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Am Anfang war das Wort: häufige Fehler in Aufträgen

Wo schleicht sich der Fehlerteufel in den Textbroker-Aufträgen besonders oft ein? Das wollten wir von allen Editoren wissen. Das Ergebnis ist ein umfangreicher Fundus an typischen Fehlern, den wir Ihnen, liebe Autoren, natürlich nicht vorenthalten. Diesmal haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, häufige Fehler aufzuzeigen und zu erklären. Vielleicht beantworten wir endlich eine Frage, die Sie sich schon immer gestellt haben. So heißt das bekannte Sprichwort zwar „Deutsche Sprache, schwere Sprache“, aber es wäre doch gelacht, wenn wir die Akrobatik der Sprache der Dichter und Denker nicht durchschauen könnten. Auf ins (Wort-)Gefecht!

Wo schleicht sich der Fehlerteufel in den Textbroker-Aufträgen besonders oft ein? Das wollten wir von allen Editoren wissen. Das Ergebnis ist ein umfangreicher Fundus an typischen Fehlern, den wir Ihnen, liebe Autoren, natürlich nicht vorenthalten. Diesmal haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, häufige Fehler aufzuzeigen und zu erklären. Vielleicht beantworten wir endlich eine Frage, die Sie sich schon immer gestellt haben. So heißt das bekannte Sprichwort zwar „Deutsche Sprache, schwere Sprache“, aber es wäre doch gelacht, wenn wir die Akrobatik der Sprache der Dichter und Denker nicht durchschauen könnten. Auf ins (Wort-)Gefecht!

Am Anfang war das Wort. So heißt es schon in einem der einflussreichsten Bücher der Weltgeschichte. Das Wort stellt die Basis eines jeden Textes dar. Grund genug daher, das neue mehrteilige Tutorial mit der kleinsten Bedeutungseinheit zu beginnen. Sprachwissenschaftler mögen hier den mahnenden Zeigefinger erheben und einwenden, dass die kleinste bedeutungstragende Einheit das Morphem ist. Da dies für unsere Texte allerdings unerheblich ist, legen wir für die folgende Betrachtung den Wortbegriff als Fundament fest. Wir wollen schließlich schreiben und nicht BEschreiben. Also beginnen wir mit dem Wort.

Punkt, Punkt, Komma, Strich – Wie war das nochmal genau mit den Strichen?

In der deutschen Sprache unterscheiden wir zwischen Binde- und Gedankenstrichen. Wie der Name schon sagt bereitet der Gedankenstrich einem neuen „Gedanken“ den Weg. Er steht für eine deutliche Pause. Oftmals können auch Kommata oder Klammern den Gedankenstrich ersetzen:

„Ich rechnete mit einer Versöhnung – ein folgenschwerer Fehler.“

Bei dem Bindestrich entfernen wir uns von der Satz- und begeben uns auf die Wortebene. Auch hier sagt uns der Name schon viel über die Bedeutung. Der Bindestrich ist elementar in der „Bindung“ von Wortzusammensetzungen beziehungsweise Komposita. Manche Komposita bestehen lediglich aus Nomen (z. B. Preis-Leistungs-Verhältnis) und andere vereinen Zahlwörter und Adjektive (z. B. all-inclusive). Gerade bei diesen Verbindungen schleicht sich häufig der Fehlerteufel ein. Wo wird nun ein Bindestrich gesetzt und wo nicht?

Von Aneinanderreihungen, Wortgruppen und erweiterten Infinitiven

Sobald Wortzusammensetzungen als Nomen gebraucht werden, ist die Verbindung mit einem Bindestrich üblich. Dabei kann es sich um Aneinanderreihungen handeln (das Entweder-Oder, die E-Mail-Adresse, das Über-den-Tisch-Ziehen) oder um Wortgruppen (das Friedrich-Schiller-Drama, der Trimm-dich-Pfad), wobei Einzelbuchstaben und Ziffern auch als Bestandteil vorkommen können (Vitamin-B-haltig, 100-Euro-Schein). Was wären Regeln ohne Ausnahmen? Diese ist einfach: Aneinanderreihungen mit Infinitiv, die nur aus zwei Komponenten bestehen, werden ohne Bindestrich geschrieben (das Safttrinken, das Fußballspielen, das Fahrradfahren). Einige erweiterte Infinitive können sowohl zusammen als auch getrennt geschrieben werden. Deswegen ist die Schreibung mit und ohne Bindestrich möglich: das Zu-Grunde-Richten und das Zugrunderichten.

