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Texte umschreiben – schreib’s noch einmal, Sam

Als Autor musst du nicht nur neue Texte verfassen, du musst auch Texte umschreiben und ergänzen können. Wir zeigen dir die praktischsten Tipps!

Texte umschreiben Headerbild: Nahaufnahme einer Schreibmaschine mit Blatt Papier


Neue Texte zu schreiben, ist für dich als Autor bei Textbroker etwas ganz Alltägliches. Gelegentlich findest du aber auch Auftraggeber, die keine neuen Texte benötigen – stattdessen sollst du bestehende Texte umschreiben. Auf den ersten Blick macht das keinen großen Unterschied, aber es gibt doch einige Feinheiten, die du beim Überarbeiten von Texten beachten solltest.
 
In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du mögliche Schwierigkeiten bei stilistischen Textanpassungen erkennst. Außerdem findest du praktische Tipps, mit welchen neuen und zusätzlichen Inhalten du den Ursprungstext ergänzen kannst. So setzt du nicht nur die Anforderungen des Kunden gezielt um und sparst Zeit, sondern steigerst gleichzeitig noch die Qualität des Textes.

Vor dem Umschreiben kommt das Lesen: die Vorbereitung

 
Bevor du dir Gedanken über neue Inhalte oder stilistische Anpassungen machst, solltest du vor allem eines tun: Lies den Text einmal komplett durch! Nimm dir ruhig ein paar Minuten Zeit, denn so kannst du dir ansehen, was den Text ausmacht. Verwendet der Autor zum Beispiel bestimmte Begriffe immer wieder? Ist der Stil lebhaft oder eher steif, mitreißend oder eher nüchtern? Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Verfasser am Ende?
 
Am besten machst du dir bereits während des Lesens Notizen dazu. Denn nur, wenn du das vorhandene Material wirklich erfasst hast, wirst du in der Lage sein, die geforderten Änderungen so umzusetzen, dass der Text am Ende wie aus einem Guss wirkt. Möglicherweise fallen dir bei diesem Schritt bereits inhaltliche Aspekte auf, die nur oberflächlich oder noch gar nicht beleuchtet werden.

Texte umschreiben durch gezielte Änderungen

 
Einer der wichtigsten Punkte bei der Textüberarbeitung ist die Zielsetzung – was genau möchte der Auftraggeber erreichen? Grob lassen sich hier drei Möglichkeiten eingrenzen: inhaltliche Überarbeitung, stilistische Anpassung und Suchmaschinenoptimierung. Doch ganz gleich, welche Art von Anpassung gewünscht ist, du wirst dich in jedem Fall mit Stil und Inhalt des Texts befassen müssen.
 
Soll zum Beispiel der Inhalt des Texts ergänzt werden, musst du bei neuen oder geänderten Passagen auch den Stil des Ursprungstexts treffen. Ansonsten stechen die neuen Abschnitte merklich hervor und irritieren die Leser. Sollen hingegen Keywords eingefügt werden, ist der Inhalt des bereits Geschriebenen wichtig. Schließlich musst du die neuen Schlüsselbegriffe in einem thematisch sinnvollen Kontext verwenden. Lass dich von der Zielsetzung also nicht zu sehr einschränken und versuche, Stil und Inhalt bei deinen Überarbeitungen zu berücksichtigen.

Stilistische Überarbeitung von Texten: ein weites Feld

 
Eine Anpassung des Stils ist vermutlich die schwierigste Form der Textüberarbeitung. Hier musst du zunächst den Stil des Autors analysieren und dann entsprechend der Kundenvorgaben ändern. Dabei müssen die Kernaussagen und die inhaltliche Ausrichtung aber erhalten bleiben. Entsprechend solltest du hier sehr behutsam vorgehen und dir anfangs immer nur einzelne Sätze oder kurze Passagen vornehmen. Am Ende der Überarbeitung prüfst du den gesamten Text noch einmal, um sicherzustellen, dass er sich flüssig liest.
 
Die größte Herausforderung ist meist, den geforderten Sprachstil auch tatsächlich umzusetzen. Verlangt der Auftraggeber beispielsweise eine „sachliche“ oder „blumige“ Schreibweise, lässt das noch immer recht viel Spielraum, denn die Kategorisierung des Stils ist immer auch Interpretationssache. Trotzdem gibt es natürlich einige Merkmale, anhand derer sich die Stilrichtung bestimmen lässt. Um dir die Orientierung etwas zu erleichtern, wollen wir kurz auf die am häufigsten bei Textbroker verlangten Stilrichtungen eingehen.


