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Google BERT-Update: Was heißt das jetzt für meinen Content?

Seit Ende Oktober steht der Begriff „BERT“ für mehr als einen verkopften Star aus der Sesamstraße. Google rollte mit BERT ein neues Update aus. Dieses bezeichnete der Suchmaschinengigant aus Mountain View in seinem Blog als „einen der größten Fortschritte in der Geschichte der Suche“. So sei jede zehnte englische Suchanfrage in den USA von der Algorithmus-Änderung betroffen.

Google Bert Update


Seit dem Launch von BERT ranken sich viele wilde Geschichten um das sagenumwobene Update. Aber welche Auswirkungen hat BERT tatsächlich auf die Rankings? Und was sollten SEOs und Website-Betreiber im Hinblick auf ihren Content jetzt tun? Wir haben die wichtigsten Infos zusammengetragen und die Meinungen von drei Experten aus der SEO-Szene eingeholt.
 

Was ist BERT?

 
BERT ist eine Abkürzung für die unschöne Phrase „Bidirectional Encoder Representations from Transformers“. Es ist Googles Pre-Training-Methode für das Natural Language Processing. Einfach ausgedrückt: BERT ist eine Anwendungsform der künstlichen Intelligenz. Diese beschäftigt sich mit Natural Language Processing – also dem Versuch, Computern beizubringen, Informationen aus natürlicher Sprache richtig zu verstehen und zu verarbeiten.
 

Es lebe der Kontext

 
Mithilfe dieser Technik kann Google Suchanfragen besser verstehen als jemals zuvor. So kann die Suchmaschine bestimmte Wörter nun besser im Kontext mit den anderen Wörtern der jeweiligen Keyword-Kombination begreifen. Das betrifft zum Beispiel Präpositionen (wie „zu“ und „für“) in den Suchanfragen. Dank BERT erkennt Google jetzt also auch bei komplizierteren Suchanfragen den genauen Zusammenhang noch besser, anstatt hier nur einzelne Wörter zu betrachten. Das führt zu treffenderen Ergebnissen für den User.
 
Mit dieser neuesten Algorithmus-Änderung wappnet sich Google unter anderem für die steigende Anzahl der Voice-Search-Suchanfragen. Dass diese wachsen, ist unumstritten. So prognostizierte die Marktforschungsfirma ComScore, dass 2020 mindestens die Hälfte aller Suchanfragen Voice Searches sein werden. Fakt ist: Die Suche via Spracheingabe unterscheidet sich von der Suche per Texteingabe. Denn Voice Searches werden oftmals in natürlicher Sprache gestellt, also etwa in W-Frageform oder in ganzen Sätzen. Zudem sind Sprachsuchen meist wesentlich länger als die herkömmliche Suche via Text.
 
Ausgerollt wurde die Algorithmus-Änderung in der Woche ab dem 21. Oktober 2019. Das Update betrifft in den USA sowohl die regulären organischen Suchergebnisse als auch die Featured Snippets. Eine Timeline für den internationalen Rollout in den SERPs steht noch aus. Für die Featured Snippets wird der BERT-Algorithmus laut Google aber bereits in allen Ländern eingesetzt, in denen es diese gibt – also auch in Deutschland.
 

Welche Suchanfragen betrifft BERT?

 
BERT betrifft vor allem komplexere Long-Tail-Suchanfragen, also längere Suchanfragen, die sich aus mehreren Keywords zusammensetzen. Konkret geht es dabei vor allem um die bessere Auswertung von Präpositionen. Dazu SEO-Experte Sven Deutschländer:„Hey Google, was kostet ein Flug von Berlin nach Rom?“ wird die Suchmaschine künftig besser beantworten können, weil durch das Verständnis der Wörter „von“ und „nach“ klar wird, dass es genau um diese Flugrichtung geht. In der Vergangenheit war ein solches Suchanfragen-Verständnis nicht möglich.“
 
Wieso das so ein großer Durchbruch ist, wird auch in den nachfolgenden Vorher-Nachher-Beispielen deutlich, die Google in seinen Statements präsentiert hat.


Beispiel Suchanfrage vor und nach BERT

Beispiel 1: Hier wird klar, wie die BERT-Technologie durch das Verständnis der Kombination „for someone“ zu relevanteren Ergebnissen führt. Vor BERT lieferte die Suchmaschine noch sehr allgemeine Ergebnisse, die nur den groben Kontext der Keyword-Kombination widerspiegelten. Erst nach dem Update wird die gestellte Frage durch das Suchergebnis gezielt beantwortet.


Beispiel-Suche Vorher-Nachher BERT-Update

Beispiel 2: In diesem Beispiel will der User wissen, ob man als Kosmetiker(in) viel stehen muss. Erst nach BERT liefert Google ein Suchergebnis, das den User Intent sinnvoll erkennt und beantwortet.

 
Diese Beispiele zeigen: BERT führt zu deutlich relevanteren Ergebnissen für den User.

 

Wenn künftig die Beziehungen von Wörtern untereinander und die Bedeutung von Präpositionen in Suchanfragen besser für die Maschine einzuordnen sind, dann wird es spürbar bessere Suchergebnislisten geben.

