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Einen guten Sachtext schreiben: Darauf kommt es an!

Auftraggeber bestellen bei Textbroker häufig Sach- oder Fachartikel zu Themen wie Finanzen, Recht, Medizin oder Marketing und Management. Oft beginnen sie mit solchen Sätzen: „Schreiben Sie einen informativen Text zum Thema xy …“. Diese „Sachartikel“ sind keine klassische journalistische Textgattung, daher fällt es manchmal schwer, die Idee des Auftraggebers so umzusetzen, wie dieser es vielleicht gewünscht, aber nicht formuliert hat.

Sachtexte schreiben Headerbild: Nahaufnahme zweier Hände, die auf einem Laptop tippen


Doch wie schreibe ich einen guten Text, der sich keiner Textgattung zuordnen lässt und für den es somit keine klaren Regeln gibt? Woher soll ich wissen, wie ich mich diesem Thema auf fachlichem Niveau widme, ohne dabei eine Sammlung zusammengewürfelter Textbausteine abzugeben? Wir sehen uns einige bekannte Textgattungen genauer an und übernehmen wichtige Elemente daraus, um einen guten und informativen Text zum Thema zu schreiben.
 
Zunächst ist die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Fach- oder Sachtext, dass du dich wirklich gut mit dem Thema auskennst, über das du schreiben möchtest. Man kann zwar alle Details recherchieren, aber das Themengebiet sollte grundsätzlich deinen Interessen oder Kenntnissen entsprechen. Dann schreibt es sich nicht nur leichter, dir fallen außerdem inhaltliche Fehler auf, die du bei einer Recherche für ein neues Thema vielleicht nicht bemerkst.

Wer soll das warum lesen?

 
Denk daran, dass du in erster Linie für den Leser schreibst. Daher ist es besonders wichtig, die Zielgruppe zu kennen, die dein Artikel erreichen soll. Mach dir klar, wer die Leute sind, was sie bereits über das Thema wissen und mit welchem Zweck sich dein Sachtext an sie richtet. Was soll dein Text später auf der Webseite des Auftraggebers erreichen?
 
Der offensichtliche Zweck des Sachtextes ist die genaue und präzise Information über ein spezifisches Thema. Er soll Fragen beantworten, Lösungen zeigen und Mehrwert bieten. Der tiefer liegende Zweck dahinter nennt sich auch Content Marketing. Der Betreiber der Website, auf der dein Text veröffentlicht wird, will sich, seine Dienstleistung oder sein Produkt positiv in der Wahrnehmung des Lesers darstellen.
 
Der Text darf aber keinesfalls aussehen wie Werbung. Ein redaktioneller und neutraler Beitrag zu einem Thema soll den Leser informieren, ihm einen komplizierten Sachverhalt erklären oder eine Frage beantworten. Das schafft Vertrauen und zeigt, dass sich der Anbieter mit seinen Themen gut auskennt. Dazu musst du dich als Autor selbstverständlich auch gut auskennen. Setze beim Leser aber nicht zu viel Fachwissen voraus, sondern erkläre ihm verständlich, was er wissen muss.

 

Erst denken, dann schreiben

 
Sortiere deine Gedanken, bevor du eine Zeile schreibst. Nimm dir ein Blatt Papier und skizziere, was dir zum Thema einfällt, was es sonst noch Interessantes darüber zu sagen gibt. Ein wichtiger Anhaltspunkt sind beispielsweise die sieben klassischen W-Fragen. Sie kannst du mit weiteren Fragen ergänzen, die der Leser zum Thema haben könnte. Fallen dir keine Fragen ein, kannst du dir eine Mindmap mit wichtigen Schlagworten erstellen. Daraus entwickelst du einen Aufbau für den Artikel.
 
Jetzt beginnt die Recherche. Google die Schlagwörter, lies quer, such andere zuverlässige Quellen. Frag dich beim Durchlesen des Materials immer: Wer behauptet aus welchen Motiven heraus was? Versuche, jeden recherchierten Fakt gegen zu prüfen, indem du mindestens eine zweite verlässliche Quelle findest, die dasselbe behauptet.
 
Aus einem Cluster oder einem Brainstorming auf Papier kannst du nun die wichtigsten Thesen zum Thema herausgreifen, sie nach Relevanz sortieren und aufschreiben. Formuliere zu jeder These ein Argument – Stichworte genügen vorerst. Vielleicht fällt dir dabei ja noch ein schönes Beispiel ein, das den Sachverhalt verdeutlicht.

Mehr bunter Mix als klare Struktur

 
Einige werden diese Struktur noch aus der klassischen Erörterung kennen. Du musst das nicht genauso machen, einige Autoren können das bei ihren Fachgebieten schon im Kopf gut vorsortieren. Aber wenn du ein komplexes Thema übersichtlich strukturiert hast, ist das Verfassen des finalen Texts eine leichte Übung. Du schreibst nur noch entlang deines Gerüsts und formulierst die sortierten Gedanken aus.
 
