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Drei Länder, dieselbe Sprache – dann ist doch alles klar. Oder?

Wir begeben uns mit Ihnen auf Sprachreise und zeigen Ihnen die wichtigsten Punkte, die Sie bei Texten für Auftraggeber aus Österreich und der Schweiz beachten sollten.

Textbroker.de steht Autoren und Auftraggebern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, also Deutschland, Österreich und der Schweiz, zur Verfügung. Das bedeutet, dass Sie mitunter auf die jeweiligen nationalen sprachlichen Besonderheiten Rücksicht nehmen müssen, wenn Sie Ihre Texte verfassen. Wir begeben uns daher mit Ihnen auf Sprachreise und zeigen Ihnen die wichtigsten Punkte, die Sie bei Texten für Auftraggeber aus Österreich und der Schweiz beachten sollten.

1. Etappe: die Schweiz

Den Schweizern wird Selbstbewusstsein und Nationalstolz nachgesagt und die Tatsache, dass es vier offizielle Sprachen gibt, ist ein deutliches Indiz dafür. Neben Deutsch und Französisch zählen auch Italienisch und Rätoromanisch zu den Landessprachen. Wir bleiben aber beim Deutschen – und schon da wird es ein wenig kompliziert.

Die Schweizer haben einen eigenen Dialekt entwickelt, das berühmte und manchmal sogar gefürchtete „Schwizerdütsch“, also das Schweizerdeutsch. Wenn Sie eine Unterhaltung zwischen zwei Eidgenossen hören und kein Wort verstehen, dann sorgen Sie sich nicht, das ist normal. Wer nicht selbst als Schweizer geboren wurde oder lange Zeit in dem schönen Land verbracht hat, hat kaum Chancen, dem Gespräch zu folgen. Beim Schweizer Hochdeutsch – und das ist die „Sprache“, in der die Texte für Schweizer Auftraggeber verfasst werden sollten – ist es ein wenig einfacher. Das geschriebene Schweizerdeutsch unterscheidet sich nicht grundsätzlich von „unserer“ liebgewonnen Sprache, sondern nur in einzelnen Details.

Dennoch gibt es einige Besonderheiten, dazu zählen zum Beispiel:

  • Helvetismen

Helvetismen sind Worte, die nicht im gesamten deutschen Sprachraum, sondern nur in der Region der Schweiz gesprochen, verwendet und verstanden werden. Diese Worte sind in den entsprechenden Wörterbüchern angeführt und gelten daher als Bestandteil des „offiziellen“ Schweizer Hochdeutschs. So wird das Frühstück zum „Morgenessen“ oder die Schreibwarenhandlung zur „Papeterie“. Einige Helvetismen sind über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt geworden; ein gutes Beispiel dafür ist das Wort „Müsli“.

  • ß-ss-Schreibung

Bei diesem Punkte handelt es sich um den größten Fallstrick für Autoren: Gerade erst mühsam erlernt, wann „ss“ oder „ß“ zu verwenden ist, schon stimmt dies alles nicht mehr. In der Schweiz ist das „ß“ unbekannt, an seine Stelle rückt also stets das Doppel-s. Ein Praxistipp dazu: Wenn Sie einen Text mit dieser Vorgabe verfasst haben, sollten Sie am Ende mit der Suchen-Ersetzen-Funktion des Schreibprogramms verbliebene „ß“ aufspüren und gegen „ss“ eintauschen.

  • Anführungszeichen

Noch ein kleiner Unterschied zu den gewohnten Interpunktionen: Schweizer verwenden die aus dem französischen Sprachraum bekannten Guillemets als Anführungszeichen, also »zu Beginn und« am Ende des Zitates oder der direkten Rede.

  • Zahlen oder Währungseinheiten

Die Verwendung von Tausender- oder Dezimaltrennzeichen ist in der Schweiz nicht einheitlich geregelt. Abhängig von der Region wird dafür ein Punkt oder ein Komma verwendet, 500 Meter sind also entweder 0.5 oder 0,5 Kilometer.

Übrigens: Ein eigenes Gremium des Schweizerischen Vereins für die deutsche Sprache ist für die Sprachpflege zuständig und gleichzeitig Ansprechpartner für die Duden-Redaktion, wenn es um spezielle Worte oder Formulierungen geht, die im Duden aufgeführt werden sollen.

