Skip to main content

Alles auf Anfang: Wie Sie Ihren nächsten Text routiniert beginnen

Ihnen fallen beim Schreiben immer ausgerechnet die ersten Zeilen schwer? Wir zeigen Ihnen, wie Sie bald entspannt an jeden Texteinstieg herangehen.

Kind vor Treppe

 
 
Wie fange ich nur an? Als Autor kennen Sie diese Frage mit Sicherheit. Wohl jedem Texter haben angesichts eines leeren Blatt Papiers schon einmal die Worte gefehlt. Wo man bei manch einem Thema einfach so in seinen Schreibfluss hineinspringen kann, sitzt man bei anderen auf dem Trockenen: Die Tastatur klemmt, die Seite bleibt weiß.
 
 
Ein spannender Anfang zieht den flüchtigen Leser in den Text hinein und reicht ihm den roten Faden, der ihn bis zum Ende führt. Kein Wunder also, dass ein guter Texteinstieg und ein interessanter erster Satz enorm wichtig sind. Sie entscheiden häufig darüber, ob der Leser dranbleibt oder abspringt.
 
 
Um die ersten Hürden zu überwinden und sich die Anfangsqualen zu ersparen, gibt es einige Tricks und etablierte Standards, die helfen. Damit Sie bei Ihren nächsten Texten keine Startschwierigkeiten bekommen, haben wir hilfreiche Tipps für Sie und liefern Ihnen acht Vorlagen, die Sie direkt für Ihren nächsten Artikel anwenden können.
 

Regeln für einen lesenswerten Einstieg

 
Ein Textanfang, der den Leser in den Text hineinzieht, kann durchaus eine Herausforderung sein. Textanfänge müssen packend sein und genau die richtigen Inhalte in der passenden Form bieten. Grundsätzlich gelten für Textanfänge einige grobe Richtlinien, die für einen angenehmen Lesestart sorgen:
 

  1. Vermeiden Sie Wiederholungen: Immer wieder kommt es vor, dass sich die Headline oder der Teasertext mit dem Textanfang doppelt: Der erste Satz des Textes greift die Überschrift wieder auf, weil sie so gelungen war. Oder der Autor verwendet die gleiche Wortwahl in Teaser und Textbeginn, weil ihm nichts anderes eingefallen ist. Das wirkt lieblos und einschläfernd. Ersparen Sie dem Leser einen langweiligen und redundanten Anfang, variieren Sie und bringen Sie Abwechslung hinein.
  2. Kurze Sätze machen es einfacher: Achten Sie besonders zu Beginn darauf, den Leser nicht zu überfordern. Gerade der erste Satz sollte leicht erfassbar sein. Starten Sie also möglichst mit einem oder zwei kurzen und prägnanten Sätzen und vermeiden Sie es grundsätzlich, in wissenschaftlichem Sprachstil einen Satz über sechs Zeilen mit acht Kommas zu kreieren.
  3. Mit dem Einstieg die richtige Aufmerksamkeit erzeugen: Die ersten zwei Sätze sollten den Leser packen. Ob Sie ihn darin offensiv umwerben, ihm leise eine Idee ins Ohr flüstern oder ihn provokativ anpöbeln, ist abhängig von der Zielgruppe, der Textgattung und dem Thema des Textes. Machen Sie sich diese drei Faktoren bewusst, bevor Sie Ihren ersten Satz zu Papier bringen.
  4. Dem Nutzer den Nutzen erklären: Selbst wenn der erste Satz eines Textes den Leser in den Bann gezogen hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er innerhalb der nächsten Absätze abspringt, wenn er den Nutzen des Textes nicht erkennt. Gerade in Tutorials und Texten für Marketingzwecke sollten Sie dem Leser innerhalb der ersten Sätze erklären, was ihn erwartet, wenn er Ihren Text liest und warum er ihn unbedingt bis zum Ende lesen sollte.

