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Wahnsinns-Wirbel um ChatGPT: Was heißt das jetzt für die Content-Branche?

Ein virales Harry-Potter-Videospiel, das Drehbuch für eine Folge der Lieblings-Netflix-Serie oder die kinderleichte Erklärung der Relativitätstheorie: Die Anwendungsmöglichkeiten von ChatGPT sind beeindruckend. Der auf künstlicher Intelligenz basierende Chatbot von OpenAI hat seit seinem Launch Begeisterungsstürme ausgelöst und ganze Branchen vor Angst erzittern lassen. Zuletzt schrillten sogar bei Google die Alarmglocken und CEO Sundar Pichai stufte ChatGPT als existenzielle Bedrohung ein. Was steckt hinter dem Hype, ist die Bedrohung real und was bedeutet das nun für Content-Anbieter, Autoren und Auftraggeber?

Was ist ChatGPT?

ChatGPT ist ein dialogbasiertes Chatbot-System der KI-Schmiede OpenAI. Das dahinterstehende Unternehmen mit Sitz in San Francisco wurde von Elon Musk mitgegründet und wird inzwischen maßgeblich von Microsoft finanziert. OpenAI-CEO Sam Altman prognostiziert für dieses Jahrzehnt eine Revolution der künstlichen Intelligenz.

Der von OpenAI entwickelte Chatbot ChatGPT funktioniert auf der Grundlage von GPT („Generative Pre-Trained Transformer“), einem auf künstlicher Intelligenz beruhenden Sprachmodell. Um die Muster und Strukturen menschlicher Sprache zu erlernen, wurde GPT auf Basis riesiger Mengen von Textdaten trainiert, darunter zum Beispiel Wikipedia-Artikel. Die Ergebnisse des auf der Deep-Learning-Technologie basierenden Modells sind erstaunlich: GPT-3 ist in der Lage, eine Vielzahl von Texten zu generieren, Programmcode zu erstellen und Antworten auf fast jede erdenkliche Frage zu liefern, die oft bemerkenswert menschlich klingen.

Besorgnis durch den Bot

Anders als die Google-Schlagwortsuche liefert das kostenlos verfügbare Kommunikationsprogramm ChatGPT keine Ergebnisliste mit Websites, sondern eine einzige präzise Aussage für jede Frage – und das in gewünschter Länge und auf Wunsch auch in einer anderen Sprache. Kein Wunder, dass der Suchmaschinenriese Google, der seit Langem keine wesentliche Konkurrenz kennt, ChatGPT mehr als ernst nimmt. So soll Google kürzlich eigene Teams auf die rasante Entwicklung von KI-Lösungen und Antworten auf den mächtigen Chatbot angesetzt haben.

Neben der Suchmaschinenbranche löst ChatGPT auch in anderen Bereichen große Besorgnis aus. So fürchten Schulen und Universitäten massiven Missbrauch der KI etwa bei Hausarbeiten, und nicht wenige Programmierer sowie Autoren bangen um ihre Jobs. Als Content-Anbieter haben wir uns angeschaut, was ChatGPT aktuell für unsere Autoren und Kunden heißt und welche Bedeutung die KI gerade für das Content-Marketing hat.

Schon lange beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen von künstlicher Intelligenz im Bereich Content. Doch klar ist, dass ChatGPT ein weiterer Meilenstein in diesem Bereich ist, der alles Bisherige in den Schatten stellt. Ein Grund, das Tool genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Das System kann gelegentlich falsche oder irreführende Informationen generieren und beleidigende oder parteiische Inhalte produzieren. Es ist nicht dazu gedacht, Ratschläge zu erteilen.“ Dieser Sicherheitshinweis stammt von niemand Geringerem als vom Unternehmen OpenAI selbst und erwartet jeden neuen User, der sich bei ChatGPT anmeldet.

