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Hummingbird: Was tun, wenn der Kolibri Wind macht?

Matt Cutts, Google’s Webspam-Chef hatte es ja bereits angekündigt: Es werden ereignisreiche Monate“. Jetzt hat Google eines der weitreichendsten Updates seit Jahren ausgerollt. Mit dem Hummingbird hat der Suchmaschinengigant seinen Such-Algorithmus quasi rundumerneuert und seiner Suche einige wichtige Zusatzfeatures verpasst.

Bei einem derart großen Update ist die Verunsicherung groß: Wen betrifft der Kolibri? Was bewirkt er? Und wie sollte man darauf reagieren? Handelt es sich um einen Paradigmenwechsel in der Google-Suche? Oder ist alles nur halb so tragisch? Die Konsequenzen sind noch nicht genau absehbar. Viele Fragen sind noch offen, einige lassen sich aber bereits beantworten.

Matt Cutts, Google’s Webspam-Chef hatte es ja bereits angekündigt:Es werden ereignisreiche Monate. Jetzt hat Google eines der weitreichendsten Updates seit Jahren ausgerollt. Mit dem Hummingbird hat der Suchmaschinengigant seinen Such-Algorithmus quasi rundumerneuert und seiner Suche einige wichtige Zusatzfeatures verpasst.

Bei einem derart großen Update ist die Verunsicherung groß: Wen betrifft der Kolibri? Was bewirkt er? Und wie sollte man darauf reagieren? Handelt es sich um einen Paradigmenwechsel in der Google-Suche? Oder ist alles nur halb so tragisch? Die Konsequenzen sind noch nicht genau absehbar. Viele Fragen sind noch offen, einige lassen sich aber bereits beantworten.

Googles Ziele: Semantisch und mobil

Das neue Update von Google besteht im Wesentlichen aus zwei Kernpunkten: Zum einen geht es um die Veränderung in Richtung semantischer Suche, zum anderen um die Erweiterung von Googles Knowledge Graph.

Ein großer Plan von Google ist die Optimierung der Conversational Search“. Per Sprachsuche soll der User sich mit Google (über sein Mobilgerät) unterhalten. Dazu haben die Mountain Viewer mit dem neuen Update ihre semantische Suche verfeinert: Der neue Algorithmus erkennt einzelne Wörter und deren semantisch-logische Zusammenhänge wesentlich besser als zuvor. Um die wahre Intension eines Nutzers hinter einer Suchanfrage zu verstehen, werden neben einzelnen Keywords auch Wörter wie „warum“ oder „wo“ berücksichtigt. Damit versteht Google selbst komplexe Suchanfragen (noch) besser.

Zudem wird es laut Google möglich, verschiedene (An-)Fragen aufeinander zu beziehen. Fragt man bei der Sprachsuche sein Smartphone etwa zunächst nach der Höhe des Eiffelturms, ist eine Erwähnung des Schlüsselworts „Eiffelturm“ bei darauffolgenden Anfragen nicht mehr notwendig. Beispiel:

User: Wie hoch ist der Eiffelturm?

Google: Der Eiffelturm ist 324 Meter hoch.

User: Wo steht er?

Google: Er steht in Paris, Frankreich.

Die Kommunikation zwischen User und Suchmaschine wird durch die semantische Suche einfacher, intuitiver und erlaubt komplexere Anfragen. Auf diese Weise will das Unternehmen auch seine Suche im Mobilbereich fit für die Zukunft machen.

Eine neue Sicht auf die Suchergebnisse

Die Algorithmusänderung spiegelt sich vor allem in Googles Knowledge Graph wider, der jetzt wesentlich mehr Informationen anzeigt als zuvor. Er kombiniert strukturierte Daten verschiedener Websites und bereitet sie auf einen Blick aggregiert auf. Je nach Suchanfrage wird der Knowledge Graph auf dem Desktop entweder neben den Suchergebnissen oder oberhalb der ersten organischen Suchtreffer ausgespielt.

Bei der Suche nach einem bestimmten Maler präsentiert der Graph beispielsweise nicht nur Eckdaten zu seiner Biografie, sondern viele weitere Komponenten wie etwa seine Bilder in chronologischer Reihenfolge.

Darüber hinaus werden Vergleichsanfragen vereinfacht: Will man beispielsweise die Eigenschaften von Planeten oder Nährwerte von Lebensmitteln vergleichen, spielt Google in der englischsprachigen Suche bereits die wichtigsten Daten und Fakten aus – übersichtlich visualisiert und auf einen Blick erfassbar.

All das funktioniert ohne ein einziges Suchergebnis anzuklicken. Der Knowledge Graph präsentiert die gesuchten Begriffe direkt in den SERPs (den Search Engine Result Pages). Der Graph ist somit ein perfektes Instrument für die semantische Suche und eine „Konversation“ zwischen User und Google.

