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6 Tipps zur Verwendung von Umgangssprache

Umgangssprache hilft dir, lockere Texte zu schreiben, die deine Leser:innen auf Augenhöhe ansprechen. Wir zeigen dir, wie du sie gezielt einsetzt und wann du lieber darauf verzichten solltest.

Umgangssprache Headerbild: Eine junge Frau und ein Mann sitzen sich an einem Tisch gegenüber und unterhalten sich angeregt.

Regeln zu Umgangsformen in der Gesellschaft gibt es viele. Ob es nun um das Händeschütteln oder die Reaktion auf ein Niesen geht: Bei vielen Gelegenheiten vereinfachen diese Regeln die Kommunikation. Genauso gibt es auch solche „ungeschriebenen Gesetze“ für den schriftlichen Umgang miteinander – und für die Umgangssprache in Texten.

Was ist eigentlich Umgangssprache?

 
Umgangssprache ist laut Duden

die Sprache, die im täglichen Umgang mit anderen Menschen verwendet wird und nicht der Standardsprache entspricht, aber weitgehend akzeptiert und die meist gesprochene überregionale Sprache

ist.
 
In der gesprochenen, informellen Umgangssprache wird die Grammatik etwas aufgelockert. Beim Sprechen stört sich beispielsweise kaum jemand daran, wenn du „als“ und „wie“ komplett synonym verwendest, in der geschriebenen Sprache fällt es dagegen eher als Fehler auf. Oft unterscheidet sich auch der Satzbau oder Sprecher:innen lassen Wörter oder grammatikalische Elemente, die für das Verständnis des Satzes nicht zwingend notwendig sind, einfach weg.
 
Beim Sprechen gehören auch Verkürzungen von Wörtern und Lauten dazu („‘ne Pause“ statt „eine Pause“), das Zusammenziehen von zwei Wörtern zu einem („Ich war’s nicht“ statt „Ich war es nicht“) oder Änderungen von Lauten vor allem am Ende eines Wortes („Kleinichkeit“ statt „Kleinigkeit“, „ständich“ statt „ständig“, etc.).

Wie wirkt Umgangssprache in Texten?

 
Am meisten wirkt sie sich auf die Lesbarkeit aus: Umgangssprachlich geschriebene Texte sind für viele Leser:innen einfacher zu verstehen, da sie auf kompliziertes Fachjargon verzichten. Außerdem erwecken sie das Gefühl einer lockeren Unterhaltung. Leser:innen fühlen sich, als würden sie von jemandem auf der gleichen Ebene angesprochen. Nur in Fachtexten sieht das etwas anders aus: Hier wirkt diese saloppe Ausdrucksweise unangebracht und als würde der/die Verfasser:in das Thema nicht ernst nehmen. Du solltest also genau überlegen, wo und wann du die Umgangssprache verwendest.

Umgangssprache vermeiden: ja oder nein?

 
Die Antwort auf diese Frage hängt von dem Ziel ab, das du mit deinem Text verfolgst: Willst du eine größere Menge an fachlicher Information vermitteln oder objektiv über ein Thema berichten, ist die Umgangssprache eher fehl am Platz. Sie eignet sich besser, wenn du deine Leser:innen auf emotionaler Ebene ansprechen möchtest. Umgangssprache verwendet nämlich oft emotional gefärbte Begriffe oder persönliche Wertungen und macht deshalb einen subjektiven Eindruck.
 
Mit der Umgangssprache kann es für dich zum Beispiel leichter sein, deine Leser:innen von etwas zu begeistern. Sie erlaubt dir, deine Meinung auf eine besonders natürlich wirkende Art und Weise auszudrücken. Dadurch fällt es deinen Leser:innen leichter, sich in dich hineinzuversetzen und sich von dir überzeugen zu lassen.
 
Was du möglichst vermeiden solltest, sind Füllwörter, die sich gerne mit der Umgangssprache einschleichen. In Maßen verwendet können sie den Lesefluss verbessern oder dir helfen, eine Aussage zu relativieren, doch zu viele Füllwörter blähen den Text unnötig auf. Achte deshalb darauf, sie möglichst sparsam einzusetzen.

Umgangssprache richtig einsetzen: 6 einfache Tipps

 
Umgangssprache Beitragsbild 1: Nahaufnahme von oben auf die Hände einer Frau, die auf der Tastatur ihres Laptops tippt.

Tipp 1: Kommunikation auf Augenhöhe

 
Umgangssprache hat den Vorteil, dass sie vertraut und gut verständlich ist. Sie wirkt zum Beispiel bei einem Text in jugendlich-lockerem Stil positiv. Außerdem verringert sie die Distanz zwischen Autor:in und Leser:in und vermittelt die Botschaft klar und leicht verständlich. Ist also im Briefing ein lockerer Stil gefordert, hilft dir die Umgangssprache, auf Augenhöhe mit deinen Leser:innen zu kommunizieren und den geforderten Stil genau zu treffen.