Je kürzer desto besser: Abkürzungen und andere Verdächtige

Es ist i. d. R. der Fall, dass u. U. viele Wörter abgekürzt werden, d. h. z. B., dass man Floskeln wie „oder Ähnliches“ nimmt und daraus „o. Ä.“ macht. Hier gibt es einiges zu beachten. Denn trotz der Kürze tauchen schnell Fehler auf.

Von Leerzeichen, Trennungen und Satzanfängen

Es sieht vielleicht stimmiger aus, wenn man keine Leerzeichen nach Wörtern setzt, die mit einem Punkt abgekürzt werden (d. h., z. B., i. d. R., u. U., o. Ä.). Leider ist dies aber falsch, denn das Leerzeichen ist Pflicht. Das kann man sich leicht merken, da zwischen den ausgeschriebenen Wörtern auch Leerzeichen gesetzt würden. Mehrteilige Abkürzungen haben außerdem nichts am Satzanfang zu suchen. Lässt es sich nicht vermeiden, eine Formulierung wie „Unter Umständen“ oder „in der Regel“ an den Satzanfang zu stellen, muss diese in jedem Fall ausgeschrieben werden. Endet ein Satz mit einer Abkürzung, ist kein zusätzlicher Schlusspunkt nötig. Abkürzungen wie „usw.“, „etc.“ oder „usf.“ sind Ausnahmen. Hier wird nur am Ende ein Punkt gesetzt und nicht zwischen den einzelnen Buchstaben. Nicht nur bei den Abkürzungen, auch im Bereich der Ziffern ist die Leerzeichensetzung elementar. Allgemein gilt: Vor Maßeinheiten setzt man ein Leerzeichen: 6 cm, 4 %, 80 €. Ausgenommen hiervon sind Gradzeichen (°) und Zollzeichen (").

Groß oder klein?

Mit der Rechtschreibreform 1996 hat sich viel geändert. Obwohl Reformen dazu dienen, die Orthographie einer Sprache zu vereinfachen, stiften sie trotzdem nach wie vor Verwirrung. Die Briten und Franzosen schreiben lediglich Satzanfänge und Eigennamen groß. Wir machen da aber nicht mit. Bei uns Deutschen muss Ordnung sein. Das bietet aber auch genügend Nährboden für Fehler. Die einschlägigsten finden sich bei den Pronomen. Spricht man den Leser in einem Text direkt an, hat man die Wahl zwischen dem vertrauten „Du“ oder dem höflichen „Sie“. Die höfliche Anrede „Sie“ schreibt man immer groß. Bei dem vertrauten „Du“ entscheidet man sich entweder für die Groß- oder die Kleinschreibung. Die Art der Schreibung, für die man sich entschieden hat, muss konsequent im gesamten Text eingehalten werden. Das formelle „Sie“ wird oft mit dem Pluralpersonalpronomen „sie“ verwechselt. Sollten Sie sich hierbei unsicher sein, ist es hilfreich, sich die Frage zu stellen, ob Sie die Handlung mehrerer Menschen beschreiben  („Heute gehen sie gemeinsam ins Kino.“) oder ob Sie den Leser gezielt ansprechen („Haben Sie einmal das Sortiment durchstöbert, werden Sie garantiert fündig.“). In direkter Verbindung steht das höfliche „Ihnen“, das auch groß geschrieben wird („Wir hoffen, dass Ihnen unsere Auswahl gefällt.“). Der Leser wird direkt adressiert. Es handelt sich um die Dativ-Form der Höflichkeitsanrede „Sie“, nicht zu verwechseln mit der 2. Person Plural „ihr“, die in jedem Fall klein geschrieben wird und auch die Handlung von mindestens zwei Personen beschreibt („Wollt ihr heute alle zusammen ins Kino?“).

Substantiviert und dekliniert? Dann wird es doch groß geschrieben?