Der Chatbot entschuldigt sich

Falsche Informationen, was heißt das konkret? Fakt ist: ChatGPT hält sich oft, aber nicht immer an die Fakten. Bevor der Chatbot eine Wissenslücke preisgibt, erfindet er lieber eine überzeugend klingende Antwort. Für ein Projekt habe ich ihn zum Beispiel nach Quellen für Studien im Bereich „Healthcare Content-Marketing“ gefragt. Neben zwei tatsächlich existenten Quellen nennt er mir eine weitere Studie, die zwar plausibel klingt, die es aber nicht gibt. Als ich ChatGPT darauf hinweise, dass diese Quelle offenbar nicht existiert, erhalte ich folgende Antwort:

„Ich entschuldige mich für das Missverständnis. Der von mir genannte Leitfaden ‚Content Marketing in Healthcare: Strategies and Tatics‘ von Merkle ist leider nicht verfügbar. Es kann sein, dass ich mich in der Bezeichnung des Leitfadens geirrt habe.“

ChatGPT Content macht Faktencheck nötig

Wenn es um Fakten geht, ist also Vorsicht geboten. Diese Beobachtung teilt auch Franziska Hafner, Assistant Head of Community & Quality Management bei Textbroker: „Die KI gibt immer wieder falsche Fakten an und spielt Quellen und Links aus, die nicht existieren. Dabei erfindet ChatGPT zum Teil völlig frei Quellen, die es nie gegeben hat.“ Inhalte, die von ChatGPT stammen, sollten also immer einem gründlichen Faktencheck unterzogen werden. Denn wer in seinen Texten Falschaussagen trifft, verspielt Vertrauen.

KI-Inhalte bedienen gängige Vorurteile

Neben der Möglichkeit von Falschinformationen warnt OpenAI ebenfalls vor beleidigenden oder parteiischen Inhalten. Hierin liegt ein weiterer Fallstrick des künstlichen Superhirns: KI-Texte können Vorurteile verstärken. In einem Beispiel des YouTube-Kanals Tech Slice sollte ChatGPT einen Lebenslauf für eine Bewerbung als Reinigungskraft verfassen. Das Programm nahm daraufhin automatisch an, dass es sich bei dem Bewerber um eine weibliche Person handeln müsse und wählte mit „Maria Rodriguez“ einen spanisch klingenden Namen für die Person.

Als bekannt wurde, dass ChatGPT teilweise diskriminierende Antworten ausspuckte, hat OpenAI bereits nachjustiert. Da die Maschine aber nur so gut sein kann wie ihr Training, ist im Hinblick auf politische Korrektheit ebenfalls Vorsicht geboten.

ChatGPT Content ist veraltet

Neben teilweise erfundenen Fakten und vorurteilsbehafteten Aussagen ist das Thema Aktualität derzeit noch ein Problem des Chatbots. So beschränkt sich der Wissensstand von ChatGPT auf den Zeitraum inklusive September 2021, sodass sich der Bot nicht auf aktuelle Ereignisse beziehen kann. Dies dürfte mit entsprechendem Training aber nur eine Frage der Zeit sein.

Wie ist die Textqualität von ChatGPT und lassen sich KI-Texte überhaupt von denen menschlicher Autoren unterscheiden?


Hinweis: Die Bilder für diesen Text wurden mit dem KI-Bild-Tool Dall-E erstellt.

In Sekundenschnelle spuckt der Bot auf Wunsch eine Vielzahl von Textarten zu allen möglichen Themen aus, darunter Gedichte, Geschichten und Nachrichten. Keine Frage, die Leistungen des Programms im Bereich Text sind beachtlich. Doch KI-Texte haben derzeit noch klare Grenzen.

ChatGPT „schreibt“ teilweise oberflächlich und wiederholend

Was auffällt ist etwa, dass es den Texten nicht selten an Mehrwert fehlt. Wenn es zum Beispiel um die Beschreibung von Orten geht, sind die ChatGPT-Texte häufig wenig spezifisch und wirken austauschbar. So „schreibt“ ChatGPT etwa über die irische Kleinstadt Clonmel „Es gibt so viele Dinge, die Clonmel zu einem besonderen Ort machen. […] Wenn du die Chance hast, Clonmel zu besuchen, solltest du diese auf keinen Fall verpassen. Du wirst es nicht bereuen, diesen wunderschönen und emotionalen Ort kennengelernt zu haben.“

Ok, das ist jetzt nicht total falsch, trifft aber auf ziemlich viele Orte der Welt zu und wirkt schon etwas oberflächlich. Wirklich konkret und präzise ist der Text nicht.

Weiterhin fällt bei den KI-Texten auf, dass sich diese bei Satzstruktur und Satzanfängen oftmals stark ähneln und wiederholen. Dies ist ein mögliches stilistisches Problem.