 
 
Frau mit "Help Me"-Zettel
 

Leichter anfangen: 4 Tipps für einen einfacheren Start

 
Wer sich häufig plagt, die passenden ersten Worte zu finden, kann verschiedene Methoden anwenden, um sich den Einstieg zu erleichtern. Techniken gegen die Schreibblockade gibt es viele, hier eine kleine Auswahl speziell für den Textanfang:
 

  • Strukturieren Sie Ihren Text erst einmal: Oft verfliegt jede Ideenlosigkeit, wenn man sich mit den genauen Inhalten eines Textes auseinandersetzt. Sie stoßen bei der Recherche und Vorbereitung des Textes auf bestimmte Probleme, die Ihr Thema aufwirft, oder interessante Fakten, die das Potenzial für einen guten Einstieg liefern. Während Sie also den roten Faden für Ihren Artikel spannen, kommen die Ideen für einen gelungenen Textanfang möglicherweise von ganz alleine.
  • Bringen Sie’s auf den Punkt: Machen Sie sich das Kernthema Ihres Textes in einem Satz klar, formulieren Sie es als Frage und beantworten Sie diese Frage schriftlich. Mit dieser These haben Sie eine wichtige Grundlage geschaffen, die einen deutlichen Hinweis auf den Bedarf, den sogenannten Pain Point, Ihres Lesers gibt. Jetzt müssen Sie nur noch ableiten, was Ihr Leser unbedingt wissen möchte und wie Sie es so formulieren, dass der Text seine Neugier weckt.
  • Der Anfang muss nicht der Anfang sein: Warum sollten Sie sich mit dem Texteinstieg herumquälen, wo doch weiter hinten der einfachere Teil kommt? Oft lassen sich die späteren Abschnitte wesentlich schneller formulieren, weil Sie hier Ihre Expertise und Ihre Rechercheergebnisse verwenden können. Lassen Sie also erst einmal den Anfang weg und schreiben Sie das Kapitel mit den Fakten. Sie werden sehen: Spätestens, wenn Sie den Schluss tippen, können Sie daraus einen wunderbaren Anfang stricken und so auch gleich die stilistisch wertvolle Klammer vom Anfang zum Ende schließen.
  • Einfach mal loslegen: Oft ist es hilfreich, einfach jede Idee aufzuschreiben, die einem gerade in den Sinn kommt, und sei sie noch so klein und absurd. Ideen lassen sich weiterspinnen, können reifen und sich entwickeln. Horchen Sie also in sich hinein, folgen Sie den Gedanken, die um Ihr Thema kreisen, und schreiben Sie diese auf – auch unstrukturiert und chaotisch.

 
 
Verzweifelter Mann am Schreibtisch
 

8 Vorlagen für gelungene Texteinstiege

 
Die meisten Autoren entwickeln Schreibroutinen, je mehr Texte sie schreiben. Erfahrenere Autoren wissen meist, welcher Anfang an welcher Stelle funktioniert und wie sie den Leser an ein Thema heranführen können. Doch selbst dem erfahrensten Autor fehlen hin und wieder die Worte. Zum Glück haben sich im Laufe der Zeit einige funktionierende Textanfänge etabliert, die stets nach demselben Schema ablaufen und aus denen ein Autor in Not wählen kann.
 
 
Wir stellen Ihnen acht Textanfänge vor, die Sie so auf wohl jeder publizierenden Website wiederfinden werden und die Ihnen als Blaupause für Ihre eigenen Texte dienen:
 
1. Die Frage: Wer gleich zu Beginn eine interessante und relevante Frage stellt, bringt den Leser dazu, sich mit dem Thema des Textes zu beschäftigen. Gerade Artikel oder Tutorials, die sehr stark nutzenorientiert kommunizieren, können so dem Leser sein Problem in Erinnerung rufen oder seinen Bedarf aufzeigen.
 
 
Screenshot 1
Quelle: https://bjoerntantau.com/imp-049-perfekter-content-04122017.html
 
 
Screenshot 2
Quelle: http://www.sem-deutschland.de/nutzersignale-rankingfaktor-google/
 
 
2. Emotionales Storytelling oder eine Situationsbeschreibung: Gutes Storytelling erreicht den Leser und kann Emotionen in ihm wecken. Wenn Sie das als Autor erreichen, dann bleibt Ihr Leser dran und behält Ihren Artikel in (guter) Erinnerung.
Allerdings ist nicht jeder Text für das Storytelling geeignet: Eine Geschichte braucht einen authentischen Helden und eine Herausforderung, vor der er steht. Überlegen Sie also gut, wie Sie Ihren Text in Geschichtenform packen können und tun Sie dies auch nur, wo es stimmig ist.
 
