Skip to main content

Der richtige Satzbau: Sätze für Sieger

Sätze. Manche bestehen lediglich aus einem Wort, andere füllen à la Thomas Mann Seiten. Lassen sich denn nicht mit den richtigen Worten korrekte Sätze schreiben? Ganz so einfach ist es nicht. Es gibt etliche Regeln zu beachten. Die deutsche Sprache erweist sich auch beim Satzbau als schwere Sprache. Wir haben erneut unsere Editoren befragt und einen Leitfaden erstellt, der die häufigsten Fehler zusammenfasst. Auf ins nächste Gefecht: Spiel, Satz und Sieg!

Mit korrekten Sätzen zum Sieg

Neulich haben wir uns in einer Academy-Ausgabe mit Worten beschäftigt. Nun ist es an der Zeit zu einer größeren Einheit überzugehen: dem Satz. So gibt es Sätze, die lediglich aus einem Wort bestehen oder solche, die à la Thomas Mann Seiten füllen. Mit den richtigen Worten lassen sich korrekte Sätze schreiben? Ganz so einfach ist es nicht. Es gibt etliche Regeln zu beachten. Die deutsche Sprache erweist sich auch beim Satzbau als schwere Sprache. Wir haben erneut unsere Editoren befragt und einen Korpus erstellt, der die häufigsten Fehler zusammenfasst. Auf ins nächste Gefecht: Spiel, Satz und Sieg!

So viele Kommata

Mit einem Komma strukturieren wir einen Satz und trennen Elemente voneinander. Kommata dienen oftmals dazu, dem Satz eine gewisse Bedeutung zuzuweisen und Doppeldeutigkeiten (auch Ambiguitäten) zu vermeiden.

Infinitivgruppen

Häufige Kommafehler tauchen bei Infinitivgruppen auf. Schauen wir uns also diesen Bereich etwas genauer an.

Hier gibt es Regeln, die man sich leicht merken kann. Vor „als“, „anstatt“, „außer“, „ohne“, „statt“ und „um“ setzt man im Zusammenhang mit einer Infinitivgruppe in jedem Fall ein Komma:

  1. Du hast wohl nichts anderes im Kopf, als dauernd auf dein Handy zu schauen.
  2. Du solltest lernen, anstatt ständig im Internet zu surfen.
  3. Es war alles einfach, außer die letzte Aufgabe zu lösen.
  4. Die Übersetzung muss gelingen, ohne das Wörterbuch zu verwenden.
  5. Er muss sich konzentrieren, statt nur von dem Problem abzulenken.
  6. Die letzten Klausuren sind wichtig, um die Abschlussprüfungen zu meistern.

Sofern der Infinitiv nur mit „zu“ steht („Er hatte die Absicht, zu verreisen.“) und durch die Weglassung keine Missverständnisse entstehen, ist das Komma nicht zwingend notwendig.

Sind Infinitivgruppen von einem Nomen abhängig, werden sie durch ein Komma abgetrennt:

  1. Die Absicht, sich in Mathematik zu verbessern, hielt sogar bis zur Abiturprüfung an.
  2. Verfolgst du nach wie vor den Plan, im Sommer nach Italien zu reisen?
  3. In unseren Leitfäden geben wir oft den Tipp, ein Rechtschreibprogramm zu benutzen.
  4. Er erhielt den Auftrag, die Akten noch heute einzureichen.
  5. Sie gab ihm den Rat, endlich eine Pause einzulegen.

Hinsichtlich verschiedener Wortgruppen können Infinitivgruppen angekündigt oder auch wieder aufgenommen werden. Ist dies der Fall, setzt man ebenso ein Komma.

  1. Sie dachte daran, ihre Arbeit zu kündigen. (angekündigt)
  2. Er freute sich darauf, endlich Urlaub zu machen. (angekündigt)
  3. Es ist traurig, dich schon wieder so lange nicht zu sehen. (angekündigt)
  4. Endlich wegzuziehen, darauf freute sie sich. (wieder aufgenommen)
  5. Eine eigene Firma zu gründen, daran dachte er seit Jahren. (wieder aufgenommen)
  6. Sein Bedürfnis war es, sesshaft zu werden. (wieder aufgenommen)

Wenn eine angekündigte Infinitivgruppe nur mit „zu“ zusammensteht, ist die Kommasetzung nicht obligatorisch und es besteht oftmals eine Entscheidungsfreiheit. Neben den oben aufgeführten Regeln, die eindeutig ein Komma einfordern, ist die Setzung optional. Somit haben Sie, liebe Autoren, etwas literarische Freiheit.