Schreiben ist eine Kunst, KI weniger kreativ als ein Mensch

Eine weitere Schwachstelle von ChatGPT-Texten offenbart der Chatbot auf Nachfrage selbst: „Es ist zu beachten, dass das GPT-Modell keine kreative Intelligenz besitzt und nicht in der Lage ist, die Nuancen und subtilen Unterschiede der menschlichen Sprache zu verstehen.“

Weiterhin: „Es ist auch zu berücksichtigen, dass Schreiben mehr ist als nur das Setzen von Worten auf eine Seite; es ist eine Kunst, die Geschick, Übung und Verständnis von Sprache und Struktur erfordert. AI-Sprachmodelle besitzen derzeit nicht die Fähigkeit, diese Eigenschaften vollständig zu replizieren.“

Nach eigenen Angaben fehlt dem Chatbot also das kreative Denken, das für die Arbeit eines guten Autors essenziell ist. Diese Beobachtung untermauert ein weiteres Fallbeispiel, über das der Business Insider berichtete. So ließ die Autorin zwei Bewerbungsanschreiben von ChatGPT verfassen und diese anschließend von Personalern bewerten. Deren Fazit: Gar nicht so schlecht, allerdings fehle es den Texten auffällig an Kreativität und Persönlichkeit.

Maßnahmen zum Erkennen von ChatGPT Content

Obwohl ChatGPT nicht über die Kreativität und das Sprachgefühl eines guten Autors verfügt, lassen sich die Chatbot-Texte nicht immer auf den ersten Blick von menschlichen Texten differenzieren.

So verfügt Google zwar über technische Möglichkeiten, AI-Content zu erkennen, und setzt dabei selbst künstliche Intelligenz wie Natural Language Processing ein. Mit ChatGPT wird das Erkennen von maschinengenerierten Inhalten aber auch für Google schwieriger, was der Schritt, als Antwort auf ChatGPT einen „Code Red“ auszurufen, zeigt. Damit sollen zeitnah effektive Maßnahmen ergriffen werden, um der KI zu begegnen. Kürzlich wurden zudem Pläne seitens OpenAI bekannt, eine neue Funktion einzuführen, die Google noch besser beim Erkennen von KI-Content helfen soll. Dazu sollen ChatGPT-Texte mit Wasserzeichen in Form von geheimen Codes versehen werden.

Auch andere Unternehmen der Online-Branche ergreifen Maßnahmen, um ChatGPT-Texte noch besser von menschlichen Artikeln zu unterscheiden. So etwa Textbroker-Geschäftsführer El-Hadi Zahri: „Wir schützen unsere Kunden vor Missbrauch durch die KI. Um eine noch bessere Unterscheidung zu KI-Texten zu gewährleisten, haben wir als Reaktion auf ChatGPT eine Reihe effektiver Maßnahmen ergriffen. Unter anderem haben wir die Anforderungen an die Anmeldetexte unserer Autoren verändert und unser Qualitätsteam zur Bewertung von Texten stärker ausgebaut.“

Ist ChatGPT denn jetzt eine Chance oder Bedrohung für Autoren?

Lassen wir dazu doch ChatGPT selbst zu Wort kommen: „GPT ist keine Bedrohung für menschliche Autoren. […] GPT und andere AI-Sprachmodelle können nützliche Werkzeuge sein, um Ideen zu generieren und bei bestimmten Aspekten des Schreibprozesses zu helfen, wie zum Beispiel beim Korrekturlesen.“

Im Austausch mit unseren Autoren haben wir ebenfalls festgestellt, dass viele der bei uns tätigen Freelancer die KI als hilfreiches Tool sehen und bereits zur Erleichterung bestimmter Aufgaben einsetzen. Dazu Franziska Hafner vom Community & Quality Management: „Die KI hilft unseren Autoren zum Beispiel bei der Rechtschreibprüfung. Außerdem setzen sie bereits einige Autoren ein, um eine grobe erste Struktur für einen Text zu erstellen – zum Beispiel mit Überschriften, Keywords und inhaltlichen Aspekten, die im Text abgedeckt werden sollten.“

ChatGPT als wertvolles Tool im Content-Marketing

Im Bereich Content-Marketing bietet ChatGPT eine Vielzahl an Einsatzgebieten. Das Programm eignet sich sowohl für Autoren zur effizienten Optimierung ihrer Textarbeit als auch für Kunden, die ihren Content auslagern wollen. Diese können sich beispielsweise vor Beauftragung eines Autors die Keyword-Recherche oder das Finden neuer Content-Ideen vereinfachen und sich so auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Zeit- und Kosteneinsparungen sowie zur Ressourcenoptimierung.

