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4 Punkte für den erfolgreichen Start Ihres Affiliate-Programms

Beim Start eines Affiliate-Programms gibt es einiges zu beachten. In seinem Gastbeitrag erklärt Malte Hannig von xpose 360, wo die häufigsten Fehlerquellen liegen und worauf es ankommt.

Hände halten Affiliate Netzwerk

Mehr als jeder sechste umgesetzte Euro im Onlinehandel wird durch Affiliate-Marketing generiert. In Deutschland waren es laut BVDW im vergangenen Jahr 7,6 Milliarden Euro, was einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein Partnerprogramm ist relativ schnell gestartet. Es richtig zu überwachen, bedarf allerdings einer fortwährenden Betreuung. Um dabei Ihre zeitlichen und finanziellen Ressourcen optimal einzusetzen, möchten wir Sie vor den häufigsten Fehlern bewahren, die im Affiliate-Marketing gemacht werden.

1. Provisionen

Hand aufs Herz: Im Affiliate-Marketing geht es ums Geld. Laut einer Umfrage von affiliatepeople.com ist die Provisionshöhe für Affiliates der wichtigste Faktor bei der Suche nach passenden Partnerprogrammen.

Provisionshöhe

Ein Fehler sind zu niedrige und somit nicht konkurrenzfähige Provisionen. Dadurch scheiden Advertiser schon in der Vorauswahl der Affiliates nach passenden Partnerprogrammen aus.

Aktualität

Eine weitere Fehlerquelle ist die Festlegung eines Provisionsmodells zu Beginn des Partnerprogramms und keine Anpassung an neue Gegebenheiten. Wenn die Konkurrenz flächendeckend ihre Provisionen erhöht und man selbst nicht, wird das eigene Partnerprogramm unattraktiv.

Tipp:

Recherchieren Sie regelmäßig die Provisionen Ihrer Konkurrenz. Als erste Hilfe dient die Partnerprogramm-Suchmaschine 100partnerprogramme.de. Aber Vorsicht: Provisionen werden hier manuell eingetragen und können veraltet sein. Daher sollte zusätzlich immer noch in der Programmbeschreibung bei den jeweiligen Netzwerken nachgesehen werden.

Werbekostenzuschuss

Große Affiliates haben eine sehr hohe Reichweite mit oftmals Hunderttausenden bis Millionen Newsletterempfängern oder Followern auf Social Media. Aufgrund dieser enormen Reichweite und der damit verbundenen Werbeleistung verlangen diese Affiliates oft einen Werbekostenzuschuss (WKZ) als Fixbeitrag. Hier liegen zwei Fehlerquellen: Es sollte nicht blind an jeder Stelle ein WKZ gezahlt werden, ohne dass Aussicht auf Erfolg besteht. Andererseits sollten prominente Werbeplätze auch nicht unterschätzt werden – oft kann sich die Zahlung eines WKZ durchaus rentieren.

2. Kommunikation & Weiterbildung

Die Bedeutung von Kommunikation im Affiliate-Marketing wird häufig unterschätzt. Affiliates sind Vertriebspartner, die einen persönlichen Ansprechpartner bei Fragen und Anregungen rund um das Partnerprogramm erwarten. Daher sollten Ansprechpartner und Kontaktdetails in allen Kanälen kommuniziert werden, also in der Programmbeschreibung, Newslettern oder Partnerprogramm-Suchmaschinen.

Häufig wird der Fehler gemacht, Affiliates als Letztes oder gar nicht über Änderungen zum Partnerprogramm oder zum Shop zu informieren. Bei Änderungen in der URL-Struktur kann dies dazu führen, dass Links plötzlich ins Nichts führen. Die Absprungrate steigt dramatisch an und es werden keine Sales mehr generiert.

Kommunikation sollte auch keine Einbahnstraße sein: Im Gespräch mit Affiliates erhält man oft viele nützliche Informationen und Verbesserungsvorschläge. Was macht die Konkurrenz besser? Werden zusätzliche Provisionen gezahlt? Was benötigt der Affiliate, um den Shop besser bewerben zu können? Mit diesem Input kann das Partnerprogramm und die Zusammenarbeit aktiv weiterentwickelt werden.