 
Screenshot 3
Quelle: http://www.zeit.de/kultur/2017-12/weihnachten-allein-berlin-familie
 
Übrigens: Auch bei trockeneren Themen kann Storytelling funktionieren. Probieren Sie doch einfach einmal die Light-Version: eine schlichte Situationsbeschreibung, ohne Held, einfach nur mit einer beispielhaften Situation:
 
Screenshot 4
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-so-war-2017-und-so-wird-2018-a-1184058.html
 
 
3. Das Zitat: Ein gutes Zitat ist ein einfacher und effektiver Weg zu einem guten Texteinstieg. Allerdings besteht die Kunst darin, ein wirklich passendes Zitat zu finden. Haben Sie einen O-Ton, dann können Sie natürlich den Protagonisten Ihres Textes zitieren. Falls jedoch nicht, dann heißt es recherchieren, überlegen und suchen. Verschiedene Zitat-Datenbanken im Netz können Ihnen hier weiterhelfen. Aber Achtung: Zitate wirken schnell schwülstig und kitschig. Verwenden Sie sie nur, wenn sie wirklich stimmig sind.
 
 
Screenshot 5
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oliver-baete-wo-ist-deutschlands-strategie-15361087.html
 
 
4. Eine (provokante) These: Mit einer interessanten These können Sie auf einen Schlag die volle Aufmerksamkeit Ihres Lesers gewinnen. Gerade mit provokanten Aussagen sorgen Sie dafür, dass Ihre Leser aufhorchen. Doch Vorsicht: Machen Sie sich auf Gegenreaktionen gefasst, wenn Sie Ihre Leser provozieren. Und: Passen Sie auf, nicht zu platt und plakativ zu werden.
 
 
Screenshot 6
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/emojis-warum-die-symbole-ein-gesellschaftlicher-fortschritt-sind-a-1185165.html
 
 
Screenshot 7
Quelle: https://neilpatel.com/de/blog/serp-klickrate-wichtiger-als-ranking/
 
 
5. Die Zusammenfassung: Eine nüchterne und akkurate Zusammenfassung eignet sich vor allem bei seriösen, nachrichtenlastigen Themen, kann aber auch ein schöner und einfacher Einstieg für jeden Blogartikel sein. Fassen Sie einfach in unaufgeregten Tönen die wichtigsten Aspekte Ihres Themas zusammen und präsentieren Sie sie Ihren Lesern in wenigen Sätzen. Behalten Sie hier auch die journalistischen W-Fragen im Hinterkopf.
 
 
Screenshot 8
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/explosion-in-kabul-40-tote-gemeldet-a-1185253.html
 
 
6. Das interessante Detail: Mit einem kleinen, kuriosen Detail den Text zu beginnen und so die Aufmerksamkeit des Lesers zu erreichen, kann sehr effektiv sein. Je interessanter das Detail ist, desto besser lässt sich der Leser anlocken. Untersuchen Sie Ihr Thema ganz genau: Oft bieten kleine, scheinbar unbedeutende Nebenaspekte das Zeug für einen guten Aufhänger.
 
 
Screenshot 9
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/telefonwerbung-beschwerden-nehmen-2017-stark-zu-a-1185249.html
 
 
7. Die Fakten: Auch scheinbar trockene Fakten haben das Zeug zum gelungenen Texteinstieg. Sind Sie während Ihrer Recherche auf Daten gestoßen, die ein Thema perfekt illustrieren? Haben Sie möglicherweise sogar Studienergebnisse vorliegen, die beispielhaft für die Problematik Ihres Textes sind? Informationen und Fakten sind eine dankbare Grundlage für Texteinstiege, da sie dem Leser das Thema beispielhaft näherbringen, ohne abgedroschen zu wirken. Achten Sie unbedingt darauf, möglichst aktuelle Daten zu verwenden, sonst wirkt Ihr Text schnell unseriös.
 