Für einige der folgenden Aufgaben im Bereich Content-Marketing ist ChatGPT ein wertvolles Tool, das Arbeiten im Bereich Content wesentlich erleichtern kann:


  • Recherche (aber Achtung: Faktenprüfung!)

  • Keywordrecherche

  • Wettbewerbsanalyse

  • Themenfindung

  • Überschriften finden

  • Gliederung von Texten erstellen

  • Korrekturlesen

Wie ist allgemein die Wahrnehmung von ChatGPT durch Auftraggeber im Bereich Content? Dazu Textbroker-Geschäftsführer Zahri: „Bei den Textbroker-Kunden ergibt sich ein heterogenes Bild: Da sind zum einen Unternehmen, die von AI-Content nichts wissen wollen und sich auf Textbroker unter anderem im Managed-Service verlassen, um komplexe Briefings in hoher Qualität umgesetzt zu bekommen. Zum anderen gibt es viele Kunden, die AI-Content testen und dabei sehr einheitlich zu dem Schluss kommen, dass man maschinengeschriebenen Content auf jeden Fall editieren lassen muss, um ihn veröffentlichen zu können. Das liegt vor allem an der oft noch mangelhaften Faktenqualität sowie an einer auffälligen Häufung von Füllsätzen, die KI-erstellter Content oftmals aufweist.“

Je nach Textprojekt könne es Sinn machen, KI als unterstützendes Hilfsmittel zu nutzen, so Zahri. Dabei gehe es immer darum, den Kunden im Hinblick auf seine spezifischen Bedürfnisse bestmöglich zu beraten.

2023 wird ein aufregendes Jahr für KI

Die Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz schreitet immer weiter voran und bietet in Zukunft immense Möglichkeiten, etwa in den Bereichen Medizin und Wissenschaft. Die Nutzung von KI wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Bereich Content ausweiten. In den nächsten Monaten wird mit Spannung der Launch des Nachfolger-Sprachmodells GPT-4 erwartet. Im Hinblick darauf bezeichnete Microsoft-CTO Scott Stein 2023 bereits als „das spannendste Jahr, das die KI-Gemeinschaft je erlebt hat.“

Klare Grenzen für KI-generierte Texte

Auch wenn die Textqualität von ChatGPT oftmals gar nicht schlecht erscheint: Verlassen sollte man sich darauf nicht, wenn man sich nicht blamieren will. Denn es gibt derzeit noch eine Reihe von Fallstricken bei KI-Texten.

Dazu ein Fazit von Textbroker-Gründer und CTO Jan Becker-Fochler: „Was GPT im Bereich Text bereits kann, ist wirklich beeindruckend. Dennoch ist das Programm derzeit nicht in der Lage, versierte Autoren, Editoren oder Übersetzer zu ersetzen. Es ist vielmehr ein Hilfsmittel für mehr Effizienz, Inspiration und Textqualität im Zusammenspiel mit dem Menschen.

Wir bei Textbroker ermuntern unsere Kunden, KI für ihre Texterstellung zu testen. Dabei sollten sie aber auf jeden Fall dafür sorgen, das KI-Texte editiert und auf Korrektheit geprüft werden. Die Textbroker-Freelancer-Crowd ist neben dem Schreiben von Texten auch in der Lage, große Textmengen entsprechend der spezifischen Anforderungen unserer Kunden zu überarbeiten.“

So sollten Autoren und Auftraggeber den Chatbot als wertvolles Texttool begrüßen, das Zeit und Kosten spart und ihnen Arbeit abnehmen kann. Schnelligkeit, die Verfügbarkeit unzähliger Informationen sowie vieler verschiedener Sprachen sind echte Trümpfe von ChatGPT. Damit können sich Autoren etwa von zeitfressenden Verwaltungsaufgaben befreien und sich stärker auf ihre kreative Arbeit und ihr menschliches Sprachtalent fokussieren.

Du willst wissen, wie du ChatGPT für dein Content-Marketing einsetzen kannst, um Zeit und Kosten zu sparen?

Gerne beraten wir dich dazu!