Nicht auf der Stelle treten

Die Onlinewelt ist ein schnelllebiges Geschäft. Was vor 10 Jahren topaktuell war, kennt man heute vielleicht schon nicht mehr. Daher ist es wichtig, sich regelmäßig über neue Trends zu informieren, um nicht auf der Stelle zu treten und von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Dazu gehören neue Publisher-Modelle oder neue Technologien der Netzwerke.

Dafür bieten sich Veranstaltungen der Netzwerke oder Konferenzen und Networking-Veranstaltungen wie etwa die Affiliate Conference oder die Affiliate NetworkxX an.

Vortrag auf der Affiliate Conference

Vortrag auf der Affiliate Conference

3. Tracking

Das Thema „Mobile“ ist auf den ersten Blick kein typisches Affiliate Thema, aber dennoch hat es eine große Bedeutung. Immer mehr User nutzen nur ein Mobile Device, letztes Jahr lag der mobile Sales Anteil bei Awin (ehemals Zanox) im Schnitt bei 26 Prozent. In Retail-Branchen wie Fashion liegt er noch deutlich höher. Auch Affiliates erreichen ihre User oft auf mobilen Geräten, zum Beispiel über Facebook, Instagram oder WhatsApp. Schicken Affiliates die User zu einem Shop, der nicht mobil optimiert ist, kauft der User gar nicht oder später am Desktop-PC. In beiden Fällen erhält der Affiliate keine Provision. Einige Publisher bewerben erst gar keine Advertiser, die keinen mobil-optimierten Shop haben. Wichtig sind also eine mobile Shop-Version sowie das Implementieren des Trackings auf der mobilen Seite.

Cross Device Tracking

Wenn der User das Device wechselt, sollte dieser User dringend über ein Cross Device Tracking wiedererkannt werden. Unter den vielen Anbietern am Markt gibt es leider nur wenige, die Cross Device Tracking wirklich beherrschen. Zu nennen sind hier Facebook mit der Atlas-Technologie und Google.

In App Tracking

Selbst wenn der User nicht das Device wechselt und mit dem Smartphone surft, kann es zu Problemen kommen: Nämlich dann, wenn der Shop eine App anbietet und diese auf der Seite bewirbt. Der User kommt also vom Affiliate in den Shop, lädt sich die App herunter und kauft dort seine Produkte – der Affiliate erhält keine Provision. Grund dafür ist, dass das Cookie nicht in die App übertragen wird und somit nach Bestellabschluss auch nicht ausgelesen werden kann.

Um das Tracking sicherzustellen, muss ein sogenanntes In App Tracking implementiert werden. Hierzu bieten die Netzwerke Software Development Kits (kurz „SDK“) an, zum Beispiel das affilinet Mobile Advertiser SDK.

Das affilinet Mobile Advertiser SDK stellt das In App Tracking sicher.

4. Customer-Journey-Betrachtung

Trotz jahrelanger Diskussion über die „last cookie wins“-Vergütung ist in diesem Bereich leider noch nicht viel passiert. Nur sehr wenige Advertiser bieten alternative Provisionsmodelle an, bei denen nicht nur der letzte Klick vergütet wird.

Falsche Erkenntnisse

Bei der Fokussierung auf den letzten Klick können schnell falsche Erkenntnisse gewonnen werden. Hierzu ein Beispiel: Ein User möchte online eine Reise buchen und informiert sich davor ausgiebig im Internet. So könnte seine User-Journey über alle Online-Marketing-Kanäle hinweg aussehen: Sichtung eines Display-Banners – Informieren auf einem Reiseblog – Klick auf eine SEA-Anzeige – Suche nach einem Gutschein – Buchung.

Bei der Betrachtung des letzten Klicks kommt man zu der Erkenntnis, dass die Gutscheinseite den Kunden geliefert hat. Der User hat aber tatsächlich gekauft, weil es mehrere Touchpoints gab und er sich z. B. stundenlang auf dem Reiseblog informiert hat, auf dem der Reiseanbieter beworben wurde.