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Sven Deutschländer, Gründer und Geschäftsführer von SEO Profi Berlin @ dskom GmbH

Was bedeutet das BERT-Update im Hinblick auf SEO?

 
Viele fragen sich, was das jetzt SEO-technisch bedeutet und wie sie ihre Website verbessern können. Um die Auswirkungen des Updates hatten sich bereits im Vorfeld verschiedene Geschichten gerankt.
 
Besonders häufig wurde dabei diskutiert, inwiefern Website-Betreiber ihre Seite wegen BERT für Long-Tail-Suchanfragen optimieren sollen.
 

Ranking-Verluste durch BERT unwahrscheinlich

 
Die Verunsicherung um das Update wurde nochmals größer, als eine Redakteurin der renommierten New York Times kurz nach dem US-Launch von BERT auf Twitter von Rankingverlusten berichtete.
 
Doch laut Googles Webmaster Trends Analyst John Mueller ist ein Zusammenhang mit BERT hier extrem unwahrscheinlich. Stattdessen gab Google an, kurz nach BERT einige Core-Updates durchgeführt zu haben, die als Ursache in Frage kämen. Als Gegenmaßnahme empfiehlt der Experte, sich auf hochqualitativen Content zu konzentrieren, anstatt allein auf technische Aspekte – und BERT bei der Optimierung außer Acht zu lassen.
 
Dazu Frank Doerr, Gründer und Inhaber von Spinpool: „BERT hat keinen Einfluss auf die bestmöglichen Strategien, die schon seit Jahren in Bezug auf Google empfohlen werden. Das Update dürfte eine eher geringe Auswirkung auf Sichtbarkeitsindizes haben, dafür eine positive Auswirkung auf qualifizierten Traffic.“
 

Sven Deutschländer meint: „Dieses Update hat nichts mit dem Indexieren und Verstehen von Content zu tun – es soll beim Interpretieren von Suchanfragen Fortschritte erzielen. Deshalb kann man Optimierungsmaßnahmen nicht unmittelbar daran anpassen.“ Diese Ansicht teilt auch Jens Fauldrath.
 

In kurz, es ändert sich erst mal nichts.

 

Jens Fauldrath, Gründer und Geschäftsführer von get.traction

Fest steht: Durch BERT versteht Google die Suchanfragen der Nutzer besser und spielt dazu relevantere Ergebnisse aus. Durch das Update verbindet die Maschine den User Intent lediglich besser als zuvor mit Inhalten, die auf Websites bereits vorhanden sind.
 
Laut einhelliger Experten-Meinung kann man also nicht wirklich für BERT optimieren. Stattdessen bleibt es bei den gängigen Methoden zur Suchmaschinenoptimierung, die State-of-the-Art sind. In deren Zentrum steht qualitativ hochwertiger Content. Besonders wichtig ist dabei, dass dieser auf den User Intent abgestimmt ist.
 
Mit einigen Mythen rund um das Google BERT-Update räumt dieser Artikel auf.

 

Wie sollte guter Content im Hinblick auf BERT gestaltet sein?

 
Der US-amerikanische Google-Mitarbeiter Danny Sullivan schrieb auf Twitter „There’s nothing to optimize for with BERT, nor anything for anyone to be rethinking. The fundamentals of us seeking to reward great content remain unchanged.” Dies bekräftigen auch deutsche Experten.

 

Der Fokus sollte weiterhin auf qualitativ wie quantitativ hochwertigen Texten liegen, die das betreffende Thema umfassend beleuchten.

 
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Frank Doerr, Gründer und Inhaber von Spinpool
 
 
Um für BERT gewappnet zu sein, reicht es also, sich die Eigenschaften qualitativ hochwertiger Texte in Erinnerung zu rufen – und diese zu beachten. Das sind zum Beispiel
 

  • interessanter und einzigartiger Inhalt
  • umfassende Behandlung des Themas
  • einfache und eindeutige Formulierungen
  • gute Struktur
  • gute Formatierung
  • sprachliche Korrektheit

 
Auch leicht verständliche und nützliche Informationen im Content dürften in Bezug auf Googles Update-Politik und die Sprachsuche von Vorteil sein. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch Googles Fragekatalog im Hinblick auf qualitativ hochwertige Inhalte.
 
Website-Betreiber und SEOs brauchen also keine Angst vor gravierenden Auswirkungen durch BERT zu haben. Zumindest, wenn sie weiter auf guten Content setzen, der den User Intent beachtet und beantwortet. Bevor du deinen Content planst, solltest du dich also mit den passenden W-Fragen befassen und diese so gut es geht beantworten – ob auf der Website, im Blog oder in den FAQ.
 

Natürliche Sprache bleibt komplex

 
Die Komplexität menschlicher Sprache bleibt eine Herausforderung, auch für Suchmaschinen. Aber mit BERT ist Google ein riesiger Schritt in die richtige Richtung gelungen. Im Hinblick auf Voice Search, Smart Speaker wie Alexa oder den Apple Home Pod und vor allem im Hinblick auf bessere Ergebnisse für den User. Dieser kann vermehrt so suchen, wie es sich für ihn natürlich anfühlt.

 

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