Skip to main content

Autorin des Monats September: Mome Piaf

Unsere Autorin des Monats September spricht im Interview über Frauen als Speaker, ihre Arbeit als Texterin und ihre Vorträge auf Fachmessen.

Autor des Monats


Autorin des Monats SeptemberMit Textbroker Karriere machen? Dass das möglich ist, zeigt die Geschichte unserer Autorin des Monats September. Dr. Ann-Kristin Iwersen alias Mome Piaf hielt am 01. September beim Online Marketing Tag in Wiesbaden einen Vortrag über gute Briefings für Texter. Am Tag darauf erzählte sie uns vor Ort, wie sie in der Welt des Online-Marketings Fuß fasste, weshalb gerade sie als Speakerin auftreten konnte und wo ihre Reise beruflich hingehen soll.

Erzählen Sie uns etwas über Ihre berufliche Laufbahn:

 
Ich habe ursprünglich Philosophie und Ethnologie studiert. Danach wollte ich promovieren und eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Besonders interessierte ich mich für das Grenzgebiet zwischen beiden Fächern – und habe überlegt, in welchem Fach ich das am besten ansiedele. Ich habe mich dann für eine Promotion in Ethnologie entschieden, wobei ich philosophische Ansätze integriert habe. Thematisch ging es um einen besonderen Aspekt der Identitätstheorie, den ich am Beispiel der Country-Music untersucht habe und dafür auch auf Feldforschung in Nashville, Tennessee und in Kalifornien war. Mir war allerdings bereits da klar, dass ich in der Ethnologie ein Sonderfall bin, denn mir liegt die Feldforschung nicht so sehr. Und nach der Dissertation hatte ich auch überhaupt keine Lust mehr, jemals wieder „ins Feld“ zu gehen, sodass mir klar war, dass eine wissenschaftliche Laufbahn in diesem Bereich nicht mehr infrage kommt. Außerdem gibt es nur so wenige Stellen und so viele Interessenten, dass es schwierig ist, das Passende zu finden – gerade für Menschen mit interdisziplinärer Ausrichtung.
 
Da sich das schon zeitnah abzeichnete, habe ich parallel zur Promotion und zur Berufstätigkeit, die für die Finanzierung der Promotion nötig war, Germanistik studiert. Das Fach eignet sich zwar auch nicht wirklich, um Karriere zu machen, aber ich wollte noch einmal etwas Befriedigenderes draufsetzen – und irgendwie noch einmal neue Inspirationen bekommen.
 
Ab 2009 habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin und später im Projektmanagement von EU-Projekten in einem Verein gearbeitet. Der Schwerpunkt lag dabei auf interkultureller Kommunikation – darum hatte ich mich schon während des Studiums ehrenamtlich gekümmert. Ich habe in den Jahren wahnsinnig viel gelernt und mich entwickelt, aber inhaltlich fand ich es oft eher unbefriedigend, da ich letztlich nur umsetzen konnte, was in den Projektrichtlinien vorgegeben war.

Wie sind Sie zu Textbroker und zum Schreiben gekommen?

 
Über einen Freund, dessen Schwester mit Texten zu tun hatte, bin ich schließlich auf die Idee gekommen, mich ebenfalls daran zu versuchen. Zu Beginn habe ich für eine Text-Agentur gearbeitet, die Studentenjobs in dem Bereich anbietet. Das war keine besonders gute Erfahrung, aber von der Sache her fand ich es gar nicht so schlecht. Dann bin ich auf Textbroker gestoßen und habe angefangen, hier nebenbei zu schreiben. Ich hatte das Texten nicht als große Karriere geplant, sondern es war nett, nebenbei etwas Geld zu verdienen, da ich schon immer wahnsinnig gerne geschrieben habe – vor allem kreativ. Das passte einfach zu mir.
 