Adverbiale Bestimmungen

Adverbiale Bestimmungen geben uns Auskunft über die Art und Weise, den Ort, den Grund, den Zeitpunkt, das Mittel, die Bedingung, den Zweck, den Gegengrund, die Folge und den Gegensatz einer Handlung:

  1. Mit wehenden Fahnen gingen sie unter. (Art und Weise)
  2. Im Bahnhofsgebäude befinden sich viele Geschäfte. (Ort)
  3. Wegen Streiks fahren viele Bahnen heute nicht nach Plan. (Grund)
  4. Letzte Woche habe ich meine Abschlussarbeit abgegeben. (Zeitpunkt)
  5. Mithilfe einer Taschenlampe gelang der Gruppe die Flucht. (Mittel)
  6. Bei Regen findet die Veranstaltung nicht statt. (Bedingung)
  7. Zwecks besserer Aussicht bringe ich ein Fernglas mit. (Zweck)
  8. Trotz aller Rückschläge erreichte er das Ziel. (Gegengrund)
  9. Die Nachricht brachte das Mädchen zum Weinen. (Folge)
  10. Anstatt einer Lösung brachte er nur weitere Probleme zur Sprache. (Gegensatz)

Oftmals setzt man intuitiv nach adverbialen Bestimmungen ein Komma. Dies ist leider in jedem Fall falsch. Adverbiale Bestimmungen sind nicht mit Nebensätzen gleichzusetzen, die definitiv mit einem Komma abgetrennt werden müssen. Stellen Sie sich also bei Unsicherheiten die Frage, inwiefern es sich um eine adverbiale Bestimmung handelt und fragen Sie gegebenenfalls nach dem Satzglied: Wie? Wo? Warum? Wann? Obige Beispiele können Ihnen helfen. Eine adverbiale Bestimmung zeichnet sich des Weiteren dadurch aus, dass kein Verb vorhanden ist. Dieser Indikator kann bei der Überprüfung ebenso weiterhelfen. Selbst wenn nach der adverbialen Bestimmung eine Pause im Lesefluss vermutet wird, ist deshalb nicht automatisch ein Komma notwendig. Manchmal ist also weniger doch mehr. 

Als und wie

„Als“ und „wie“ bereiten sowohl als Konjunktionen als auch als Vergleichspartikeln Probleme. Beginnen wir im Themenfeld „Kommata“ mit den Konjunktionen. Nach Betrachtung aller Stolperfallen werden sie hoffentlich feststellen: So schwer ist das eigentlich gar nicht.

Merken Sie sich: Sobald „als“ einen Nebensatz einleitet, der mindestens aus einem Subjekt und einem Verb besteht, wird ein Komma gesetzt. Das kann entweder ein untergeordneter Temporal- oder ein Vergleichssatz sein.

  1. Als ich klingelte, war er bereits nicht mehr in seiner Wohnung. (Temporalsatz)
  2. Du bist viel geschickter, als es dein großer Bruder jemals sein wird. (Vergleichssatz)

Jeweils sind Subjekt und Verb direkt zu erkennen. Vergleicht man lediglich zwei Satzteile miteinander oder definiert etwas näher durch eine Erläuterung, steht nie ein Komma:

  1. Mainz ist viel schöner als Wiesbaden. (Vergleich)
  2. Als Jugendlicher war ich jedes Wochenende unterwegs. (Erläuterung)
  3. Als dein Vater werde ich dir jederzeit Unterstützung anbieten. (Erläuterung)

Die Konjunktion „wie“ unterliegt ähnlichen Reglements. Es werden ebenso wie bei „als“ adverbiale Bestimmungen oder Attribute in Sätze eingebettet:

  1. Jemand wie sie erreicht alles im Leben.
  2. Er verhält sich manchmal wie ein ungezogener Junge.

Bei diesen Koordinierungen zweier Satzteile setzt man kein Komma. Notwendig ist es allerdings, wenn ein Nebensatz mit Verb und Subjekt eingeleitet wird:

  1. Er erzählte ausführlich, wie ihm seine Flucht gelang.
  2. Wie es ihr in der neuen Wohnung gefällt, das wollten alle wissen.

Kommata sind relativ? Nicht bei Relativsätzen!