Weitere Informationen und einen hilfreichen Leitfaden zur deutschen Rechtschreibung in der Schweiz finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Bundeskanzlei. Eine Liste der wichtigsten Helvetismen gibt es bei OpenThesaurus.

2. Etappe: Österreich

Der österreichische Schriftsteller Karl Kraus schrieb: „Was die Deutschen und die Österreicher trennt, ist ihre gemeinsame Sprache.“ Das ist natürlich plakativ und übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt doch darin.

Der größte Unterschied liegt im Wortschatz. Ähnlich wie in der Schweiz verwenden auch die Österreicher Ausdrücke und Redewendungen, die in Deutschland unbekannt sind, die sogenannten „Austriazismen“. Da wird dann die Hefe zur „Germ“, die Apfelschorle zum „Apfelsaft gespritzt“ oder der Leckerbissen zum „Gustostückerl“. Wenn Österreicher fürchten, etwas „gehe sich nicht aus“, meinen sie, dass es nicht klappen wird und man ist nicht „im“, sondern „auf“ Urlaub. Auch wenn es um Kulinarisches geht – und Österreich ist ja berühmt für seine Küche – stoßen deutsche Ohren schnell an ihre Grenzen. In Österreich ist die Sahne das „Obers“, der Meerrettich heißt „Kren“ und grüne Bohnen werden als „Fisolen“ bezeichnet.

Österreich war bis zum Ende des Ersten Weltkriegs eine Monarchie und auch heute noch gibt es im Schriftverkehr der Ämter und Behörden Begriffe, die aus dieser Zeit stammen. Der Akt ist die Akte, bedingte Haft bedeutet Haft auf Bewährung und die Sprechzeiten bei der Behörde sind der Parteienverkehr. Da Sie aber nur selten juristische oder amtliche Texte für einen österreichischen Auftraggeber schreiben werden, kann dieser Unterschied vernachlässigt werden.

Interessanter sind die Monatsnamen. Das Jahr beginnt in Österreich mit dem Jänner, nicht mit dem Januar, danach folgt – vor allem im Amtsdeutschen – der Feber. Den Rest des Jahres verbringen Deutsche und Österreicher wieder gemeinsam.

Eine weitere österreichische Spezialität ist das Fugen-s, das bei zusammengesetzten Worten verwendet wird. Beispiele dafür wären die Zugsverspätung oder der Schweinsbraten. Auch bei den Artikeln gibt es Unterschiede: In Österreich verwendet man DEN Spray, trinkt DAS Cola und isst dazu EIN Keks. Zahlen werden als Substantiv mit der Endung -er gebildet: Im Zeugnis gibt es also einen Einser oder einen Fünfer und nicht eine Eins oder eine Fünf.

Wenn Sie noch mehr wissen wollen, bietet OpenThesaurus auch eine Liste mit Austriazismen.

Nach diesem Ausflug in die Schweiz und nach Österreich ist unsere Reise nun zu Ende, und wir möchten ein kurzes Fazit ziehen:

Das Wichtigste ist: Haben Sie keine Angst! Im Normalfall hat man als deutscher Autor weder mit Auftraggebern aus der Schweiz noch aus Österreich Schwierigkeiten. Das große grammatikalische Gerüst ist identisch, die Unterschiede liegen im Detail und bei regional verwendeten Worten oder Redewendungen beziehungsweise der Schreibweise von Zahlen oder Interpunktionen. Der Duden hilft Ihnen diesbezüglich, da es bei den einzelnen Worten auch Angaben zur regionalen Verwendung gibt.

Zur Schreibpraxis bei Textbroker:

Wenn es keine speziellen Wünsche des Auftraggebers gibt, dann schreiben Sie einfach wie immer nach der neuen deutschen Rechtschreibung, zumal in der Regel nicht ersichtlich ist, aus welchem Land der Auftrag stammt. Falls auf lokale Besonderheiten – der Klassiker diesbezüglich ist die ß-ss-Schreibung – geachtet werden soll, so ist dies zumeist in den Briefings separat angeführt.

Wir hoffen, dass Sie nach dem Studium dieses Tutorials genug wissen, um von Ihren Auftraggebern mit der Bestnote ausgezeichnet zu werden!    

 

Über den Autor:

Bruce_2345 lebt und arbeitet nahe der österreichischen Bundeshauptstadt Wien in Niederösterreich. Beim Schreiben für Textbroker findet er seit 2010 den Ausgleich zum fordernden Hauptjob.

 


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