2014 lief dann mein letztes Projekt bei dem Verein aus, bei dem ich angestellt war. Im Projektgeschäft kennt man das, nach drei Jahren ist dann meist Ende, und dann schafft man nicht immer direkt den Übergang ins nächste Projekt. Ich suchte also eigentlich einen Job, der mich zwischenfinanziert. Mit einer Bekannten kam ich dann übers Texten ins Gespräch – und sie machte mich darauf aufmerksam, dass in ihrer Firma, einem großen Online-Shop, immer wieder Texter gesucht würden. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch wurde ich eingestellt – allerdings sollte ich nicht nur als Texterin arbeiten, sondern auch verschiedene Aufgaben im Online-Marketing-Team wahrnehmen. Der Firmenchef arbeitete mich während der ersten Wochen persönlich in die Thematik ein – eine einmalige Chance! Dabei habe ich unheimlich schnell unheimlich viel gelernt. So stieg ich dann hauptberuflich in den Bereich ein. Ich bin seitdem dort fest in Teilzeit angestellt und texte den Rest der Zeit frei – entweder über Agenturen, komplett frei oder über Textbroker.

Sie haben gestern einen Vortrag zum Thema „Briefings fürs Texter“ auf dem OMT in Wiesbaden gehalten. Wie ist es dazu gekommen?

 
Eigentlich eher zufällig. Die CONTENTIXX hatte dazu aufgerufen, sich als Speaker zu bewerben, was ich dann auch tat. Ich wurde angenommen und hielt im März auf der Konferenz einen Vortrag über guten Stil. Mario Jung von OMT kontaktierte mich daraufhin und fragte, ob ich Interesse hätte, ein Webinar zum selben Thema zu halten. Das hatte ich – und so kam eine erste Zusammenarbeit zustande. Als schließlich auch für den OMT der Call for Papers kam, bewarb ich mich einfach – ohne damit zu rechnen, dass es klappen würde. Bei so wenigen Plätzen rechnete ich mir da keine großen Chancen aus. Aber es hat geklappt!

Wie hat Ihnen der OMT gefallen?

 
Sehr gut, da die Themen sehr durchmischt waren. Von technischen Themen über Rechtliches bis hin zu Content war alles dabei und der Vortrag von Karl Kratz war natürlich ebenfalls ein Highlight. So konnte ich auch viel aus Bereichen mitnehmen, mit denen ich mich noch nicht so gut auskenne. Da ich neben dem Texten auch noch an einigen anderen Projekten arbeite, war viel für meine persönliche Weiterbildung dabei.

Das Online-Marketing ist immer noch eher eine Männer-Domäne, was auch bei einem Blick auf die Liste der Speaker des OMT auffällt. Wie war es für Sie, als eine von nur zwei Frauen einen Vortrag auf der Konferenz zu halten?

 
Ich nehme das gar nicht so wahr. Natürlich fällt es mir auf, wenn ich bewusst darüber nachdenke – und es wurde im Vorfeld schon viel darüber diskutiert, dass sich nur so wenige Frauen beworben haben –, aber für mich persönlich ist das kein großes Thema. Ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich als Frau in dem Bereich benachteiligt oder anders behandelt werde. Ich nehme mich primär auch nicht als Frau wahr, die jetzt in diesen Bereich möchte, sondern halte einfach meinen Vortrag und mache meine Arbeit. Ich denke auch nicht darüber nach, wenn ich mich für einen Vortrag bewerbe, ich setze einfach um, was ich für richtig halte. Meiner Meinung nach wäre es für viele Frauen deshalb wichtig, gar nicht so viel darüber nachzugrübeln, sondern einfach aktiv zu werden und zu machen. Die Organisatoren des OMT haben sich im Vorfeld sehr bemüht, weibliche Speaker zu gewinnen, deshalb ist es schade, dass es nicht mehr Vorträge von Frauen gab. Schließlich wird es doch mehr als zwei Frauen in Deutschland geben, die etwas Substanzielles zu diesem Themenfeld beizutragen haben!