Texte umschreiben Beitragsbild 1 Stil: Nahaufnahme einer Sonnenblume auf dem Feld

Blumiger Stil

 
Diese Stilrichtung wird vor allem bei Produkt- oder Dienstleistungsbeschreibungen mit stark werblichem Charakter gefordert, aber auch bei Boulevard-Themen passt ein blumiger Stil oft gut. Der Informationsgehalt tritt hier etwas in den Hintergrund, stattdessen sollen (möglichst positive) Emotionen beim Leser geweckt werden. Dafür werden in der Regel viele Adjektive und ausdrucksstarke Verben verwendet.
 
Geeignete sprachliche Mittel sind hier ausnahmsweise auch Floskeln, Redewendungen und umgangssprachliche Begriffe. Das sogenannte Storytelling bietet sich für einen blumig formulierten Text ebenfalls an. Dabei werden die Informationen in eine fiktive Geschichte verpackt, die den Leser stärker einbindet. So ist die Botschaft leichter zu vermitteln. Der folgende Absatz, der von einer unserer Autorinnen stammt, ist ein gutes Beispiel dafür, wie du die verschiedenen Mittel einsetzen kannst.
 
„Liebe geht durch den Magen – das weiß jeder. Stell Dir vor: Du sitzt nach einem echt langen Tag völlig erledigt und mit knurrendem Magen auf dem Sofa. Es klingelt an der Tür. Davor steht der Kurier mit dampfendem Essen, das mindestens so gut riecht wie aus Omas Küche, bestellt von Deinem Lieblingsmenschen. Du willst genau das? Dann sei dieser Mensch und tu Deinen Lieben etwas Gutes: Die Lieferservices in Linz […] helfen Dir dabei. Das Finanzielle ist schnell geregelt. Zahl einfach online per Sofortüberweisung, Kreditkarte oder PayPal.“
 
Achte aber darauf, den Text nicht zu überladen. Vergleiche beispielweise den folgenden Satz mit dem Einstieg, den du eben gelesen hast: „Du sitzt nach einem echt langen, richtig anstrengenden Tag völlig erledigt und mit mächtig knurrendem Magen auf Deinem bequemen Sofa.“ Mit dieser Formulierung wäre die Autorin übers Ziel hinausgeschossen. Setze Adjektive und andere Stilelemente also gezielt ein, um bestimmte Worte oder Sachverhalte zu betonen – „viel hilft viel“ ist nämlich auch bei einem blumigen Stil die falsche Herangehensweise.

Sachlich-informativer Stil

 
Dieser Schreibstil kommt vor allem bei neutral gehaltenen Produktbeschreibungen und Ratgeberartikeln zum Einsatz. Zudem eignet er sich für „ernste“ Themen wie Finanzen, Juristisches und Technik. Hier steht der Informationsgehalt ganz klar im Vordergrund. Verzichte deshalb auf ausschweifende Beschreibungen und setze Adjektive und Redewendungen nur da ein, wo sie wirklich erforderlich beziehungsweise angebracht sind.
 
Bei diesem Schreibstil sollte die Länge der Sätze und Abschnitte nicht zu sehr variieren – haben sie nämlich eine ähnliche Länge, ergibt sich ein gleichmäßiger Lesefluss. Dadurch nimmt der Leser die Informationen besser auf und stolpert nicht über kurze Einschübe oder Bandwurmsätze. Das macht es dir auch einfacher, komplizierte Sachverhalte zu vermitteln – vor allem, wenn das Zielpublikum aus Laien besteht. Um den Unterschied zu verdeutlichen, haben wir den Absatz unserer Autorin so angepasst, dass er sachlicher klingt.

 
„Sitzen Sie nach einem langen Arbeitstag auch oft zuhause und fragen sich, was Sie zu Abend essen sollen? Fürs Kochen fehlt Ihnen die Energie – da wäre es doch praktisch, wenn ein Lieferservice einfach etwas Leckeres vorbeibringen würde. Mit den Anbietern in Linz können Sie Ihren Freunden die abendliche Entscheidung abnehmen und ohne großen Aufwand etwas zu Essen verschicken. Die Zahlung erfolgt unkompliziert per Sofortüberweisung, Kreditkarte oder PayPal.“
 
Du siehst: Der Text enthält zwar noch ähnliche Stilelemente, damit er noch interessant zu lesen ist, insgesamt klingt er aber deutlich neutraler und weniger emotional. Ein sachlich-informativer Text ist also möglichst neutral geschrieben – auf wertende Aussagen solltest du entweder verzichten oder sie nachvollziehbar begründen. Stell dir beim sachlichen Stil immer die Frage: Ist diese bestimmte Formulierung oder Passage wirklich nötig oder kann ich das Ganze auch einfacher beschreiben?