Des Weiteren, zum einen und zum anderen, zum Besten geben, vor Kurzem oder vor kurzem. Alle diese Wendungen besitzen eine Schwierigkeit: Schreibt man sie nun groß oder klein? Diese Frage haben Sie sich sicher schon oft gestellt. Natürlich gibt es auch hierzu leicht verständliche Regeln. Alle deklinierten (d. h. nicht in der Grundform stehenden) und substantivierten Adjektive und Partizipien schreibt man groß. Beispielsweise:

  • des Weiteren
  • und Ähnliches
  • im Folgenden

Formulierungen mit „alles“, „nichts“, „etwas“, „wenig“ oder „viel“ fordern auch eine Großschreibung des darauffolgenden Adjektives:

  • alles Ungewollte
  • nichts Neues
  • etwas Negatives
  • wenig Gutes
  • viel Bekanntes

Adjektive in festen Wortgruppen („im Trüben fischen“, „auf dem Laufenden sein“) und in Paarformeln (für „Groß und Klein“, für „Jung und Alt“) schreibt man ebenfalls groß. Wendungen mit Präposition und nicht dekliniertem, also in der Grundform stehendem Adjektiv schreibt man klein:

  • über kurz oder lang
  • durch dick und dünn
  • zum einen und zum anderen

Wenn ein dekliniertes Adjektiv mit einer Präposition zusammensteht, kann es sowohl groß als auch klein geschrieben werden: vor Kurzem/kurzem oder bis auf Weiteres/weiteres.

Getrennt oder zusammen?

Die meisten Fehler passieren bei der Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben. Vor allem der erweiterte zu-Infinitiv führt oft zu Fehlern. Drei wichtige Regeln können Sie sich merken:

  1. Bei trennbaren Verben, d.h. bei Verben, die man im Satz trennen kann, sodass ein Teil des Verbs am Ende steht (auslachen, wegrennen, zuhören), werden die zu-Infinitive zusammen geschrieben:
    1. Es ist nicht fair von dir, mich auszulachen.
    2. Es ist keine Lösung, einfach wegzurennen.
    3. Vielleicht wäre es hilfreich, mal zuzuhören.
  2. Nicht trennbare Verben (unterlassen, umfahren, erkennen) werden zwar zusammen geschrieben, das „zu“ wird aber nicht angehängt, sondern steht einzeln:
    1. Sorge dafür, das zu unterlassen!
    2. Diesmal ist es wichtig, das Hindernis zu umfahren.
    3. Manchmal fällt es schwer, die eigenen Fehler zu erkennen.
  3. Schreibt man eine Verbverbindung getrennt, steht die Erweiterung mit „zu“ allein:
    1. Du solltest darauf achten, in Zukunft pünktlich da zu sein.
    2. Für das nächste Gespräch musst du dringend lernen, dich in Geduld zu üben.
    3. Es ist immer von Vorteil, auf andere Rücksicht zu nehmen.

 

Wir machen’s kurz

Groß oder klein? Getrennt oder zusammen? Mit Leerzeichen oder ohne? Allmählich dringt immer mehr Licht ins Dunkel. Zum Schluss möchten wir noch eine kleine Übersicht schwieriger Wörter präsentieren. Was ist unseren Editoren besonders aufgefallen?

