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Wie Sie Redewendungen und Floskeln gekonnt einsetzen

Richtig eingesetzt können Redewendungen einen eher spröden Text auflockern und das Interesse des Lesers aufrechterhalten. Wie Sie Redensarten richtig dosieren und einbringen, erfahren Sie in unseren Tipps.

Wer kennt das nicht? Mit dieser lieblosen Phrase beginnen noch viel zu viele Texte, obwohl sie unter Schreibern als ewig wiedergekäute Wendung eigentlich als Fauxpas gilt. Es gibt sogar eine Art „virtuellen Pranger“, der diese hilflose Einstiegsfloskel sammelt. Selbst die großen Zeitungen liefern dafür leider genügend negative Beispiele: http://werkenntdasnicht.tumblr.com/.

Dabei gilt es in professionellen Redaktionen als verpönt, das Handtuch zu werfen, ins Fettnäpfchen zu treten, aus allen Wolken zu fallen oder ins Wespennest zu stechen und noch vieles mehr.

Gerade bei Texten, die fürs Web gedacht sind, sind Floskeln eher ärgerlich. Denn sie widersprechen der goldenen SEO-Regel, dass jeder Text einzigartig sein muss (Stichwort Unique Content) und sich Textschnipsel keinesfalls wiederholen dürfen. Suchmaschinenoptimierte Texte sollten sich nicht – auch nicht in Teilen – irgendwo anders im Netz finden lassen. Andernfalls droht eine Abstrafung durch die Algorithmen der Suchmaschinen.

Zusammen mit Zitaten und Eigennamen bilden Redewendungen da eine absolute Ausnahme. Richtig eingesetzt können sie einen eher spröden Text auflockern und das Interesse des Lesers aufrechterhalten. Wie Sie Redensarten richtig dosieren und einbringen, erfahren Sie in unseren Tipps.

Tipp 1: Aus Alt mach Neu

Feste Redewendungen bieten einiges an Potenzial. Ihre einfache und schnelle Verständlichkeit ist Energie, die Sie leicht für Ihren Text nutzen können. Damit die Wendungen jedoch ihre Wirkung entfalten, müssen Sie sie so verändern, dass Ihre Leser die Wendung zwar direkt verstehen, sich jedoch nicht aufgrund ihrer Abgedroschenheit gelangweilt abwenden.

„Wir setzen alle Hebel in Bewegung“ etwa setzt beim Leser eher wenig in Bewegung. Schreiben Sie stattdessen vielleicht „Wir haben einige Hebel, die wir gerne für Sie in Bewegung setzen“. Das klingt gleich ganz anders und im besten Fall ist Ihr Adressat interessiert, welche Hebel das denn sein könnten. Passen Sie jedoch auf, dass Sie nicht den Sinn der Redewendung verändern. Ob eine leicht abgewandelte Redewendung noch „funktioniert“, lässt sich am besten durch einen Testleser herausfinden.

Tipp 2: Beschreiben Sie's konkret

Statt etwa auf die Phrase der leuchtenden Kinderaugen zurückzugreifen, bedienen Sie sich ein wenig des Storytellings: Beschreiben Sie, falls es sich für Ihren Text anbietet, konkret, was Sie ausdrücken wollen. Im Beispiel der leuchtenden Kinderaugen etwa, wie sich das Kind freut: „Die Augen des kleinen Kindes werden groß. Sein Mund formt sich zu einem breiten Grinsen. Es jauchzt hell auf und fällt vor Freude seiner Tante um den Hals.“ Natürlich sollte die Textart für einen solchen Einschub geeignet sein.

Tipp 3: Halten Sie die Balance

Setzen Sie Redewendungen sparsam und bewusst ein. Übertreiben Sie es nicht. Heben Sie testweise die Wendungen in Ihrem Text farblich hervor. So behalten Sie den Überblick, wie häufig Sie tatsächlich darauf zurückgreifen. Generell gilt auch: Je häufiger eine Phrase auftaucht, desto eher ist der Leser von ihr gelangweilt. Die aktuell häufigsten Floskeln und Phrasen im Netz finden Sie auf dieser Seite: https://floskelwolke.de/.

Welches Maß das richtige ist, hängt natürlich auch von der Zielgruppe und dem Thema Ihres Textes ab: Ein medizinischer Ratgeberartikel verträgt sicherlich weniger Redewendungen als etwa ein locker geschriebener Blogbeitrag.

Tipp 4: Schreiben Sie's richtig

Schauen Sie im Zweifel lieber einmal zu viel nach, wie die Phrase korrekt lautet. Sätze wie „Da ist schon lange der Schwamm drüber gewachsen!“, „Das sind spanische Dörfer für mich.“ oder „Seine Flinte vor die Säue werfen.“ rufen natürlich ein Schmunzeln hervor, zeugen aber gleichzeitig von Unkenntnis und fehlender Recherche.

Tipp 5: Vermeiden Sie vorbelastete Phrasen

Wenn Sie eine Redewendung sowieso schon nachschlagen (siehe Tipp 4), dann vergewissern Sie sich doch auch gleich deren politischen Korrektheit und meiden Sie besser vorbelastete Wendungen wie etwa Jedem das Seine. Stellen Sie sicher, dass Sie mit einer Redewendung keinem Ihrer Leser zu nahe treten.

Tipp 6: Sprechen Sie in Bildern – nicht in Rätseln

Behalten Sie im Hinterkopf, dass Redewendungen auch wörtlich verstanden werden können und dann leicht ihren Sinn verfehlen. „Auch Eisberge kochen nur mit Wasser“ oder „Meilensteile, die ihr Ziel erreichen“ ergeben wenig Sinn. Stellen Sie sicher, dass die Bilder, die Sie beim Leser mit solchen Metaphern erzeugen, stimmig bleiben und funktionieren.

Festzuhalten bleibt, dass die wohldosierte Verwendung von Redensarten sich positiv auf einen Text auswirken kann. Richtig eingesetzt sind sie ein vielseitiges Gestaltungsmittel, um ansprechende, unterhaltsame und verständliche Texte zu schreiben.

Wir hoffen, dass Ihnen unsere Tipps weiterhelfen und verabschieden uns mit einer altbekannten Floskel – schreiben Sie's gut!


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