Tipp 2: Unterstützende Wörter gezielt verwenden

 
„Das tät ich anders machen.“ Beim Lesen dieses Satzes weißt du sofort, warum die Wörter „tun“ und „machen“ in vielen Texten eher fehl am Platz wirken. Die Verwendung solcher Hilfsverben ist aber nicht immer gleich schlechter Stil. Zum Beispiel lässt sich auch „Gutes tun“ oder fragen: „Was können wir für Sie tun?“ Auch das eher umgangssprachliche „brauchen“ klingt in manchen Zusammenhängen natürlicher als das eher gehobene „benötigen“. Die richtige Wortwahl bleibt wohl auch immer ein bisschen Geschmacksfrage.

Tipp 3: man-Konstruktionen in der Umgangssprache

 
„Man wird ja wohl noch schreiben dürfen …“ Klar darfst du – wenn im Briefing keine direkte Leseransprache erlaubt ist, sind man-Konstruktionen zu einem gewissen Grad sogar unvermeidbar! Aber ansonsten ist die unpersönliche, umgangssprachliche Variante mit man keine gute Wahl, auch wenn wir alle in der Alltagssprache öfter darauf zurückgreifen. Hier macht die Dosis das Gift: Verwendest du sie zu oft, liest sich der Text schwieriger.
 
Gerade in Produktbeschreibungen oder werbenden Textsorten ist eine direktere Form oft besser: „Wenn man gerne kocht, sollte man sich ein scharfes Messer zulegen.“ klingt unpersönlicher als „Wer gerne kocht, sollte sich ein scharfes Messer zulegen.“ Oder du bindest die Leser:innen gleich direkt ein und sprichst sie persönlich an: „Sie kochen gerne? Dann sollten Sie auf ein scharfes Messer nicht verzichten.“

Tipp 4: Gewusst wann!

 
Bei der Verwendung der Umgangssprache kommt es auf die richtige Textart an. In Fach- und Sachtexten wirkt sie schnell unseriös. Im schlimmsten Fall fragen sich die Leser:innen, ob der/die Autor:in sich wirklich mit dem Thema auskennt. In Produktbeschreibungen und Marketingtexten kannst du mit ein bisschen lockerer Umgangssprache davon profitieren, nah an den Kund:innen zu bleiben und sie quasi kollegial auf Augenhöhe anzusprechen. Behalte während des Schreibens deshalb im Hinterkopf, für wen deine Texte bestimmt sind, und schreibe entsprechend.

Tipp 5: Umgangssprache in Buchstabenform

 
Großbuchstaben, vervielfältigte Satzzeichen oder Buchstabensalat … all das sind Darstellungen der gesprochenen Sprache im Schriftlichen (Stichwort Chat-Kommunikation). Sie können dir einerseits helfen, deine Botschaft klar und deutlich zu vermitteln. Andererseits irritieren sie die Leser:innen: IN GROSSBUCHSTABEN ZU SCHREIBEN wirkt, als würde der Text deine Leser:innen anschreien. Und auch der verschwenderische Gebrauch von Satzzeichen, allen voran des Ausrufezeichens (!!!!!!!!), verleiht deinen Aussagen nicht mehr Gewicht. Ganz nach dem Motto: Wer am lautesten schreit, hat nicht unbedingt recht.

Tipp 6: Umgangssprache richtig schreiben

 
Salopp formulierte Texte verleiten schnell dazu, ungenauer zu werden und mehr Fehler zu übersehen. „Dieses Produkt ist besser wie das von der Konkurrenz.“ ist nicht nur falsch, sondern wirkt je nach Textart schlimmstenfalls unprofessionell. Achte deshalb bei Anleihen aus der mündlichen Sprache auf die Richtigkeit, denn sonst wirkt auch in lockeren Texten der lässige Ton schnell flapsig.

Umgangssprache gezielt verwenden: das Fazit

 
Umgangssprache lässt sich hervorragend einsetzen, um einen Text verständlicher zu machen und Nähe zum Leser zu schaffen. Damit kannst du deine Artikel auflockern und leichter lesbar machen. Und es gibt einen weiteren Vorteil: Ausflüge in die Umgangssprache geben einem Text eine persönlichere Note als neutrale Fachsprache. Dein Text wird origineller. Doch das angemessene Maß hängt ganz von der Textart und deiner Zielgruppe ab. Wenn du sie dir während des Schreibens stets vor Augen hältst, kann sich die Wirkung der Umgangssprache richtig entfalten.


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