Kommentare

elektra 10. Januar 2023 - 11:00

Für die Autoren ist es nicht entscheidend, was ChatGPT alles noch nicht kann: Wichtiger ist die Frage, ob auch der Kunde das so sieht. Gerade Kunden mit großen Websites oder auch SEO-Agenturen mit einer Vielzahl betreuter Projekte ist die menschliche Kreativität möglicherweise gar nicht so wichtig. Denen kommt es eher auf die Zahl der passenden Keywords an und darauf, dass der Text grundsätzlich Sinn ergibt. ChatGPT dürfte es bereits jetzt mühelos schaffen, eine einfache Produktbeschreibung zu erstellen, und zwar Unique Content, wenn zu dem entsprechenden Produkt bereits genügend Quellen im Internet verfügbar sind. Das Redigieren übernehmen dann die monatlich wechselnden Schülerpraktikanten des Unternehmens gegen Taschengeld.

Googles Code Red ist eine echte Hoffnung für die schreibende Zunft. Wirksam sein würde er allerdings nur so lange, wie nicht die Mehrheit der Nutzer ihre Fragen direkt an ChatGPT stellt, ohne Umweg über Google und irgendwelche Websites. Geht die Entwicklung in diese Richtung, dann sterben nicht nur die Schreiber, sondern auch sämtliche Websitebetreiber gleich mit. Der Vorteil wäre: Das Internet käme ab diesem Punkt definitiv ohne menschliche Hilfe zurecht und wir können uns endlich mal wieder dem wahren Leben zuwenden. 😉

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EvaS 10. Januar 2023 - 16:35

Super Artikel, vielen Dank dafür! Wir haben in der Bürogemeinschaft diesmal unser Krippenspiel von ChatGPT schreiben lassen. Fazit: Es war stellenweise so "glatt", dass es zwar sehr gut, aber furchtbar langweilig war (trotz entsprechender Anweisungen). Außerdem waren erstaunlich viele Rechtschreib- und Grammatikfehler drin.
Ich glaube, dass sich unsere Branche (Text und Grafik/Illustration/Design) in den nächsten Monaten grundlegend verändern wird. Vielleicht werden wir simple Produktbeschreibungen und Kategorietexte für große Shops nicht mehr schreiben müssen oder können uns durch die KI zumindest helfen lassen. Das wird im Massenmarkt und im unteren Preissegment bestimmt große Auswirkungen haben, den erfahrenen, kreativen und erfolgreichen Texterinnen und Textern genau wie den individuellen, originellen und erfolgreichen Webseiten aber nur helfen. Ich freu mich drauf! Und wer weiß – am Ende kommt alles vielleicht wieder einmal ganz anders!

Antworten

Sebastian 13. Januar 2023 - 18:13

Als Content-Einkäufer will ich mal ein wenig die Angst vor der "bösen KI" nehmen, so wie es ja auch der Artikel macht.

ChatGPT ist ein Sprachmodell, das sehr weit weg von echter künstlicher Intelligenz ist. Ich werde noch sehr lange Texte einkaufen.

Von unserer Seite sehe ich eher die Gefahr, dass Autoren Texte generieren und versuchen, sie als handgeschrieben abzusetzen. Meist sind die generierten Texte gut erkennbar bzw. so oberflächlich/geschwätzig, dass wir sie ohnehin aussortieren würden. Aber im hektischen Alltagsbetrieb braucht es trotzdem gute automatisierbare Detektoren.

Antworten

Christoph 15. Januar 2023 - 10:40

Welche Maßnahmen bei bestehenden Autoren werden von textbroker getroffen, um die Verwendung von ChatGPT zur Texterstellung zu unterbinden?

Ich als Kunde für Texte, die jetzt nicht unbedingt derartig viel Recherche erfordern, frage mich, ob ich noch weiter Texte hier bestellen soll, wenn ich die doch selbst mittels weniger Klicks selbst erstellen kann. (falls sich das überhaupt noch lohnt: Texte kann sich ja jeder selbst erstellen)

