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Bei Krankheit Dr. Google fragen – Worauf es beim Verfassen medizinischer Texte ankommt

Drei Viertel aller Deutschen fragen zunächst „Dr. Google”, wenn es um Krankheiten geht. Doch wie schreibt man einen fundierten und hilfreichen Gesundheitstext, der den Leser korrekt informiert und nicht verunsichert?

Wussten Sie, dass drei Viertel aller Deutschen im Internet nach Informationen zu Krankheiten und Symptomen suchen, noch bevor sie einen Arzt kontaktieren? Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich für diese Art der Selbstdiagnose die Bezeichnung „Dr. Google fragen“ eingebürgert.

Schilddrüsenvergrößerung, Diabetes und Hämorrhoiden sind übrigens die meistgesuchten Krankheiten. Dieser Suchtrend wird von den meisten Ärzten eher kritisch gesehen, liefern doch viele Seiten im Internet wenig fundiertes Wissen. Zwar kann eine seriöse Quelle keinen Arzt ersetzen, den Betroffenen aber eine erste Orientierung bieten. Doch wie schreiben Sie einen solchen fundierten und hilfreichen Gesundheitstext, der den Leser korrekt informiert und keine Verunsicherung stiftet?

Adressatenbezogen schreiben – Professor, Doktor oder der Mann von nebenan?

Mit Ihrem Medizintext möchten Sie den Leser informieren. Dafür ist es besonders wichtig, dass Sie sich über Ihre Zielgruppe im Klaren sind. Wen möchten Sie mit Ihrem Text erreichen? Richtet sich der Artikel an ein Fachpublikum wie beispielsweise Ärzte oder auch Krankenschwestern? Diese Adressaten haben ein größeres medizinisches Grundlagenwissen als der Normalbürger und stellen somit auch andere Ansprüche an Ihren Text. Ein solcher Fachartikel bedarf guter Kenntnisse im entsprechenden Themengebiet und muss zudem nach wissenschaftlichen Kriterien verfasst werden. Sie sollten einen Auftrag für einen Fachartikel also nur annehmen, wenn Sie im Bereich der Medizin wirklich fit sind und Ihnen das wissenschaftliche Arbeiten nicht fremd ist. Schließlich erwartet man von Ihnen einen medizinisch korrekten Text, der ins Detail geht und auch aktuellste Forschungsergebnisse berücksichtigt.

Ein Gesundheits- oder Medizintext, der sich vornehmlich an Laien wendet, soll hingegen einen oft recht komplexen medizinischen Sachverhalt in einfachen Worten verständlich erklären. Natürlich muss auch dieser Text die Fakten korrekt wiedergeben, eine wissenschaftliche Aufarbeitung wie beim Fachtext ist jedoch nicht erforderlich. Ferner sollten Sie nicht zu tief in die Thematik einsteigen. Verfassen Sie beispielsweise einen Text über Rückenschmerzen, können Sie durchaus erwähnen, welche Muskeln besonders häufig Beschwerden verursachen. Zählen Sie jedoch sämtliche Muskeln des Rückens inklusive ihrer lateinischen Bezeichnung auf, steigt Ihr Leser schnell aus. Dasselbe gilt bei der Aufzählung von Symptomen. Ihren Leser interessieren die Leitsymptome der Erkrankung, nicht jedoch die Ausnahmen von der Ausnahme. Bestenfalls orientieren Sie sich hier an einem Leitsatz, den Medizinstudenten in ihrem Studium in den ersten Semestern wohl beinahe täglich zu hören bekommen: „Häufiges ist häufig und Seltenes ist selten!“

Fakten, Fakten, Fakten – Warum eine gründliche Recherche über die Qualität Ihres Textes entscheidet

Das Verfassen von Medizin- und Gesundheitstexten geht mit einer großen Verantwortung einher. Ihre Leser haben in der Regel nur wenig Ahnung von der Thematik und vertrauen daher den Informationen, die Sie in Ihrem Text präsentieren. Eine sorgfältige Recherche ist deshalb Pflicht. Sie fragen sich nun vielleicht, wo Sie seriöse Informationen finden? Einen ersten Überblick können Sie sich leicht bei den bekannten Seiten im Internet verschaffen:

www.wikipedia.de

www.apotheken-umschau.de

www.netdoktor.de

www.onmeda.de

www.doccheck.com/de

Hier finden Sie in der Regel fundierte Artikel, an denen Sie sich beim Aufbau Ihres Textes orientieren können. Bei Texten über Krankheiten hat sich folgende Gliederung bewährt: Definition, Ursachen, Symptome, Diagnose, Therapie und Vorbeugung.

Doch Vorsicht: Auch wenn die Texte auf diesen Seiten – mit Ausnahme von Wikipedia – in der Regel von Ärzten verfasst werden, können sich hier Fehler einschleichen. Nutzen Sie deshalb immer mehrere Quellen und vergleichen Sie die Informationen.

Möchten Sie in ein Thema tiefer einsteigen und benötigen mehr Material, empfiehlt sich ein Besuch bei PubMed. Es handelt sich dabei um eine englischsprachige textbasierte Meta-Datenbank, die von der nationalen medizinischen Bibliothek der Vereinigten Staaten betrieben wird. Sie finden hier Artikel aus mehr als 5.600 internationalen biomedizinischen Zeitschriften. Zwar sind hier nicht alle Artikel kostenfrei abzurufen, oft liefern jedoch die frei verfügbaren Abstracts schon interessante Informationen. Außerdem sind zumindest Grundkenntnisse im Bereich der Statistik zur Auswertung der Texte sowie Englischkenntnisse erforderlich.