Texte umschreiben Beitragsbild 2: Eine Gruppe lachender Frauen

Unterhaltsam-lockerer Stil

 
Diese Stilrichtung ist quasi eine Mischung aus den oben genannten Varianten. Der Leser soll hier auf unterhaltsame Weise informiert werden. Meistens wird dieser Stil für dezent werbliche Produktbeschreibungen verwendet, aber auch bei Ratgebertexten, Erlebnis- und Reiseberichten. Das Schwierigste bei dieser Schreibweise ist die richtige Balance zu finden – die Gefahr ist groß, in einen zu nüchternen oder zu lebhaften Stil abzugleiten.
 
Am besten beugst du dem vor, indem du deinen Text am Ende noch einmal sehr gründlich liest. Nach einer Pause hast du genug gedanklichen Abstand und problematische Passagen, die beim Schreiben noch passend klangen, fallen dir jetzt schneller auf. Zur Veranschaulichung haben wir erneut den Text unserer Autorin angepasst:
 
„Kennen Sie das auch? Sie sitzen nach einem langen Arbeitstag zuhause und wissen nicht so recht, was es zu Abend geben soll. Wäre es da nicht toll, wenn ein Lieferservice klingelt und Ihnen etwas Leckeres vorbeibringt? Mit den Anbietern in Linz können Sie Ihren Freunden die allabendliche Essensentscheidung abnehmen und ihnen mit einer Pizza oder einer anderen Köstlichkeit eine Freude machen. Dabei ist die Bezahlung genauso einfach wie die Bestellung – Ihnen stehen hier Sofortüberweisung, Kreditkarte und PayPal als Möglichkeiten offen.“

Inhaltliche Anpassungen – mehr als nur neue Fakten

 
Beim inhaltlichen Umschreiben eines Texts geht es um die Aussage beziehungsweise um die Schlussfolgerung, die der Autor am Ende zieht. In der einfachen Variante prüfst du einfach die Inhalte auf ihre Richtigkeit und Aktualität – das ist relativ unkompliziert, da du nur die einzelnen Aussagen des Texts mit Hilfe einer kurzen Recherche kontrollieren musst. Achte bei Anpassungen aber auf Konsistenz und verwende die gleichen Fachausdrücke wie der ursprüngliche Verfasser. Orientierst du dich zumindest grob am Stil des Ausgangstexts, gelingt dir das am besten.
 
Schwieriger wird es, wenn die Inhalte zwar richtig dargestellt sind, der Kunde aber nicht mit der vom Autor gezogenen Schlussfolgerung zufrieden ist. In so einem Fall ist etwas mehr Recherche erforderlich. Anhand der Fakten im Text wirst du nämlich nur schwer zu der gewünschten Aussage kommen. Untermaure deine Schlüsse also mit neuen Fakten und streiche ruhig auch vorhandene Passagen, wenn diese nicht zur neuen Ausrichtung des Texts passen. Du kannst sie durch neue Abschnitte mit Informationen ersetzen, die dein Argument unterstützen.

Ergänzende Inhalte finden und den Text neu strukturieren

 
Mit neuen Informationen wertest du den Ursprungstext ganz einfach auf. Wirf dazu einen Blick in die Notizen, die du dir beim ersten Durchlesen gemacht hast. Möglicherweise war ein Aspekt des Themas nicht ausführlich genug erklärt und du hattest Fragen zum Thema, die der Text nicht beantwortet hat. An diesen Stellen kannst du bei deiner Recherche direkt ansetzen. Mindmaps bieten dir eine zusätzliche Hilfestellung: Schreib einfach alle Begriffe und Ideen auf, die dir einfallen, und suche dir die vielversprechendsten Themen aus.
 
Gibt der Artikel Zahlen und Fakten vor, müssen sie überprüft und – soweit es dir möglich ist – durch aktuellere Zahlen ergänzt oder ersetzt werden. Wikitexte und Ratgeber sollten zwar von vorneherein möglichst zeitlos geschrieben sein. Trotzdem kannst du deinen Lesern auch hier einen Mehrwert bieten, beispielweise durch neue Forschungen und Entwicklungen.
 
In diesem Schritt kannst du ganze Teile des Textes umstellen, denn ein neues Fazit und neue Informationen erfordern eine umfassendere Überarbeitung der Struktur. Deshalb ist es so wichtig, den Stil des Texts zu treffen. Sonst fallen deinen Lesern die neuen Stellen durch den unterschiedlichen Stil direkt auf. Je nach Umfang der nötigen Änderungen kann es deshalb sinnvoll sein, eine neue Argumentationskette und damit eine andere Struktur zu erstellen.


