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klartext: Jens Fauldrath zu SEO und Qualität

Jens Fauldrath spricht mit Isabel Kiely von Textbroker über SEO und Qualität.


SEO bedeutet, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, weiß Jens Fauldrath. Als ehemaliger geschäftsführender Gesellschafter von takevalue Consulting und heutiger geschäftsführender Gesellschafter von get:traction optimiert er die Online-Marketing-Prozesse von Unternehmen. Daneben ist er Lehrbeauftragter für Suchmaschinenoptimierung an der Hochschule Darmstadt. Auf der DMEXCO hat er mit Isabel Kiely von Textbroker über SEO und Qualität gesprochen und verrät unter anderem, welche SEO-Trends er sieht, worauf man bei einer Zusammenarbeit mit einem SEO-Dienstleister unbedingt achten sollte und was das Wichtigste ist, das er seinen Studenten in Sachen SEO beibringt.

Lies hier das vollständige Gesprächsprotokoll:

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion: Hallo und herzlich willkommen bei „klartext“, heute mit Jens Fauldrath, geschäftsführender Gesellschafter von takevalue Consulting. Herr Fauldrath, schön, dass es geklappt hat.

Jens Fauldrath: Freut mich auch, hier zu sein.

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion: Wir unterhalten uns heute über die Themen SEO und Qualität. Was sind denn für Sie derzeit die wichtigsten Trends im SEO-Bereich?

Jens Fauldrath: Ich gehöre zu der lustigen Fraktion, die sagt: „So viel Trends haben wir gar nicht.“ Und es hat sich eigentlich auch nicht so viel verändert. Weil das Grundthema ist: Ich habe ein Angebot auf der einen Seite und ich habe Nachfragen, die sich aufgrund von Suchanfragen sozusagen ausmessen lassen auf der anderen Seite und ich muss versuchen, Angebot und Nachfrage zusammenzusetzen. Das ist die Hauptaufgabe. Jetzt auch noch nie geändert. Es haben sich peripher an den Teilaspekten ein paar Sachen geändert.

Also Google mit Schema.org bringt halt immer schön eine neuere Auszeichnung mit rein, mit der man gut arbeiten kann. Es gibt die Möglichkeiten im Bereich Universal schöne Sachen zu machen, was natürlich vor zehn Jahren so nicht da war. Ich glaube, was demnächst stärker reinkommt, ist natürlich das ganze Thema Mobile Search, Local Search, da kommen natürlich auch neue Player rein. Also gerade im Retail-Bereich ist natürlich local extrem wichtig.

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion: Sie machen ja mit takevalue Consulting Online-Marketing Beratung. Was sind denn so die häufigsten Optimierungspotentiale, die Sie auf den Websites von Ihren Kunden so sehen?

Jens Fauldrath: Das größte Thema sind erst mal Zieldefinitionen. Also der Standard ist, Leute kommen an und sagen hier „Wir möchten gerne SEO machen, wir möchten unseren Sichtbarkeitsindex steigern“. Dann sage ich: Ok, das sollte kein Unternehmensziel sein, weil ein Sichtbarkeitsindex allgemeiner Art und Weise, egal von welchem Anbieter, hat eine Fülle von Suchanfragen drin. Und wenn ich eine große Webseite habe, dann ranke ich auch für Sachen, die für mich gänzlich unwichtig sind, die gehen aber alle da ein und die Suchbegriffe sind meistens anhand von Volumen irgendwie gewichtet, was für mich auch keine Zielgröße sein sollte, sondern der Umsatz aus meinem Kanal, der EBITDA aus meinem Kana (also aus SEO).

Je näher ich da rankomme an meine echten harten Unternehmenszahlen, desto besser kann ich damit arbeiten. Und wir haben Kunden, wo wir durchaus bei gleichbleibendem oder sinkendem Sichtbarkeitsindex mehr Traffic haben, aber vor allem exorbitant mehr Umsatz, weil wir eben den richtigen Traffic reinholen.

Gerade generische Begriffe bringen viel Traffic, sind aber sehr conversionschwach. Je spezifischer eine Suchanfrage ist, desto höher sind die Conversion Rates. Und da ist erst mal wichtig zu sagen: Okay, mit welchen Seitentypen generiert ihr Umsatz? Wo liegen die in eurer Informationsarchitektur? Wie sind die intern verlinkt? Wie sind die beschrieben? Die fangen dann ja auch an, so riesengroße Kategorie-Beschreibungstexte drauf zu machen. Und dann stellt man fest: Über die Kategorien habe ich exorbitant niedrige Conversion Rates. Auf den Produktseiten, die aber von Text befreit sind oder Standard Copy haben, da guckt kein Mensch hin, weil das ja so viele sind. Aber da wird das Geschäft generiert. Das ist zum Beispiel so eine Sache.

Die zweite Sache – es geht dann ein bisschen rein: das ganze Thema Content-Marketing. Was mache ich da jetzt eigentlich? Wie gehe ich da ran? Dann sagen wir: Okay, an was für einem Step ist denn der Kunde? Es gibt Leute, die sagen: Ich habe überhaupt kein Problembewusstsein. Also zum Beispiel: Ich wohne jetzt auf der Zugspitze, da habe ich kein Problembewusstsein im Sommer zu Mückenstichen, weil die fliegen da nicht hoch. Ich habe das Problem also nicht. Dann ziehe ich um in irgendein Gebiet, wo es Mücken gibt, und stelle fest: Ich habe ein Problem. Ich werde gestochen, ich habe da so ein diffuses Problembewusstsein. Und dann kommt ein bisschen später: Könnte man dagegen nicht was machen, weil ich werde jetzt schon drei Jahre gestochen, das nervt. Und dann fange ich an, einen Lösungsbewusstsein aufzubauen und fang an zu recherchieren.