 
Screenshot 10
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-studie-viele-fachkraefte-aus-asyllaendern-15360952.html
 
 
Screenshot 11
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/telekom-beschleunigt-glasfaserausbau-15360211.html
 
 
8. Beispiele: Ein Klassiker unter den Einstiegen ist die Aufzählung einiger Beispiele, die exemplarisch für das Thema des Textes stehen. So können Sie dem Leser die Problematik des Themas knapp und prägnant aufzeigen. Besonders beliebt ist das Aneinanderreihen von drei Beispielen, mehr sind jedoch ebenso möglich.
 
 
Screenshot 12
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verfehlte-reklame-land-der-langschlaefer-1.3804790
 

Fazit: Übung und Inspiration helfen gegen weiße Seiten

 
Texteinstiege können zähe und harte Arbeit sein. Doch wenn Sie einige Routinen entwickeln und sich hin und wieder von Ihren Kollegen inspirieren lassen, sollte der nächste Sprung in den Textfluss keine Herausforderung mehr sein.
 

Wie gehen Sie mit der Herausforderung der ersten Zeilen um? Verraten Sie uns Ihre Tipps und Tricks!


Ähnliche Beiträge


Kommentare

Sarah 30. Januar 2018 - 13:43

"Ihnen fallem beim Schreiben immer ausgerechnet die ersten Zeilen schwer?"

Hier hat sich ein Fehler eingeschlichen! fallen mit n 😉

Liebe Grüsse
Sarah

Antworten

Textbroker-Team 30. Januar 2018 - 17:32

Vielen Dank für den Hinweis. Ist korrigiert 🙂

Viele Grüße aus Mainz
Ihr Textbroker-Team

Antworten

Heidi Jäkel 3. Februar 2018 - 16:29

In der ersten genannten Quelle finde ich im zweiten und dritten Satz schon mehrere Fehler…

Content Marketing ist eine der besonders wichtigen Online Marketing Disziplinen […] –> Hier würde ich mit Bindestrichen arbeiten, zumindest mit einem zwischen "Marketing" und "Disziplinen".

Die traurige Wahrheit: vielen […] –> Folgt nach einem Doppelpunkt ein vollständiger Satz, wird dieser am Anfang groß geschrieben. So habe ich es zumindest gelernt.

[…] gelingt genau das nicht und wenn du ehrlich bist, […] –> Das Kann-Komma vor dem "und" würde ich hier unbedingt setzen, um den Satz besser lesbar zu machen.

Ich will nicht klugscheißen, aber es nervt mich grundsätzlich, wenn jemand seinen Artikel – wie in diesem Fall Björn Tantau – "perfekter Content" nennt und dann solche Böcke schießt.

Antworten

Textbroker-Team 5. Februar 2018 - 9:35

Hallo,

wir geben Ihnen vollkommen Recht: In der Quelle sind Fehler enthalten. Wir halten den Texteinstieg jedoch trotzdem für ein gutes Beispiel, wie man das Interesse des Lesers gewinnen kann.

Viele Grüße aus Mainz
Ihr Textbroker-Team

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Managed-Service

Sie wollen komplette Textprojekte auslagern und hochwertige Qualitätstexte erhalten? Sie interessieren sich für weitere Content-Services wie etwa Suchmaschinenoptimierung nach WDF*IDF oder die Verwaltung Ihres Blogs? Dann lernen Sie unseren Managed-Service kennen und profitieren Sie von unserem Rundum-Sorglos-Paket.

Unverbindliches Angebot anfordern!

Self-Service

Sie benötigen aktuellen Text-Content? Im Self-Service können Sie Ihren Wunschtext schnell und einfach selbst beauftragen – und das zu Top-Konditionen.

Jetzt kostenlos registrieren!

Autoren

Tausende Autoren weltweit verdienen beim Pionier unter den Textbörsen Geld mit ihren Texten. Sie entscheiden selbst, wann und wie viel sie schreiben und können sich ein flexibles Einkommen sichern. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Texte zu Geld machen.

Jetzt kostenlos registrieren!