Texte umschreiben Beitragsbild 3: Nahaufnahme eines Cookies mit dem Google-Logo in Zuckerguss

Suchmaschinenoptimierung – die richtigen Worte für Google finden

 
Eine Textüberarbeitung zur Suchmaschinenoptimierung bedeutet in der Regel, dass bestimmte Schlüsselbegriffe häufiger im Text vorkommen sollen oder neue Keywords eingebaut werden müssen. Das ist relativ unproblematisch, trotzdem gibt es auch hier ein paar Fallstricke.
 
Bevor du einen bestimmten Begriff im Text einbaust, prüfst du, wie oft und wo er schon vorkommt. So vermeidest du, dass er an einer Stelle gehäuft auftritt. Achte darauf, das Keyword möglichst organisch und thematisch sinnvoll einzubauen. Denn in allererster Linie ist der Text immer noch für deine Leser gedacht – nicht für die Suchmaschinen. Ist in einem Absatz zum Beispiel nur die Rede von „Banken“, würde es den Lesefluss stören, wenn am Ende des Absatzes plötzlich von „Kreditinstituten“ die Rede ist. Versuchen Sie stattdessen, das Keyword auch vorher schon einmal zu verwenden, beispielsweise in der Überschrift.
 
Eine besondere Stolperfalle sind vermeintliche Synonyme: Zwar können bestimmte Begriffe oft synonym verwendet werden – das ist aber nicht in allen Situationen sinnvoll, vor allem wenn es Bedeutungsunterschiede gibt. So lässt sich beispielsweise „Kreditinstitut“ in vielen Fällen als Synonym für „Bank“ verwenden. Geht es im Text aber darum, die neuen Anlageprodukte einer Bank vorzustellen, wäre der Begriff „Kreditinstitut“ eher unpassend, da er auf einen Geschäftsbereich der Bank verweist, um den es im Text eigentlich nicht gehen soll. Tools und Wörterbücher wie der Duden oder das Woxikon helfen dir, passende Alternativen zu finden, ohne die Bedeutung zu verändern.
 
Keywords sollten außerdem zum Mehrwert des Texts beitragen. Lautet das Keyword beispielsweise „Bank“, wäre der Zusatz „in der Bank“ bei der Formulierung „Einen Kredit können Sie aber auch direkt bei Ihrem Berater in der Bank beantragen.“ zwar möglich, wahrscheinlich aber nicht sinnvoll – es sollte sich aus dem Zusammenhang ergeben, dass der Bankberater des Lesers gemeint ist.
 
Stattdessen wäre eine Ergänzung besser: „Einen Kredit können Sie aber auch direkt bei Ihrem Berater beantragen. Vergleichen Sie jedoch vorher, denn die Konditionen Ihrer Bank müssen nicht unbedingt die günstigsten sein.“ Hier taucht das Keyword in Verbindung mit einer neuen Information auf, die dem Leser einen Nutzen bietet.

Texte umschreiben: die wichtigsten Tipps in aller Kürze

 
Wie du siehst, gibt es bei einer Textüberarbeitung einige Punkte zu beachten. Gerade am Anfang sieht das nach viel Arbeit aus. Um zumindest die häufigsten Hürden zu meistern, hältst du dich am besten an die folgenden Grundregeln:
 

  1. Nimm dir Zeit und lies den Text einmal komplett durch, bevor du mit der Überarbeitung beginnst. Mach dir Notizen zu fehlenden Aspekten oder Informationen, die geprüft und aktualisiert werden müssen. Sie sind die Grundlage für eine gezielte Recherche.
  2. Behalte immer die Zielsetzung des Kunden im Kopf: Ist lediglich ein inhaltliches Umschreiben des Textes gefordert, musst du den Stil nicht ändern – auch wenn du ihn vielleicht für nicht sonderlich passend hältst.
  3. Achte darauf, dass deine Änderungen zum Stil des Ausgangstexts beziehungsweise zur Stilvorgabe des Kunden passen. Lies den Text noch einmal komplett von Anfang bis Ende durch, nachdem du deine Anpassungen vorgenommen hast. So fallen dir unpassende Stellen auf.

Kommentare

Werner Troeder 5. Juni 2020 - 22:59

Der lustigste Stil (geradein fuenf Auftraegen vorgekommen) Titel Text Umschreiben, aber kein Originaltext vorhanden. 🙂

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