Relativsätze sind die Nebensätze, anhand derer man in der Schulzeit die Kommasetzung erlernt. Sie werden attributiv verwendet, das heißt, sie beschreiben ein Satzglied näher. Die Einklammerung durch Satzzeichen ist Pflicht. Stehen sie am Ende des Satzes, werden sie durch Komma und Punkt abgetrennt. Stehen sie im Satzinneren, erfolgt die Abtrennung durch Kommata:

  1. Das ist die Frau, die ich letzte Woche mit deiner Mutter verwechselte.
  2. Er sieht aus wie der Schauspieler, der momentan in vielen Werbespots zu sehen ist.
  3. Der Bundeskanzler, der vor zwei Monaten zurücktrat, ist gestern verstorben.
  4. Seit gestern befindet sich die Deutsche Bahn, die mit negativer Resonanz rechnen muss, in neuen Tarifverhandlungen.

Vom Zeichen zur Bezeichnung: die Vergleichspartikeln „als“ und „wie“

Nun begeben wir uns von den Kommata zu der grammatikalisch korrekten Verwendung der Vergleichspartikeln „wie“ und „als“. Besonders bei diesen Wörtchen kommt dem Anwender oft der Dialekt in die Quere. Eine Verwendung in Kombination („Ich bin größer als wie du.“), der in einigen Gefilden der deutschen Lande üblich ist, existiert im korrekten Hochdeutsch nicht. Verwenden Sie entweder das eine oder das andere – eine Kombination ist unmöglich. Zwei wichtige Regeln:

  1. Möchte man eine Gleichheit ausdrücken, die dem Positiv entspricht, verwendet man „wie“.
    1. Dieses Kleid ist genauso schön wie meines.
    2. Deine Abschlussarbeit war genauso gut wie deine vorherigen Kurzhausarbeiten.
    3. Ich möchte so schlau sein wie du.

 

  1. Möchte man Ungleichheiten verdeutlichen, die dem Komparativ entsprechen, verwendet man „als“.
    1. Letzte Woche warst du viel konzentrierter als diese.
    2. Er kann höher springen als du.
    3. Ich möchte schneller als deine kleine Schwester sein.

Als Faustregel lässt sich leicht merken: Ist das Adjektiv in einem Vergleich gesteigert, verwendet man „als“. Ist  es unverändert, bleibt es bei dem „wie“.

Ist es dasselbe oder das Gleiche?

Wir bleiben bei den Vergleichen. Haben Sie sich das hier auch schon oft gefragt: Ist es nun dasselbe oder das Gleiche? Zwei Frauen tragen beispielsweise nie dasselbe Kleid, sie tragen das gleiche. Sonst wäre das auch ein bisschen eng. Man sitzt durchaus im selben Flugzeug oder im selben Bus, hat aber niemals dieselbe Fahrkarte, wenn dann ist es die gleiche. Außer man teilt sich eine Fahrkarte. Versuchen wir diesem Mythos auf den Grund zu gehen:

  1. „Dasselbe“ besagt, dass etwas identisch ist. Es existiert nur einmal.
  2. „Das Gleiche“ besagt, dass etwas einer anderen Sache völlig gleicht, aber mehrfach existieren kann.

Nachvollziehbar, da „gleich“ ein Adjektiv ist, das in Bezug auf viele Dinge verwendet werden kann. „Der-, die- oder dasselbe“ ist Teil eines Demonstrativpronomens, das (wie der Name schon sagt) auf eine bestimmte Sache referiert. Es ist also immer „dieselbe Woche“ oder „derselbe Tag“, da sie jeweils nur einmal vorkommen, aber immer „das gleiche Buch“, wenn man es auch in „der gleichen Ausgabe“ besitzt. Man beachte auch die unterschiedliche Schreibung: „das Gleiche“ schreibt man getrennt, während „der-,die- und dasselbe“ zusammen geschrieben wird. Verwendet man „gleich“ adjektivisch in Bezug auf ein Nomen, schreibt man es klein. In substantivierter Form wird es großgeschrieben.

Das und dass

Kann man es durch „dieses“ oder „welches“ ersetzen, verwendet man „das“. Das haben Sie sicher schon oft gehört. So banal es auch klingt, so merken Sie es sich am einfachsten. Trotzdem wollen wir noch etwas mehr in die Tiefe gehen und genauer erklären, worin eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Wörtchen besteht, die orthographisch lediglich in einem Buchstaben variieren.

