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Best Practice der Performance-Überprüfung – Deutsch trifft Englisch

Anglizismen begegnen uns vor allem in deutschen Webtexten überall. Doch wie schreibt man englische Wörter im Deutschen richtig?

Stift schreibt success

Liebe Textbroker-Autoren,

um englische Begriffe kommt kein Texter mehr herum – sie begegnen uns überall, in jeder Quelle, jeder Textart und in allen Themengebieten. Egal, ob wir mit ihnen hip sein oder als Experte wahrgenommen werden möchten – diese verlockend griffigen und wunderbar lässigen Übernahmen aus einer anderen Sprache können uns schnell an das Ende unseres Rechtschreibwissens bringen. Deshalb soll es einmal nicht darum gehen, ob wir englische Wörter im Deutschen verwenden sollten (zum Beispiel hier oder hier wird übers „Denglisch“ diskutiert), sondern ganz praktisch darum, wie wir sie richtig in unsere Texte einfügen.

Sprachwissenschaftlich spricht man von einer Integration in die deutsche Sprache, die bei englischen Begriffen zum Beispiel die Bildung des Plurals und die Getrennt- und Zusammenschreibung betrifft. Welche Regeln es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Artikel – eines sei aber vorweggesagt: In deutschen Texten liegen Sie mit einem Blick auf die deutschen Rechtschreibregeln fast immer richtig.

Integration wird großgeschrieben

Die deutsche Sprache ist, ganz entgegen der oft beschworenen Sprachverfallszenarien, sehr gesund. Sie gliedert Fremdwörter, vor allem solche, die häufig benutzt werden, weitgehend in ihr Sprachsystem ein – bis wir am Ende nicht mehr merken, dass ein Wort aus einer anderen Sprache stammt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Wort Keks, von englisch cakes. Hier werden wohl die meisten von uns gar nichts Fremdes bemerken, da es so gut in die deutsche Schreibung integriert ist.

Je länger ein Wort schon in der neuen Sprache bekannt ist und je öfter wir es nutzen, desto mehr „verhält“ es sich wie ein deutsches Wort und ist in Schreibung, Aussprache und Grammatik angepasst. Sehen wir ein Wort oder eine Wortgruppe hingegen als Zitat an, dann können wir es ungeachtet jeglicher deutscher Regeln einfach übernehmen. Allerdings sollte dies am besten durch Anführungszeichen gekennzeichnet sein, was bei gängigen Wörtern nicht üblich ist.

Die deutschen Regeln gelten natürlich auch bei der Groß- und Kleinschreibung: Im Deutschen werden Substantive großgeschrieben, egal aus welcher Sprache sie ursprünglich stammen: Shooting, Star, Show, Freestyle, Marketing. Großschreibung gilt ebenso für Substantive, bei denen der erste Teil aus einem Adjektiv besteht, sie aber als Ganzes eine Einheit bilden, wie etwa Happy Hour, Private Banking, ähnlich wie Rote Karte oder Erste Hilfe.

Besteht der zweite Bestandteil aus einer anderen Wortart, so wird nur der Wortanfang großgeschrieben: Black-out, Count-down, Kick-off, Know-how. Dass diese Verbindungen auch zusammengeschrieben werden dürfen (Blackout, Kickoff, Countdown), führt uns zu einem weiteren wichtigen Stolperstein bei der Schreibung von englischen Wörtern im deutschen Text.

Zusammen, getrennt – oder doch mit Bindestrich?

Wann schreibt man zusammen oder verbindet mindestens mit einem Bindestrich? Dazu gilt die einfache Regel: Zusammengesetzte Substantive werden meist zusammengeschrieben. Bestehen alle Bestandteile aus Substantiven, dann kann zur besseren Lesbarkeit auch ein Bindestrich gesetzt werden: Contentmarketing oder Content-Marketing, Assessmentcenter oder Assessment-Center, Serviceprovider oder Service-Provider.

Wenn der erste Bestandteil ein Adjektiv ist, dann ist auch die Zusammenschreibung erlaubt, aber – Achtung! – nur wenn die Betonung auf diesem liegt (Hotspot oder Hot Spot, Longdrink oder Long Drink). Ansonsten gilt mit Bezug auf das Englische die Getrenntschreibung: Open Source, Social Media, Top Ten, Small Talk und Unique Content. Um den Wortakzent festzustellen, hilft es, die Wörter laut auszusprechen. Oder Sie schreiben die Kombination von Adjektiv und Substantiv einfach durchgehend getrennt. Damit liegen Sie hier immer richtig.

Immer gekoppelt, also mit Bindestrichen verbunden, werden allerdings Aneinanderreihungen und Zusammensetzungen mit Wortgruppen, wie etwa Best-Practice-Analyse, Kick-off-Programm, oder Drop-down-Menü und Do-it-yourself-Tipps.

Bei Zusammensetzungen mit einzelnen Buchstaben ist ein Bindestrich Pflicht: E-Mail bleibt also die einzig richtige Schreibweise für die elektronische Post. Email oder Emaille bezeichnet ein Material zum Überziehen von Metall oder Glas und hat nichts mit einem Postfach zu tun.

