Textbroker auf der SEO CAMPIXX 2011

15.03.2011

Jan-Becker-Fochler, Geschäftsführer der Textbroker-Gruppe, berichtet über interessante Sessions auf der SEO CAMPIXX Berlin.


Nach zahlreichen Veranstaltungen in den USA, war es mein erster Besuch auf einer deutschsprachigen SEO-Konferenz. Dem guten Ruf, den die SEO CAMPIXX in der deutschen SEO-Szene genießt, wurde sie gleich mit der ersten Session am Samstagvormittag gerecht. Johannes Beus gab in seinem Vortrag mit dem Titel „Anatomie eines Linkbaits“ nicht nur Einblick in die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte seines populären Blog-Beitrags zum „Google Farmer Update“. In der anschließenden Frage-Runde zeichnete er mit seiner Analyse des Updates – der tatsächlichen Hintergründe und Vorgehensweise seitens Google – ein realistisches Bild der Suchmaschine. 


Als elementare Erfolgsfaktoren für seinen Beitrag und das darauffolgende Medien-Echo identifizierte Johannes besonders die bis zum damaligen Zeitpunkt fehlenden Daten zum Update, die er mittels seines Tools innerhalb weniger Stunden aufbereiten konnte. Ausschlaggebend für einen gelungenen Post ist das richtige Format: Kurze, verständliche Texte, einfache Tabellen und Diagramme. Das sind Daten, die Blogger und Journalisten schnell für ihre eigene Berichterstattung übernehmen können.

Außerdem sollte die Veröffentlichung so schnell wie möglich durchgeführt werden. 


Im nächsten Schritt identifizierte Johannes die besten Multiplikatoren für seine Story. Da das Update zunächst nur in den USA ausgerollt worden ist, kontaktierte er gezielt international bekannte SEO-Größen: Aaron Wall, Marcus Tandler und Rand Fishkin. Außerdem ganz wichtig: Die Kontaktdaten gehören an prominenter Stelle in jedes Anschreiben, um für Rückfragen erreichbar zu sein. So schwappte die erste Verbreitungswelle direkt in den US-Morgenstunden über das Web.

Dann hieß es „dran bleiben“. Nicht schlafen legen, sondern jede E-Mail, jeden Anruf sofort beantworten. Journalisten wollen, dass es „ihre Story“ ist, sie wollen daran arbeiten, recherchieren, sonst „fühlen sie sich schlecht“, meint Johannes.


Die weiteren Medien, die seine Story veröffentlichten und wertvolle Backlinks verteilten, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Spiegel, ZDF, Heise, The Guardian, Wall Street Journal, PC Magazine und über hundert weitere.

Ein internationaler Erfolg, der nicht nur dem US-Start von Sistrix den notwendigen Kick-Start geben wird, sondern Johannes zudem mit einem Schlag in das Blickfeld der US-Szene gerückt hat.


Die Auswertung der Ereignisse sind ebenfalls einen Blick wert: Über 100.000 Besucher zählte sein Beitrag in der Zeit vom 26. Februar bis zum 9. März. Der Vergleich Web / Twitter / Facebook zeigt zudem: 2.400 unterschiedliche Referrer-Domains sendeten Besucher zu seinem Blog. Der Peek dieses Traffics fand erst am 4. Tag nach der Veröffentlichung statt, wohingegen der Zustrom von Twitter bereits am ersten Tag seinen absoluten Spitzenwert erreichte. Enttäuschend waren die Referrals durch Facebook, die nur 1/8 im Vergleich zum Twitter-Traffic ausmachten. Fazit: 1.000 neue Links, tolle E-Mail Kontakte, 500 neue Freunde.


In der anschließenden Antwort-Runde gab Johannes Einschätzungen des Updates ab, die sich gänzlich mit unserer Analyse decken: „Google wird regelmäßig überschätzt“, „sie können keine Inhalte clustern“.

Insgesamt ist das Vorgehen als Reaktion auf den Druck von Medien und Nutzern zu sehen – eine weitgehend manuell gesteuerte, gezielte Abwertung von gerade einmal 300 Domains.


In einer interessanten Session zur „Schnellprojektierung von Webseiten mit WordPress MU und Textbroker“, präsentierte Andreas Müller seine Version eines halbautomatisierten Projektierungs-Tools. Neben Wordpress MU nutzt Andreas unsere Textbroker API, Wget, Wput, durch Freelancer erstellte WordPress-Templates und diverse, nicht näher bezifferte OpenSource-Lösungen für seine Verwaltungsoberfläche.

Die per API an ihn gelieferten Texte publiziert er in WordPress, lässt sich per Wget/Wput daraus statische Webseiten erstellen und kann diese dann unter diversen Domains automatisiert veröffentlichen.

Ein rundum gelungener Vortrag. Die Session war mit über 60 Personen in dem zu kleinen Raum gut besucht.


Für uns besonders interessant war auch das Feedback der Teilnehmer zu Textbroker. Da ich persönlich nicht als Mitarbeiter wahrgenommen wurde, entstanden offene Diskussionen zu unserer Plattform, die uns dabei helfen unser System weiter zu verbessern und auf den Bedarf von SEOs abzustimmen.

Ein wichtiger Schritt dabei ist das vor einer Woche veröffentliche WordPress-Plugin für Textbroker, das die Arbeit für SEOs ungemein erleichtern wird.


Leider konnte ich die SEO CAMPIXX nur für einen Tag besuchen und musste bereits Samstagabend wieder abreisen. So habe ich die interessanten Partys und Veranstaltungen rund um den Event leider nicht erleben können.

Im Vergleich zu den großen US-Konferenzen schneidet die SEO CAMPIXX als ehrliche und dynamische Veranstaltung ausgezeichnet ab. Hier werden nicht nur alte Basics aufgewärmt, sondern tatsächliche, aktuelle Insider-Tipps vermittelt.


Einen schönen Vergleich werde ich kommende Woche auf der SES New York erleben können. Dort werde ich weitgehend die Sessions rund um Social Media besuchen und anschließend an dieser Stelle gerne wieder über meine Eindrücke berichten.

 
Anne Becker-Fochler
Textbroker Support
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