Bindung wertbeitragender Affiliates

Man muss also durch eine User-Journey-Betrachtung wichtige Touchpoints aufdecken. Um Partner zu halten, die oft Käufe initiieren, aber nicht abschließen, können etwa Sonderzahlungen in Form eines Werbekostenzuschusses gezahlt werden. Somit können auch Partner zufriedengestellt werden, die ansonsten keine Vergütung erhalten hätten und dadurch den Shop auf Dauer nicht mehr bewerben würden.

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass die Gutscheinseite keine Werbeleistung erbracht hat. Es kann gut sein, dass diese den letzten Anstoß zum Kauf gegeben hat. Ohne vorige redaktionelle Inhalte wäre der User jedoch nicht auf das Angebot aufmerksam geworden. Dies ist ein Grund, weshalb klassische Gutscheinportale ihre redaktionellen Inhalte immer weiter ausbauen und so vermehrt Initial Traffic bringen können.

Auch Affiliate-Netzwerke haben diese Problematik erkannt und bieten mittlerweile Technologien an, um wertbeitragende Affiliates zu erkennen und diese extra zu vergüten. So bietet Awin in der neuen Plattform die Pay-per-Assist-Vergütung an, ebenso wie TradeTracker die Real Attribution mit verschiedenen Attributionsmodellen. Die Statistik-Tools von Tradedoubler (TD ADAPT) und affilinet Assist dienen ebenso als Basis für neue Attributionsstrategien.

Wertbeitragende Affiliates erkennen mit affilinet Assist

Fazit:

Zusammengefasst sollten beim Start eines Affiliate-Programms folgende Punkte beachtet werden: Provisionen sollten konkurrenzfähig sein und regelmäßig mit denen der Wettbewerber abgeglichen werden. Affiliates sind persönliche Vertriebspartner, mit denen ein stetiger Austausch gewinnbringend für beide Seiten ist. Mobile Sales steigen weiter an. Advertiser sollten sich darauf mit einer mobilen Website, einem Cross Device Tracking und gegebenenfalls mit einem implementierten In App Tracking vorbereiten. Zuletzt sollte man sich nicht auf den letzten Klick fokussieren, sondern bereits zuvor beteiligte Affiliates erkennen und vergüten.

 

Über den Autor:

Malte Hannig, xpose360

Malte Hannig ist Affiliate Manager bei der Digital Marketing Agentur xpose360 GmbH. Als begeisterter Backpacking-Reisender betreut der zertifizierte Affiliate Manager Kunden aus den Bereichen Travel und Retail.

Im Rahmen seines Studiums der informationsorientierten Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg erwarb er tiefgehende Kenntnisse im Bereich Marketing, insbesondere digitale Medien. Indem er parallel dazu ein Praktikum mit Schwerpunkt cross-mediales Publishing für Verlage absolvierte, als Werkstudent am Aufbau eines Onlineshops mitarbeitete und Erfahrungen im Bereich SEO sammelte, konnte er seine Kenntnisse noch erweitern, sodass er heute voll und ganz in der Online-Marketing-Welt zuhause ist.

 

 

 

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Kommentare

Mansur 16. Oktober 2017 - 18:29

Wäre schön auch aus Sicht vom Publisher zu schreiben. Dann würde das Thema Last Cookie Win Prinzip weitaus bedeutender werden. Es ist mittlerweile veraltet und stellt vor allem Gutscheinportale gut. Auf Dauer können Affiliates hierdurch jedoch nicht gewinnen.

Antworten

Textbroker 17. Oktober 2017 - 9:25

Hallo Mansur,

danke für das Feedback und die Anregung. Nehmen wir in unsere redaktionelle Planung auf.

Gruß

Antworten

Malte 17. Oktober 2017 - 11:18

Hallo Mansur,
vielen Dank für dein Feedback!
Der ganze 4. Punkt dreht sich ja rund um das Thema Last Cookie Wins, Erkennen von wertbeitragenden Affiliates und einer fairen Vergütung.
Dass das Thema aus Publisher Sicht (vor allem als Content Publisher) auf Platz 1 stehen würde, kann ich natürlich verstehen.
Viele Grüße

Antworten

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