Zuallererst unterscheiden sich die Wörter „das“ und „dass“ in der Wortart. „Das“ ist je nach Verwendungszweck ein Artikel oder ein Relativ- oder Demonstrativpronomen, während „dass“ eine Konjunktion ist.  

  1. Ich sehnte mich danach, das Gebäude endlich zu verlassen. (Artikel ist ersetzbar durch „dieses“)
  2. Das Kind, das gerade die Straße überquert, ist auf dem Weg zum Kindergarten. (Relativpronomen ist ersetzbar durch „welches“)
  3. Das habe ich bereits erwartet. (Demonstrativpronomen in diesem Fall ersetzbar durch „dies“)

„Dass“ leitet im Gegenzug einen Nebensatz ein. Dies kann ein Final-, Konsekutiv-, Kausal- oder Instrumentalsatz sein.

  1. Sei vorsichtig, dass du nicht übersehen wirst. (Finalsatz)
  2. Sie war so oft unfreundlich und unbelehrbar, dass sie ihren Job verlor. (Konsekutivsatz)
  3. Das liegt daran, dass du zu leise gesprochen hast. (Kausalsatz)
  4. Er erreichte sein Ziel damit, dass er immer am Ball blieb. (Instrumentalsatz)

Die Kongruenz innerhalb des Satzes

Die Kongruenz existiert nicht nur in der Mathematik. Auch in der Grammatik ist sie ausschlaggebend. Beispielsweise sind Subjekt und Verb immer kongruent in Person und Numerus. Einfach gesagt handelt es sich bei der Kongruenz um die satzinternen Bezüge. Ein Satz ist grammatikalisch erst richtig, wenn alle Bezüge korrekt sind. Die Lateiner unter den Lesern haben sicherlich schon einmal von der sogenannten „KNG-Kongruenz“ gehört: die Übereinstimmung von Kasus, Numerus und Genus bei Determinanten, Adjektiven und Nomen. Einen Problemfall in der deutschen Grammatik nehmen wir näher unter die Lupe.

Gleichsetzungsnominative

Werden zwei Nominative, die in unterschiedlichen Numeri stehen, in einem Satz durch die Verben „sein“, „bleiben“ oder „werden“ gleichgesetzt, steht das Verb im Plural.

  1. Mein Vater ist ein Querulant. (Singular)
  2. Die älteren Herren sind Querulanten. (Plural)

In diesen beiden Fällen besitzen die gleichgesetzten Nomen ein und denselben Numerus. Unterscheiden sich die beiden Nomen im Numerus, steht (wie schon zuvor erwähnt) das Verb in der Regel im Plural:

  1. Meine Kinder sind das größte Glück.
  2. Die Thematik der Zeitschrift sind die verschiedenen Modetrends.
  3. Die Häuser bleiben eine Last für den Vermieter.
  4. Das Bild werden alle Betrachter bewundern.

Ist das letztendlich der Sieg?

Wir hoffen, Ihnen mit unserem Grammatik-Ratgeber eine gute Hilfe zu sein, wenn Sie mal wieder nicht ganz sicher sind, wie der Satz korrekt gebaut wird. Den Sieg über die Sonne können wir Ihnen zwar nicht versprechen, mit dem Einsatz fehlerfreier Grammatik in Ihren Texten siegen Sie aber ganz gewiss beim Leser und beim Auftraggeber. Benötigen Sie Hilfe bei einem speziellen Sprachphänomen, das Ihnen immer wieder Kopfzerbrechen bereitet? Schicken Sie uns Ihren Fall an [email protected] und wir kümmern uns um eine Extra-Lektion.


Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Managed-Service

Sie wollen komplette Textprojekte auslagern und hochwertige Qualitätstexte erhalten? Sie interessieren sich für weitere Content-Services wie etwa Suchmaschinenoptimierung nach WDF*IDF oder die Verwaltung Ihres Blogs? Dann lernen Sie unseren Managed-Service kennen und profitieren Sie von unserem Rundum-Sorglos-Paket.

Unverbindliches Angebot anfordern!

Self-Service

Sie benötigen aktuellen Text-Content? Im Self-Service können Sie Ihren Wunschtext schnell und einfach selbst beauftragen – und das zu Top-Konditionen.

Jetzt kostenlos registrieren!

Autoren

Tausende Autoren weltweit verdienen beim Pionier unter den Textbörsen Geld mit ihren Texten. Sie entscheiden selbst, wann und wie viel sie schreiben und können sich ein flexibles Einkommen sichern. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Texte zu Geld machen.

Jetzt kostenlos registrieren!