  1. widerspiegeln: Das Verb hat nichts mit dem Adverb „wieder“ zu tun. Hier geht es um eine Verbverbindung aus der Präposition „wider“, die so viel wie „gegen“ oder „zurück“ bedeutet, und dem Verb „spiegeln“. Synonym lässt sich das Verb „reflektieren“ verwenden.
  2. beziehungsweise: Diese Konjunktion wird immer mit einem stimmhaften „s“ geschrieben und niemals mit „ß“.
  3. Galerie: Aufgrund des französischen Vorbildes „galerie“ ist eine Schreibung mit doppeltem Konsonanten falsch.
  4. Accessoire: Auch hier haben wir es mit einem aus dem Französischen entlehnten Nomen zu tun. Tatsächlich ist die Schreibweise mit jeweils zwei Konsonanten, wie sie beispielsweise auch bei dem italienischen „Cappuccino“ zu finden ist, korrekt.
  5. zurückschicken: Schreibt man zusammen und nicht getrennt.
  6. zu Hause/Zuhause: Das Adverb „zuhause“ oder „zu Hause“ kann getrennt oder zusammen geschrieben werden („Er fühlt sich in seiner neuen Wohnung zuhause/zu Hause.“). Bei einer substantivischen Verwendung ist lediglich die Schreibung „(das) Zuhause“ möglich („Sein neues Zuhause ist eine Altbauwohnung.“). Wer sich diese Regeln nicht merken kann, der schreibe einfach „daheim“.
  7. MP3 und WLAN: Hierbei handelt es sich um Abkürzungen. Um dies zu verdeutlichen, werden die einzelnen Buchstaben groß geschrieben.
  8. World Wide Web: Als Eigenname werden alle Bestandteile groß geschrieben.
  9. Make-up, Check-in: Anglizismen und Amerikanismen, die aus einer Verbindung von Verb und Präposition bestehen, schreibt man groß und hängt die Präposition mit Bindestrich klein an.
  10. in puncto: Aufgrund der lateinischen Herkunft weicht die Wendung, die so viel wie „in Bezug auf“ oder „hinsichtlich“ bedeutet, von der üblichen deutschen Schreibweise ab.
  11. außer: Die Konjunktion „außer“ enthält trotz der Rechtschreibreform weiterhin ein Eszett. So wird auch die Komposition „außergewöhnlich“ mit einem „ß“ geschrieben.

Das waren viele Regeln und Hinweise, mit denen Sie garantiert Ihre Fehlerquote senken können. Vielleicht erreichen Sie sogar eine höhere Einstufung? Weiteres Handwerkszeug erhalten Sie in den nachfolgenden Teilen unserer Serie „Deutsche Sprache, schwere Sprache“. Neben den Worten interessieren uns natürlich auch die Grammatik und der gute Stil. Bis zum nächsten Mal, schreiben Sie's gut!


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Kommentare

91204 23. März 2013 - 9:06

Sehr schöner Artikel, aber witzigerweise hat sich ein kleiner Schnitzer in der Kategorie zusammen oder getrennt eingeschlichen. "Zusammen geschrieben" schreibt man nämlich zusammengeschrieben. 😉 Liebe Grüße

Antworten

112698 24. März 2013 - 9:05

Ja, es ist wirklich kurz und kurzweilig beschrieben, danke.

Ich frage mich aber, warum im letzten Abschnitt unter 11. das Wörtchen 'außer' so hervorgehoben wird.

Welche andere Schreibung sollte denn noch möglich sein außer in der Schweiz oder bei Schreibung mit (falschen) Kapitälchen? Die Regel besagt doch so oder so, dass nach einem Diphtong und langen Vokalen ein ß folgt.

Gruß aus Berlin

Antworten

77684 27. März 2013 - 21:09

Danke für den Hinweis auf die Abkürzungen. Schade, dass die Regel so ist, wie sie ist. Privat schreibe ich weiterhin z.B. oder z.T., weil das einfach besser aussieht. Sehr interessant ist auch die <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_h%C3%A4ufiger_Rechtschreibfehler_im_Deutschen'>Liste häufiger Rechtschreibfehler</a> (Wikipedia). Allerdings fehlt hier der meiner Meinung nach häufigste Rechtschreibfehler: "Herzlich Willkommen!"

Antworten

137220 28. März 2013 - 8:44

Schöne Zusammenfassung, danke!

Allerdings frage ich mich, wieso einige dieser "häufigen Fehler" hier auftauchen, denn "guten" Autoren sollten solche Fehler sowieso nicht unterlaufen… 😉

Noch eine Anmerkung zum Leerzeichen bei Abkürzungen und Maßeinheiten: Auch mit Leerzeichen dürfen diese Wortbildungen beim Satzumbruch NICHT getrennt geschrieben werden, soll heißen: 3 cm oder u. Ä. dürfen am Zeilenende nicht getrennt werden! Dies ist bei einem computergestützten Satzumbruch manuell zu bereinigen, da unsere lieben Maschinen das bis heute nicht verstehen!

Schöne Grüsse

Antworten

137220 28. März 2013 - 8:45

Berichtigung: "u. Ä" wird natürlich "u. ä." geschrieben… 🙂

Antworten

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