Wie geht es bei Ihnen weiter?

 
Ich starte gerade zwei, drei Projekte, die mich in den nächsten Monaten begleiten werden. Ich habe aber auf jeden Fall vor, wieder einen Vortrag für die CONTENTIXX einzureichen – es geht also vielfältig weiter. Texte werde ich auch weiterhin schreiben, aber die Abhängigkeit von Auftraggebern ist dabei eben sehr groß. Deshalb arbeite ich gerne für Textbroker – es gibt einfach immer genug Arbeit, wenn ich sie benötige. Außerdem mag ich Textbroker aufgrund der Transparenz der Plattform. Natürlich liegt die Bezahlung unterhalb meines freien Satzes, aber dafür kann ich praktisch unbegrenzt auf Aufträge zugreifen.

Sie sind vielseitig interessiert und schnuppern immer wieder in neue Bereiche rein. Wie bilden Sie sich weiter?

 
Grundsätzlich glaube ich, dass es sich immer lohnt, in Weiterbildung zu investieren, da die Kosten sich in der Regel recht schnell amortisieren. Trotzdem gucke ich natürlich erst einmal alles, was kostenlos ist. Bei einigen Themen schaue ich mir gerne YouTube-Tutorials an. Wenn ich zum Beispiel etwas über WordPress wissen möchte, gucke ich erst einmal, ob dazu nicht schon jemand etwas Schlaues gesagt hat – in den meisten Fällen ist das so. Und der audio-visuelle Ansatz ist für mich super! Bei Podcasts kann ich mich zum Beispiel nicht so gut konzentrieren.
 
Außerdem lese ich natürlich viel, sehr gerne auch auf Blogs. Insgesamt ist es auf jeden Fall eine Zeitfrage. An manchen Tagen oder in bestimmten Wochen, wenn viel zu tun ist, komme ich überhaupt nicht dazu, mich weiterzubilden. Sobald es wieder ruhiger wird, investiere ich dann mehr Zeit, um Neues zu lernen.
 
Ich gehe außerdem gerne auf Konferenzen, weil man dort in komprimierter Form sehr viel mitnehmen kann. Aber das ist natürlich auch eine Kostenfrage – auch wenn ich bereit bin, in Fortbildung zu investieren, muss ich mir so einen Besuch erst einmal leisten können.
 
Sie merken, ich lerne auch sehr viel informell. Ich finde das gesellschaftlich gesehen sehr spannend. Auf der einen Seite wird sehr viel informell gelernt und weitergegeben, auf der anderen Seite schaffen wir immer mehr Zertifikate, die jemand erlangen kann. Vielleicht sollte man, etwa beim Einstellen neuer Mitarbeiter, eher darauf schauen, was jemand kann, als auf solche Auszeichnungen zu vertrauen. Mir hat das den Einstieg ins Online-Marketing erst ermöglicht – das man mir einfach eine Chance gegeben hat, zu zeigen, was ich kann.
 


Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Managed-Service

Sie wollen komplette Textprojekte auslagern und hochwertige Qualitätstexte erhalten? Sie interessieren sich für weitere Content-Services wie etwa Suchmaschinenoptimierung nach WDF*IDF oder die Verwaltung Ihres Blogs? Dann lernen Sie unseren Managed-Service kennen und profitieren Sie von unserem Rundum-Sorglos-Paket.

Unverbindliches Angebot anfordern!

Self-Service

Sie benötigen aktuellen Text-Content? Im Self-Service können Sie Ihren Wunschtext schnell und einfach selbst beauftragen – und das zu Top-Konditionen.

Jetzt kostenlos registrieren!

Autoren

Tausende Autoren weltweit verdienen beim Pionier unter den Textbörsen Geld mit ihren Texten. Sie entscheiden selbst, wann und wie viel sie schreiben und können sich ein flexibles Einkommen sichern. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Texte zu Geld machen.

Jetzt kostenlos registrieren!