Und dann irgendwann sage ich: Geil, es gibt ja Autan und dann habe ich eine Produktbewusstsein. Und in jeder dieser einzelnen Phasen erwartet der Kunde eine andere Art von Information und muss anders abgeholt und überzeugt werden, um dann irgendwie zu meinem Produkt zu kommen.

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion: Was sind denn die drei wichtigsten Tipps aus Ihrer Sicht für eine erfolgreiche SEO-Strategie?

Jens Fauldrath: Punkt 1: klare Zieldefinition. Punkt 2: Wie kriege ich SEO weg von der Technik und hin auf den Rechner von dem zuständigen Mensch, der da inhouse sitzt, damit er aus seinem Büro heraus eine Weiterleitung schreiben kann? Dass er mal ein Eintrag in die robots.txt vornehmen kann, ohne ein Ticket bei der Technik aufzumachen, dass er Titles anpassen kann, dass er intern seine Links selber setzen kann, ohne ein Ticket aufzumachen, das er arbeitsfähig wird. Und das Dritte: die Prozesse intern so bauen, dass die auch mit mir skalieren. Das sind halt so die drei Kernthemen und danach bin ich für jeden Trend gewappnet, weil ich bin schnell.

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion: Und wie kann ich denn als Unternehmen jetzt den passenden SEO-Dienstleister für mich finden?

Jens Fauldrath: Dann muss ich mir die Frage stellen: In welcher Situation bin ich. Wenn ich überhaupt keine Erfahrungen im Bereich habe und möchte neu anfangen, wird es sehr schwer, weil ich dann ja meine Ziele nicht definieren kann. Was wir immer empfehlen ist, dass ich intern eine zuständige Person habe, weil ich muss ja auch Anforderungen an die Technik stellen. Wenn der SEO reinkommt und man budgetiert für einen externen Berater oder Agentur eine Summe X, dann braucht man noch ungefähr das 3-bis 5-fache an Geld für die Tasks, die die Leute mitbringen.

Weil die bringen ja Arbeit mit, die sagen ich muss hier was ändern, ich muss da was ändern, ich brauche Texte, das heißt es entstehen Folgekosten. Das muss ich mit einkalkulieren. Wenn ich die Mittel nicht habe, dann brauche ich nicht loszulaufen. Da habe ich danach nur eine Taskliste, die keiner abarbeiten kann. Und dann setze ich mir lieber einen guten Projektmanager hin, der intern Themen umsetzen kann, der weiß, wie das Unternehmen funktioniert und dann können wir mit ihm zusammen eine Ressourcen-Planung und auch einen schönen Fahrplan entwickeln. Dann klappt das sehr gut.

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion: Und Sie sind ja auch Dozent für Suchmaschinenoptimierung in Darmstadt. Was raten Sie denn Ihren Studenten so im Hinblick auf SEO? Was ist das Wichtigste, was Sie Ihnen beibringen, wenn Sie das jetzt so sagen könnten in einem Satz?

Jens Fauldrath: Das wichtigste, das ich ihnen beibringe, ist: „Denk einfach geradeaus, weil das hilft am meisten weiter im Leben.“ Keine Dogmen. Also wir haben Sachen, die funktionieren bei neun von zehn Kunden, und beim zehnten muss man es genau umgedreht machen. Also es gibt einfach keine Dogmen. Finde die Nische für dich also auch beim Kunden. Wenn ich regional aufgestellt bin, dann brauche ich nicht zu „T-Shirt“ zu ranken. Da kommen die großen deutschlandweiten halt einfach stärker. Da kann ich mich auf den Kopf stellen. Das wird auch keinen Sinn machen. Finde die Nische, die passt. Finde das, wo du gut bist, habe eine gute Value Proposition und versuche die, in online zu übersetzen und das dann in Kundensprache.

Isabel Kiely, Textbroker-Redaktion:
Ich bedanke mich fürs Zuschauen. Heute klartext mit Jens Fauldrath. Vielen Dank und bis zur nächsten klartext-Folge.


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Kommentare

Michael 11. Februar 2020 - 8:33

Sehr gut Zusammengefasst, danke dafür.

Antworten

David Wagner 27. November 2020 - 0:30

Kurz und kompakt! Danke für die Zusammenfassung.

Antworten

Jan 22. März 2021 - 8:32

"Je spezifischer die Suchanfrage ist, desto höher ist die Conversion Rate" – auch wenn das Video schon ein paar Jährchen alt ist, ist viel guter Input dabei. Gefällt mir.

Antworten

Anna 3. Mai 2021 - 15:58

Sehr interessantes Interview – vor allem mal zu hören, was Ein SEO-Experte zu den Trends 2014 sagt. Auch das Thema Content Marketing ist denke ich immer noch sehr relevant. Danke für das aufschlussreiche Gespräch!

Antworten

Dominik Kienzle 20. Juni 2021 - 12:49

Perfekt auf den Punkt gebracht! Vielen Dank dafür.

Viele Grüße
Dominik Kienzle

Antworten

Robert 16. Juli 2021 - 17:01

Hallo Johannes,

vielen Dank für diesen informativen und verständlich geschriebenen Artikel. Sehr hilfreich – man lernt eben nie aus.

Beste Grüße aus Berlin
Robert

Antworten

Chris Vianos 9. August 2021 - 17:32

Klasse spannendes Interview. Bei den drei wichtigsten Strategien/Tipps war für mich gleich der erste Punkt der wichtigste, "Klare Ziel Definition". Klingt selbstverständlich erst mal, aber alles andere ergibt sich dann schon fast automatisch daraus,. Danke!

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