Gefahr des Traffic-Verlusts

Auch wenn Google betont, dass durch den neuen Algorithmus keine Abstrafungen von Websites wie nach den Penguin- und Panda-Updates zu erwarten sind, bergen die neuen Funktionen durchaus Gefahren für Website-Betreiber. „Google nutzt den Suchtraffic selbst und hält die User auf der eigenen Seite. Das hat zur Folge, dass viele Webseiten weniger organischen Traffic geliefert bekommen“, beschreibt diese Nicolas Sacotte, Gründer und Geschäftsführer von contentking.de. Wozu soll schließlich der Nutzer noch auf ein Suchergebnis klicken, wenn Google ihm die Antwort bereits in den SERPs liefert?!

Wie auf Hummingbird reagieren?

Abhängig davon, welche Daten Google zukünftig im Knowledge Graph anzeigt, müssen sich einige Website-Betreiber Strategien einfallen lassen, um den so verlorenen Traffic neu zu generieren. Dazu gibt es verschiedene Ansatzpunkte:

Online-Werbung: Eine Möglichkeit, den User auf die Seite zu holen, bleibt kostenpflichtige Werbung. Dazu gehören klassische Banner und innovative Online-Werbeformate ebenso wie Affiliate-Programme und bezahlte Suchanzeigen. „Der Seitenbetreiber muss andere Traffic-Quellen anzapfen, die in der Regel AdWords heißen“, bringt es SEO-Experte Sacotte auf den Punkt. Doch es gibt (zum Glück) auch Alternativen, die unabhängig von Google bestehen.

Multichannel-Seeding: Der Traffic von Social Media-Quellen wie Facebook, Twitter und Google+ wird noch wichtiger. Auch die Verlinkung von anderen Websites, wie Blogs und Foren ist weiter zuträglich. Doch nicht nur online, sondern auch in der Offline-Welt hilft es, wenn die Inhalte eines Unternehmens auf möglichst vielen Kanälen präsent sind. Eine Touchpoint-Analyse, die der Frage nachgeht „Über welche Kontaktpunkte kommen meine Nutzer auf die Seite?“ kann hier Hinweise zur Optimierung geben.

Markenbildung: Im Idealfall verankert sich eine Website so positiv im Gedächtnis des Users, dass er sie bei bestimmten Themen direkt im Browserfenster eingibt und gar nicht erst nach anderen Seiten sucht. Das gelingt am besten, wenn die Seite dem Nutzer einen Unterhaltungswert bietet, den er nirgendwo anders bekommt.

Fokussierung auf den Longtail: Mit dem Kolibri zielt Google insbesondere auf Long-Tail-Anfragen ab, also auf solche, die weniger oft gesuchte oder umfangreichere Keyword-Kombinationen enthalten. „Google ist nun in der Lage, Suchanfragen semantisch noch besser zu interpretieren. Longtail-Keywords könnten somit noch interessanter werden“, so Andreas Bruckschlögl, Mitgründer von Ryte. Um durch spezifische Longtail-Anfragen von Hummingbird zu profitieren, sollten Unternehmen so viele Suchanfragen wie möglich berücksichtigen – und was der Suchende wirklich damit meint.

Umfassender Content: „Es ist weiterhin wichtig, qualitativ hochwertigen Content bereitzustellen“, so Bruckschlögl. Neben guten, semantisch optimierten Inhalten geht es jetzt um Vollständigkeit. Eine Website, die nur ein paar Daten, aber kaum weiteren Content enthält, ist ab sofort im Nachteil. Umfassende Inhalte, die ein Thema vollständig behandeln, werden dagegen vom Nutzer eher geklickt, weil sie mehr bieten als der Knowledge Graph. Zudem werden sie bevorzugt gerankt. Beispiel Restaurant: „Eine Landingpage mit einer Restaurant-Beschreibung reicht nicht mehr aus. Google möchte dort auch Bewertungen sehen und die Location erkennen“, so Nicolas Sacotte.

Welche Auswirkungen Hummingbird langfristig haben wird, bleibt abzuwarten. „Viel eklatanter wird es dann werden, wenn Google in der Lage sein wird, dem Nutzer auf einen Blick direkt in den SERPs einen umfassenden Preisvergleich zu liefern – mit der Option, Artikel direkt über Google zu kaufen, quasi Google als Affiliate. Das wird nochmal ziemlich unangenehm für die ganzen Portalbetreiber“, glaubt Andreas Wander, Head of Business Development D/A/CH bei Textbroker. Doch eines ist sicher: Google belohnt weiterhin guten Content. Trotz des Kolibris bleibt Content König.

Diesen Artikel verfasste Andreas Wander.


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