Wenn Sie Gefallen am Verfassen medizinischer Texte finden, können Sie sich einige Grundlagenwerke der Medizin in Buchform anschaffen. Sie bieten verlässliche Informationen und eignen sich zum schnellen Nachschlagen. Empfehlenswert sind ein medizinisches Wörterbuch wie der „Pschyrembel“, ein Anatomieatlas sowie ein Buch über die Physiologie und die Pathologie des menschlichen Körpers. Haben Sie eine Universität mit medizinischer Fakultät in der Nähe? Prima! Denn auch als Nichtstudent können Sie sich hier in der Regel Bücher ausleihen und sind so stets gut informiert, ohne sich in Unkosten stürzen zu müssen.

Sprache und Stil beim Verfassen von Gesundheitstexten

Auch wenn Ihr medizinischer Text vielleicht auf der Webseite eines Herstellers für Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukte erscheint, eine werbliche Sprache ist bei den meisten Gesundheitstexten nicht gewünscht. Ziel ist auch hier, dem Leser Wissen zu vermitteln und durch den informativen Text Vertrauen in den Anbieter zu schaffen. Das Thema Werbung ist im Bereich Gesundheit besonders sensibel. Schließlich greifen viele Menschen mit einem lange bestehenden körperlichen Leiden nach jedem Strohhalm und lassen sich dadurch leichter beeinflussen. Deshalb ist der Umgang mit Werbung auf dem Gebiet des Heilwesens auch durch das Heilmittelwerbegesetz geregelt. Insbesondere wenn Sie häufiger Texte für Hersteller von Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie für Apotheken, Ärzte oder ähnliche Kunden verfassen sollten, ist es lohnenswert, sich näher mit dem Heilmittelwerbegesetz auseinanderzusetzen. Absolute No-Gos sollten Sie in jedem Fall kennen:

Irreführende Werbung: Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie in Ihrem Text eine therapeutische Wirkung suggerieren, die das Mittel/das Produkt nicht hat. Ein registriertes homöopathisches Mittel ohne Angabe zur Indikation darf also nicht mit „Man nimmt mit diesem Mittel ab und bleibt schlank“ beschrieben werden.

Angstwerbung: Hier wird die Angst eines Verbrauchers zur Steigerung des eigenen Absatzes ausgenutzt. „Sind auch Sie gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden? Um den folgenschweren Auswirkungen zu entgehen, nehmen Sie Präparat XYZ.“ Diese Formulierung ist nicht erlaubt.

In vielen Fällen kann man diesen „Werbefallen“ durch Nutzung des Konjunktivs oder andere Formulierungen entgehen. Statt: „Produkt XYZ stoppt Haarausfall“ könnten Sie beispielsweise schreiben „Produkt XYZ wurde entwickelt, um zum Erhalt der Haarfülle beizutragen.“ Nicht immer ist eine solche Formulierung jedoch möglich und rechtlich korrekt. Sie können in Ihren Texten allerdings durchaus auf wissenschaftlich nachgewiesene Wirkungen hinweisen. So ist zum Beispiel der schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekt von Paracetamol ebenso sicher nachgewiesen wie die blutverdünnende Wirkung von Marcumar. Sie sehen, auf diesem Gebiet gibt es viel zu beachten. Eine gründliche Einarbeitung ist deshalb empfehlenswert, denn bei Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz drohen dem Betreiber der Seite empfindliche Strafen.

Ebenso wichtig ist es, dass Sie in Ihren Texten neutral und sachlich bleiben. Niemand, der nach dem Symptom „Ausschlag“ sucht, möchte in einem Text von einem „ekligen“ oder „widerwärtigen“ Ausschlag lesen. Eine genaue Beschreibung der Symptome ist wichtig, Wertungen sollten Sie jedoch zwingend vermeiden.

Sind Sie nun auf den Geschmack gekommen und möchten gleich mit Ihrem ersten Medizintext starten? Hier das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Machen Sie sich klar, wer Ihre Zielgruppe ist und stimmen Sie Ihre Inhalte und Ihren Sprachstil auf Ihre Adressaten ab. Vermeiden Sie bei Texten für Laien zu viele Fachbegriffe und erläutern Sie jeden Begriff, der im normalen Sprachgebrauch nicht üblich ist. Verzichten Sie aber auf Umgangssprache.
  2. Fassen Sie sich so kurz wie möglich und so lang wie nötig. Zu viele Details verwirren den Leser und verleiten ihn zum Verlassen der Seite.
  3. Bleiben Sie in Ihren Texten neutral und objektiv. Beschreiben Sie genau, werten und werben Sie aber nicht.
  4. Nehmen Sie sich Zeit für eine gründliche Recherche seriöser Quellen und für die Gliederung Ihres Textes. Das erleichtert Ihnen die Arbeit und steigert die Qualität Ihrer Artikel.
  5. Starten Sie in Bereichen, in denen Sie sich auskennen und sicher fühlen. Statt einen Artikel über „Die Rolle der Antikörpertherapie in der Behandlung der akuten leukämischen Leukämie“ zu verfassen, widmen Sie sich beispielsweise einem Text über „Hausmittel bei Erkältungskrankheiten“.

Über die Autorin:

MadamePrym arbeitet als Heilpraktikerin in eigener Praxis im Ruhrgebiet. In ihrer zusätzlichen Tätigkeit als Texterin und freie Autorin verbindet sie ihre Leidenschaft für die Medizin und das Schreiben.

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