Bilderfolgen, die du damit erzeugst, können dir beispielsweise als Grundlage für eine Geschichte, eine Reisebeschreibung oder eine Reportage dienen. Stellst du dir dabei noch eine Zielperson vor, die die Bilder nicht kennt oder nicht sehen kann, schreibst du zwangsläufig bildhafter.
 
Oder soll es eine praktischere Übung sein? Dann nimm dir eine aktuelle Werbung oder Produktbeschreibung und verfasse basierend auf den Informationen, die du dort findest, deinen eigenen Text. Ändere den Stil, die Überschrift, die Gliederung – was auch immer du möchtest. Auch hier reichen ein paar Sätze. Hauptsache du schreibst den Text, den du gerne dort lesen würdest.
 
Du bist neugierig geworden? Zu diesem Workshop gibt es noch ein paar Nachfolger: Im nächsten Beitrag erfährst du, was gute Webtexte von klassischen Texten unterscheidet und worauf du beim Schreiben achten musst.
Im dritten Teil der Reihe bekommst du praktische Tipps, wie du schnell gute Texte schreibst – besonders wenn du ein größeres Arbeitspensum bewältigen musst.
In unserem letzten Beitrag erfährst du, was die Textgattungen voneinander unterscheidet.
 
Zum Abschluss haben wir noch ein paar Buchtipps für dich:

  • „Deutsch für Kenner“ und „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider
  • „Komm zum Punkt!: Das Rhetorikbuch mit der Anti-Laber-Formel“ und „30 Minuten für gutes Schreiben“ von Thilo Baum
  • „Handbuch des Journalismus“ von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue



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