Ein Anglizismus kommt selten allein

In der Einzahl sollten Sie jetzt gut gerüstet sein, aus dem Englischen stammende Begriffe korrekt in Ihre Texte einzubauen. Doch wie sieht es mit dem Plural aus? Was ist richtig, wenn man von mehr als einem Baby, einer Party oder einer City schreiben möchte? Auch hier hilft wieder ein Blick auf die deutsche Rechtschreibung. Hier haben alle einen Vorteil, die des Englischen nicht mächtig sind, denn: Die englische Pluralbildung (Babies, Parties, Cities) ist nur in englischen Texten korrekt. Da es jedoch um auf Deutsch verfasste Texte geht, gelten auch die (in der Regel komplexeren) deutschen Regeln. Babys, Partys oder Citys ist hier die richtige Schreibung.

In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser, wünschen wir Ihnen viele unvergessliche Storys – wir hoffen, dass auch ein paar Kleinigkeiten aus diesem Tutorial unvergessen bleiben!

Schreiben Sie’s gut

Ihr Textbroker-Team


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Kommentare

NeelieX 16. August 2017 - 14:30

Sehr hilfreich, vielen Dank.

Antworten

Andrea 17. August 2017 - 8:02

Guter Artikel! Meines Erachtens, liegt aber bei "Small Talk" die Betonung auf dem "Small" und es sollte demnach in die Liste der Wörter, die auch zusammengeschrieben werden können.

Antworten

Edgar Wetzig 17. August 2017 - 8:59

Das haben Sie gut erklärt, vielen Dank. Nun gibt es auch viele moderne Anwendungen von deutsch-englischen Wortkombinationen wie z.B. der "Login-Bereich" oder "Beauty-Utensilien". Da verwende ich grundsätzlich immer den Bindestrich, um Worte aus ursprünglich unterschiedlichen Sprachen nicht zu einem unansehnlichen Brei zu vermixen. Wie ist Ihre Einstellung dazu?

Antworten

Lydia Teichmann 23. August 2017 - 11:44

Lieber Herr Wetzig,

vielen Dank für Ihr Lob und die Anmerkung. Bei den Zusammensetzungen aus Fremdwörtern und Nicht-Fremdwörtern gelten die allgemeinen Regeln, es ist also beides möglich und richtig, bei Ihren Beispielen also sowohl Loginbereich und Beautyutensilien wie auch Login-Bereich und Beauty-Utensilien. Gerade im zweiten Fall würden wir auch die Bindestrichvariante empfehlen, da wir sie übersichtlicher finden. Hier liegt es jedoch ganz im Ermessen des Schreibers, welche Variante gewählt wird. Gut wäre dabei allerdings, egal wie Sie sich entscheiden, innerhalb eines Textes einheitlich bei einer Schreibweise zu bleiben.

Schreiben Sie’s weiterhin gut!
Ihr Textbroker-Team

Antworten

DieKummer 17. August 2017 - 10:21

Danke, endlich wurde das mal erwähnt! Interessant wäre auch zu wissen, wie die korrekte Schreibe bei denglischen Verben gehandhabt wird. Was wird aus Wörtern wie "canceled" oder "outsourced", wenn wir sie eindeutschen? "gecanceled/gecancelt"? "outgesourced/geoutsourct?" Oder wie jetzt? Vielen Dank!

Antworten

Textbroker-Team 17. August 2017 - 10:52

Hallo,

vielen Dank für euer Feedback. Anglizismen sind tatsächlich immer eine Herausforderung. Meist, vor allem wenn sie „eingedeutscht“ sind, werden auch englische Verben wie deutsche Verben behandelt.
Dann wird aus „canceln” gecancelt und aus „outsourcen” outgesourct. Wir haben in einer älteren Academy schon einmal darüber berichtet: https://www.textbroker.de/ohoh-die-angeln-kommen
Prinzipiell gilt: Viele dieser Verben, gerade aus der Wirtschaftssprache, stehen im Duden. Im Zweifelsfall hilft ein kurzes Nachschlagen :).

Viele Grüße,
das Textbroker-Team

Antworten

Andreas Urban 28. April 2018 - 22:05

Was passiert, wenn die englischen Begriffe nicht im (deutschsprachigen) Fließtext, sondern in einer Headline auftauchen – und dort auch noch die einzigen Begriffe sind?

Zum Beispiel: „Summer-Dresses“.
Müsste dann nicht die englische Schreibweise greifen, also „Summer Dresses“, was ja im Deutschen nicht geht.

Gilt die deutsche Schreibung, weil es sich um ein deutsches Sprachumfeld handelt, oder die englische, weil die Headline nur in Englisch gehalten ist?

Antworten

Textbroker-Redaktion 30. April 2018 - 10:33

Hallo Andreas,
in diesem Fall ergibt die englische Schreibweise „Summer Dresses“ Sinn. Schließlich soll der Begriff ja auch losgelöst vom Fließtext und zudem nicht als Wortkombination in der Überschrift platziert werden, sodass hier die Zugehörigkeit deutlich ist: Das „Summer“ bezieht sich auf das „Dress“ und beschreibt dieses (wie ein Adjektiv) genauer. Auch im Fall einer Adjektiv-Substantiv-Kombination wäre eine Getrenntschreibung möglich (Beispiel: Black Box). Wir hoffen, dir damit weiterzuhelfen.
Viele Grüße aus Mainz, dein Textbroker-Team

Antworten

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