Mit dem Fachartikel hat unser Sachartikel tatsächlich nur eines gemein: Er beschäftigt sich auf fachlichem Niveau mit einem spezifisch definierten Thema. Ein Fachartikel ist aber eine wissenschaftliche Arbeit mit sehr genauen Vorgaben, die für Webtexte selten angewendet werden.
 
In seiner Funktion kommt der hier beschriebene Sachartikel der des Features recht nahe: einen komplexen Sachverhalt verständlich erklären, sich hinter die Fassade schauen lassen, in unterhaltsamer Weise auch nüchterne Themen erzählen und analysieren. Das Feature wird journalistisch aber eher zur Abstraktion aktueller Themen verwendet und veranschaulicht an einer „kleinen Geschichte in der Geschichte“ allgemein Gültiges. Als „Erklärstück“ darf sich der Sachartikel zwar auch verstehen, hat aber eine konkretere und fachlichere Absicht als das erzählende Feature.
 
Mit dem Ratgeber-Text hat der Sachartikel die lösungsorientierte Herangehensweise gemein. Zunächst wird ein Problem genauer beleuchtet und nach Abwägung bekommen deine Leser schließlich Lösungsansätze präsentiert. Ein klarer Unterschied ist allerdings die Neutralität: Ein Sachtext legt sich nicht auf ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Idee als Lösung fest. Im Gegensatz dazu versucht ein Ratgeber, konkrete Lösungsvorschläge zu geben.

Überzeugen statt überreden

 
Wenn Textbroker-Auftraggeber einen Sachartikel bestellen, wollen sie ihn meist in ihrem Blog oder auf ihrer Website veröffentlichen, wo er Interessenten oder Kunden eine Hilfe gibt. Dadurch steigt das Vertrauen in den Anbieter – und das soll auf keinen Fall direkt mit plumper Produktwerbung wieder zerstört werden. Wenn der Text dem Leser einen Mehrwert bietet oder Antworten gibt, dann hat er seinen Zweck erfüllt und du hast als Autor einen guten Job gemacht.
 
Wie für alle Publikumstexte gelten auch hier die Grundregeln verständlichen Schreibens:
 

  • Behandle das Thema so ausführlich wie nötig, damit es jeder verstehen kann.
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  • Fass dich dabei aber so kurz wie möglich. Endloses Palaver verleitet zum Verlassen der Seite.
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  • Schreib kurz und klar entlang eines roten Fadens (oder deiner Gliederung) und bring die präzise und unmissverständlich Informationen auf den Punkt. Floskeln oder Füllsätze solltest du in einem Sachtext vermeiden.
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  • Benutze nur Fremdwörter, die zum Allgemeinwortschatz zählen – im Zweifelsfall erkläre sie lieber kurz.
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  • Ein Sachtext richtet sich – im Gegensatz zu diesem Tutorial – nicht direkt an den Leser und verzichtet auf eine persönliche Ansprache. Es sei denn, der Auftraggeber wünscht das ausdrücklich.
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  • Verwende keine Umgangssprache, sondern zeig mit professioneller Sprache und passender Wortwahl, dass du dich mit dem Thema auskennst.
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  • Verwende starke und aktive Verben, aber wenig Passiv oder Nominalstil.
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  • Bleib beim Schreiben objektiv und vermeide wertende Formulierungen.

 
Du siehst, es ist nicht immer einfach, Kundenwünsche zu erfüllen. Vor allem wenn einem gar nicht so genau klar ist, was genau gewünscht wird. Mit dem richtigen Mix aus diesen bekannten, klar definierten und überall recherchierbaren Stilformen schreibst du aber einen guten Text, der dem Leser und dem Auftraggeber gefallen wird. Auch wenn das anfangs nach sehr viel Theorie klingt, je mehr Übung du darin hast, desto leichter geht dir das Texten von der Hand.


Über die Autorin:
Katharina Bellinger arbeitet als Online-Journalistin und in der PR. Sie war von 2011 bis 2014 bei Textbroker als Content & Community Manager angestellt. Jetzt arbeitet sie im Hessischen Wirtschaftsministerium sowie freiberuflich in der Online-Kommunikation.


Kommentare

171467 29. Juli 2015 - 11:13

Super, toller Artikel! Halt wie der Sachtext: mithilfe eines roten Fadens auf den Punkt gebracht!

Vielen Dank.

Antworten

68544 26. September 2015 - 11:24

Da kann ich mich meinem Vorkommentator nur komplett anschließen.

Vielen Dank, ich werde es ausprobieren!

Antworten

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