Antworten

isabelkiely 20. Januar 2023 - 12:40

Hi Christoph,

danke für deine Fragen.
Wir vertreten aktuell die Position, dass unlektorierte KI-Texte mit hoher Wahrscheinlichkeit kein zufriedenstellendes Ergebnis für den Kunden liefern.
Unserer Erfahrung nach weisen KI-erstellte Texte eine Reihe von Schwächen auf. Daher benötigen sie unbedingt die Überarbeitung durch menschliche Content-Experten, z. B. im Hinblick auf Faktenkorrektheit, Orthographie, Grammatik und Stil, Inhalt (u.a. auch Einhaltung der Briefingvorgaben) sowie Mehrwert für den Leser.
Daher weisen wir unsere Autoren grundsätzlich an, keine unlektorierten KI-Texte einzureichen. Reicht ein Autor nachweislich einen uneditierten KI-Text ein, der nicht den Briefinganforderungen entspricht, muss er mit der Kündigung des Autoren-Accounts sowie einer sofortigen Zugangssperre zu Aufträgen rechnen.
Neben performance-getriebenen Analysen legt Textbroker weiterhin den Fokus auf die Textqualität, d. h. wir setzen bei der Textprüfung auf ein Zusammenspiel von Technologie und Menschen.
Schon immer verifiziert Textbroker in regelmäßigen Abständen die Qualität der Autorenleistungen anhand eines speziell entwickelten Algorithmus. Unsere Community & Quality-Abteilung wird aufgrund des aktuellen KI-Trends weiter ausgebaut, damit eine noch engmaschigere Überprüfung möglich ist und qualitativ minderwertige Texte noch schneller und zuverlässiger identifiziert werden können.

Viele Grüße aus Mainz

Antworten

Synercon 16. Januar 2023 - 19:59

Der Autor übersieht den wesentlichsten Aspekt. ChatGPT ist jetzt (!!) noch nicht so eine "Gefahr" für die unterschiedlichsten Branchen aufgrund seiner Mängel in vielen Bereichen. Dennoch ist ChatGPT bereits schon sehr beeindruckend, obwohl ChtGPT ja noch ganz am Anfang steht. Das bleibt ja nicht stehen. Wartet nur mal ab was ChatGPT und seine Kollegen in fünf oder gar 10 Jahren alles können. Das entwickelt sich ja alles rasant und exponentiell weiter!

Antworten

Peter K. 24. Januar 2023 - 14:52

Danke für den sehr informativen Text.

KI wird sicher dafür sorgen, dass zukünftig deutlich weniger Autoren zur Erstellung von Texten benötigt werden.

Eine Bitte noch: Der eigentliche Blog-Text ist so blass formatiert, dass es wirklich anstrengend ist, ihn zu lesen. Ein bisschen mehr Kontrast zum Hintergrund wäre hilfreich.

Antworten

Textbroker-Redaktion 25. Januar 2023 - 13:32

Hallo Peter,

danke für dein Feedback.
Deine Bedenken, was die Zukunft von Autoren anbelangt, teilen wir allerdings nicht. KI-Texte weisen aktuell noch eine Vielzahl von Problemen auf und bieten oftmals nicht den vom Kunden gewünschten Mehrwert. Besonders gravierend sind hier Dinge wie falsche Fakten oder fehlende Quellenangaben. Doch auch stilistisch gesehen haben reine KI-Texte eine Reihe von Schwächen. Deswegen vertreten wir aktuell die Auffassung, dass die Texterstellung für wirklich qualitativ hochwertige Inhalte immer durch einen Menschen erfolgen sollte. Wir sehen aber auch Chancen durch KI, um die Textqualität weiter zu optimieren. So ermutigen wir unsere Autoren, wenn der Kunde es nicht anders fordert, die KI als untergeordnetes Hilfsmittel etwa für folgende Aufgaben einzusetzen: Ideenfindung, Grundlagenrecherche, Textstrukturentwürfe oder Keywordrecherche.

So gewinnt der Autor mehr Zeit, z. B. für das kreative Schreiben oder den Feinschliff des Textes. In unseren Augen funktioniert ein erfolgreicher Schreibprozess auch künftig nicht ohne menschliche Expertise – vor allem auch vor dem Hintergrund, dass der Content von Menschen gelesen wird.

Viele Grüße vom Textbroker-Team

Antworten

Michael Remmert 24. Januar 2023 - 16:04

Dieser Text hier ist zwar wichtig und ich habe ihn tatsächlich von Anfang bis Ende gelesen, aber er ist einfach viel zu lang. Zahlreiche Wiederholungen. Ich bekomme am Tag zwischen 250 und 500 emails, vielfach sind in den emails nochmal mindestens zehn links. Ich muß, wie viele andere auch, Massen und Massen an Text lesen und irgendwie auch noch geistig verarbeiten. Bitte, bitte, bitte: Kürzer!! Diesen Text hätte man auf die Hälfte verkürzen können und der Informationsgehalt wäre identisch gewesen.

Antworten

Bruno 26. Januar 2023 - 3:24

So seh ich das auch !

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